Posts mit dem Label nicht genäht - aber auch aus Miss Magacukis Küche werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label nicht genäht - aber auch aus Miss Magacukis Küche werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 20. September 2020

Punk never dies

Es waren einmal zwei Brüder, der eine war Punk, der andere nicht. Sie wohnten beide in coolen Städten und waren für gewöhnlich jeder auf seine Art sehr wichtig. Eines Tages wurde der Nichtpunkbruder krank, er befragte die Ärzte in seiner Stadt, doch die wussten keinen Rat. Da rief in der anderen Stadt auch der Punkbruder Die Ärzte, die schüttelten jedoch nur wild die Köpfe. Was blieb dem Nichtpunkbruder übrig, als die beschwerliche Rückreise anzutreten und allein gesund zu werden ...

Das kam einer Fee zu Ohren, die sich wahrscheinlich zu viele Gedanken machte. Ohne großen Bruder ist doof, dachte sie (womöglich weil sie keine Ahnung hatte), und Punk never dies, also griff sie, wie sie es bei ihrem jüngsten Geißlein abgeguckt hatte, zu besonders schönen Pinseln aus dem Künstlerladen, nahm etwas Zauberfimo, wickelte das eine um das andere, schob alles in den Backofen (also nicht das Geißlein, sondern Pinsel und Knete), schwang ihren Zauberstab und -- paling! -- hatte der Nichtpunkbruder einen Punk to go, der musste weder arbeiten noch Geld verdienen und durfte zur Not mit ins Krankenhaus, selbst wenn der König Krankenbesuche garstig verboten hätte. 

Gut, dass es Feen gibt. q.e.d.


 


Sonntag, 31. Juli 2016

Kissenschlacht

Die unqualifizierte 2/3-Mehrheit meiner Kinder ist mit MEL zu Oma und Opa verreist und Miss Magacuki allein zu Haus näht sich nicht etwa wallende Roben und atemberaubende wasauchimmer, nee, Miss Magacuki fällt nichts kreativeres ein als ... KISSEN.




Bär, Eule und Federn waren fertige Kissenpanele von Stoff und Stil, die Rückseitenstoffe sind von IKEA, außerdem haben alle Kissen einen Paspel (ich find ja, die Paspel klingt besser, aber was solls`s). Und ich hab gelernt, mit dem Knopflochfuß umzugehen. Merkt man, oder?


Montag, 23. Mai 2016

Hochzeiten und andere Unwägbarkeiten

Wir sind bei unseren Nachbarn zur Hochzeit eingeladen, yippie, ich liebe Hochzeiten!! Ohne wirklich darüber nachzudenken, was ich tue, frage ich und sehe mir selbst dabei zu, ob sie denn eine Torte hätten oder wollten.

Sie wollen - wenn ich ihnen eine mache. Ah ja. Gut, dann machen wir das so. Der Bräutigam wünscht sich eine Herrentorte, schokoladig, okay, das kann ich. Es wird wieder eine Death by Chocolate, die Rosen sind aus der Salatabteilung der METRO und essbar, dazu Minze und Raffaelos. Gefüllt hab ich mit Schokocreme, Mango (Konserve) und Sahne. Für meinen Geschmack war sie zu trocken, der fehlte vielleicht einfach die Mangosauce, die es früher bei dm von Alnatura gab. Und ich hab die Sahne mit Gelatine gemacht, es sollte ja warm werden an dem Tag, da entsteht natürlich auch kaum Feuchtigkeit, die in die Böden einziehen kann.


Der Bräutigam wollte ein Brautpaar auf der Torte, klassische Brautpaare habe ich nicht gefunden, für Fondant war ich zu müde und MEL, der zumindest aus Fimo wunderbar schräge Figuren  machen kann, war nicht da. So sind es diese Playmobilfiguren geworden, und hey, wollten wir nicht alle am liebsten Piratenbraut sein??


Für die rosa Herzchen kann ich nichts, die wollte die Braut, und meine beiden Mädchenhelferlein haben sich mit Begeisterung der Herzchendeko angenommen.

Übrigens habe ich auf Anraten unserer Tortenfachfrau die Torte erst vor Ort zusammengesetzt, das ging ratzfatz und hatte den Vorteil, dass alle Einzelteile (beide Torten und die Blumen) zu jeder Zeit in jeden normalen Kühlschrank gepasst haben. Und unser Koch hat mir noch den Tipp gegeben, die Blumen eine Stunde ins Wasser zu legen, dann würden sie einen Tag locker gut aussehen. Recht hat er, der Mann.

Sonntag, 14. Februar 2016

Harry-Potter-Torte

 

Schon wieder ein Tag der Offenen Tür und weil unsere Schule wirklich extrem toll ist, bekommt sie eine tolle Kuchenspende.

neugierige Nebennasen ...
Können Torten per Eulenpost geliefert werden?



Für den Schal Streifen nebeneinanderlegen und vorsichtig drüberrollen. Die gelben sind kürzer, das gibt Bewegung.
Stimmt die Lage der Bügel? Yep, aber trägt Harry ne Ray Ban??
Empirische Material- und Formfindung ...
Der Besenstiel ist eine Cola-Kaustangen, die Borsten Schnüre (mit einer Schnur zusammengebunden) und die Brillenteile abgerollte Schnecken, alles Haribo, glaub ich. Lakritzschnecken müssten auch gehen, mag ich nur nicht. Schwarzgefärbter Fondant ist eine Riesensauerei, unbedingt Gummihandschuhe verwenden, und ergibt irgendwie eher nerdige Hornbrillen. Feinarbeit sieht anders aus. Die ganze Sauerei umsonst ...

Sonntag, 20. Dezember 2015

Alle Jahre wieder

 
habe ich vor Weihnachten auch noch Geburtstag und bastele schon mal an der Deko, die natürlich nicht mit einer Weihnachtsdeko zu verwechseln sein soll.


Den Rest erzähl ich später. Hyazinthen (schreibt man das so?) mit Moos und etwas Efeu in eine flache Glasschale sortieren und hoffen, dass alles im richtigen Moment aufgeht, bis dahin nicht vertrocknet und im entscheidenden Moment nicht zu doll riecht ...

Der Hocker darunter gehört eigentlich dem Dortmund-Fan und ist ein Sporthocker von Salzig.

In der Weihnachtsvariation sah das Arrangement dann ganz anders aus, kaum wiederzuerkennen, oder??


Zu meinem Geburtstag haben wir sehr lecker mit den Gästen gekocht (Fotos vergessen) und anschließend Geschichten gelesen. Blödsinn funktionierte deutlich besser als Weihnachtskrimi oder Roald Dahl. Der Fakir im IKEA-Schrank wurde Publikumsliebling und alle waren sich einig, dass ein Leseabend eine tolle Sache ist und wir das öfter machen sollten.

Die Einladung sollte etwa so aussehen, allerdings war es extrem schwer, ein Buch mit Frakturschrift zu zerschneiden (und verschicken lässt sich das Format auch nicht wirklich). Mit einem Cutter auf ein Buch loszugehen grenzt schon an Barbarei, Recyclingkunst hin oder her. Bei meiner Suche nach einem geeigneten Buch fand ich zufällig ein Jugendweihebuch von 1925 (das zu zerschneiden habe ich nicht über's Herz gebracht). Das zerschnittene ist, oder vielmehr war, ein Kitschroman allererster Güte. Cool fand ich, dass mein Sohn sofort anfing zu lesen und sich durch die Frakturschrift zu kämpfen. Damit hat das Buch seinen Bildungsauftrag letztendlich lange nach seinem Erscheinen doch noch erfüllt.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Eulen in den Verein tragen


Für die Weihnachtsfeier im Verein des einen Kindes wurden es endlich die Eulenmuffins. Immerhin. Übrigens muss man gar nicht Oreo-Kekse nehmen. Die obere Reihe sind kleine gefüllte braune Kekse mit Haselnusscremefüllung, sehen doch auch prima aus, oder? Die "Gesichter-Grundierung" sind 2 Karos weiße Kuvertüre geschmolzen, ein Stückchen Butter und ein ordentlicher Esslöffel Frischkäse gemixt. So und jetzt gehe ich das blöde Handy suchen, dass auf unserem Flur ausdauernder "Akku alle" fiept, als ein normaler Graphomane bloggen kann.

Montag, 23. November 2015

Aber bitte mit Sahne ...





Die hier waren für den Kuchenbasar an der Schule, die unterste sah uns so nach Beerdigung aus, dass wir sie nicht mitgenommen, sondern selbst gegessen haben. Ohne den blauen Fondant. Die Ferkeltorte hat dafür allen so gut gefallen, dass es niemand über's Herz gebracht hat, sie anzuschneiden, so dass sie kurzerhand als Ganzes verkauft wurde.

Sonntag, 22. November 2015

LEGO-Torte

Fondant ist so eine Sache. Man kann tolle Sachen damit machen, aber ob es einem schmeckt, na ja. Wir essen z.B. keinen Weißzucker, wann immer es sich vermeiden lässt und sind deshalb ziemlich süß-entwöhnt. Bei uns gibt es für Fondantkreationen, bei denen ich mich austoben könnte, einfach keine Abnehmer. Zu einer Geburtstagseinladung hatte der Sohn LEGO verschenkt und ich hab eine kleine Legotorte dazu gebastelt, die stilvoll auf einer LEGO-Bodenplatte daherkam.

Halloween ohne Kürbisse

Kaiser's war in diesem Jahr vielleicht ganz mit Fusionsgedanken beschäftigt, jedenfalls hatten sie Kürbisse nur weit vor Halloween und schon da waren sie ordentlich gammelig und schimmelig, dafür gab es zu Halloween dann weit und breit gar keine mehr. Jetzt, was machst du, wenn du Kinder hast und hast außerdem zum Halloween-Brunch geladen ...

Eigentlich wollten wir die Orangen noch mit Götterspeise füllen, aber eine Orange auszuhöhlen ist schon große Kunst, jetzt musste es halt so gehen. Die Lichterkette hat aber gute Dienste geleistet. Die Kinder fanden es gut. Es gab außerdem noch eine Menge anderes ekliges Zeug, nur bitte nicht wieder so eklig echt aussehende Zungen, wie letztes Jahr, darum hatte das kleinste Halloweenmonster gebeten - da gabs gefüllte Monsterpaprika; für die Zungen hatte ich breitere Paprikastreifen im Ofen gebacken, die Haut abgezogen und das ganze aus dem Monstermaul hängen lassen, hat keiner gewagt zu essen, sah sehr echt aus, selbst in grün :)

Aus London, wo das große Halloweenmonster und ich Benedict Cumberbatch beim Hamleten zugesehen hatten, haben wir eine nette Sammlung halloweeniger Rezepte und ein bisschen Deko mitgebracht, die Engländer nehmen das ganze deutlich ernster und so gab es Marshmellow-Hirne und gespenstische Nachos, letztere kann ich in dieser Form sehr empfehlen, nicht nur, wenn die Unterwelt grüßt. Die Kunst besteht eigentlich nur darin, so viele Nachos zu kaufen, dass man die eine Tüte ruhig schon beim Vorbereiten wegnaschen kann (und den Mund erst später aufwendig zu schminken).

Nachos mit Tomaten, Guacomole, roten Zwiebeln, Salatstreifen
und Sauerrahm
"Mini-Hirne" aus zerlassenen Marshmallows und Weizenpops.
Vorsicht, ist im Mund erst nach längerem Weichen
manövrierbar, also keinesfalls was für kleinere Kinder.



 

Montag, 7. September 2015

Jungfrauenpeak



Und wieder ist im Kalender Jungfrau - prompt stellen sich meine drei für Geburtstagskuchen an. Kein Fondant bitte, so hieß es allenthalben. Na gut, dann eben nicht. Jetzt, wo ich grad einen 2-kg-Eimer gekauft habe, machen wir halt ohne.
Ein Union Jack sollte es für die eine Jungfrau sein; die andere war, nachdem ich Brasilien eine Abfuhr erteilt hatte, bezüglich der Flagge eher indifferent. Und was ich für die dritte Jungfrau gemacht habe, weiß ich einfach nicht mehr. Da wir wandern waren, könnte ich mir vorstellen, es gab Kuchen zum Mitnehmen. Dafür hatte ich schon eine Weile kleine Plastikschalen mit Deckeln gesammelt (von Butter Lindner, die nicht nur unfassbar teuer sind, sondern auch eine unfassbar verschwenderische Verpackungspolitik fahren, das nur mal so nebenbei, aber immerhin schließen deren Dosen zuverlässig) und mit den rumstehenden Schüsselchen MEL sowie Jungfrau No 1 schier zur Verzweiflung gebracht, die die Dinger immerzu wegwerfen wollten und nicht durften.



Vollkornkekse in der Küchenmaschine (oder von Kinderfüßen) zerbröseln lassen, mit zerlassener Butter vermischen, in die gewünschte Form drücken, kaltstellen. Frischkäse mit geschlagener Sahne (und evtl. Sahnesteif) aufpeppen, ich persönlich mag Ahornsirup in der Sahne, und nach Wunschvorgaben dekorieren.

Montag, 22. Juni 2015

Yoga gegen Burnout

Um mich mehren sich die Angeschlagenen, das kann unmöglich mit mir zu tun haben und ist sicher reiner Zufall. Jedenfalls hatte ich Abnehmer für ein paar Yogakissen. Ich hatte mir im Januar eins bei Tchibo gekauft und finde das extrem gemütlich. Meine kleine Tochter auch, flugs klaute sie mir meins und lagerte fortan ihr Popöchen darauf. Zum Geburtstag hat der Zwerg  nun sein eigenes bekommen und fand es toll, obwohl ne Menge rosa drin ist, was im Allgemeinen als unter ihrer Würde und nicht artgerecht gewertet wird. Und ich hab meins wieder. 5 kg Bio-Dinkelspelz kamen per Post in einem Riesenpaket (trotzdem packstationstaugliche Abmessung), pro Kissen verschwindet bei mir ein gutes Kilo. Die restlichen knapp vier Kilo mussten also noch aus dem Weg. Ein weiteres gab's für den Bruder (das mit den streitlustigen Ziegenböckchen), in extrahohes für meine Mutter und noch eins für die Freundin, bei der der Katerersatzkater jetzt wohnt.


Als die Kinder neulich mal länger bei meiner Mutter waren, haben sie die Kissen für gemeinsame Yogasessions mitgenommen. Daraufhin erklärte meine Mutter, die Kissen müssten jetzt bei ihr bleiben, die wären so schön fröhlich in ihrem Zimmer. Und da waren sie wieder, meine drei Probleme ...

Für die Freundin gabs noch einen zum Kissen passenden Yogazeugsbeutel, kann man natürlich auch Strickzeug reinpacken und die Füße auf dem Kissen lagern. Das Muster ist gar nicht makaber, vor ein paar Jahren hat sie mir mal ne Fliege gemalt, ich hab gar nicht gewusst, dass sie so was so gut kann. Die hing dann lange bei mir an der Wand; für den Schlafanzug, für den sie (jeweils die Fliege) eigentlich gedacht war, hatte ich damals keine Geduld. Leider fühlt sich das Internet in unserer Küche bei diesem Post zu entspannt für die Übermittlung von Pixeln, so dass ich das Fliegenkissen mal wann anders hochladen werde (hiermit nachgeholt). Das Tchibokissen war übrigens genauso groß wie mein superschöner Pizzateller. Eine Hausfrau hat das im Gefühl ...

Yogakissen mit Fliege ...
... und passender Yogatasche
Extrahöhe per Patchwork: der Stoff hätte sonst nicht gereicht

sie falten die Zehlein, die Rehlein

innere Werte: das Innenkissen ist Ton-in-Ton handgefärbt

Sonntag, 21. Juni 2015

Schutzausrüstung

Das kleine Mädchen liegt im Bett, dicke Tränen kullern: sie will morgen nicht in die Schule, nicht zum Computerkurs. Computer ist doof. Aha. Gerade habe ich mich mit meinen Studienfreundinnen getroffen und wir haben uns gefragt, was passiert eigentlich in der Schule, dass aus Kindern, die es nicht erwarten können, Schulkind zu sein, binnen max zwei Jahren Kinder werden, die man hinter sich her zerren muss, wenn es in die Schule geht. Wir sind leider nur bis zur Frage gekommen.

Was den Computerkurs angeht, liegt es daran, dass sie Plutimikation auf Zeit machen sollen. Natürlich hätte ich das Übel an der Wurzel packen können und dem Kind einen Schnell-Intensivkurs Plutimikation verabreichen können, alle Malfolgen in 5 Minuten und nie wieder Stress mit Computer. Oder wie mein Vater, der sich damals kurz nach dem Einschlafen an mein Bett gesetzt hat und mir die Malfolge mit der 7 aufgesagt hat, die ich vergessen hatte zu lernen. Witzigerweise hat er sich versprochen und "6x7 ist 46, äh 42" gesagt, prompt war 6x7 über Jahre bei mir stets zuerst 46. Gleichzeitig hatte er den Beweis, dass seine Methode geklappt hat. Am nächsten Morgen war ich ziemlich überrascht, als aus mir plötzlich die Malfolge sprudelte, inkl. 7x6 ist 46, äh 42. Na ja, mein Vater konnte nicht nähen und musste deshalb zur nachhaltigen Lösung greifen, ich wiederum hab - ich könnte jetzt lügen und sagen "kurzerhand" - für den Computerkurs ein T-Shirt als Mamas Schutzzauber gewoben. Mit Chamäleons. Macht im Zweifel unsichtbar :)

Übrigens mussten sie an dem Tag nicht auf Zeit Plutimikation machen. Sag ich doch.

Sonntag, 14. Juni 2015

Death by Chocolate für Gombóc Artúr

Zwei Freunde haben Geburtstag. Idee? Lass mich mal nachdenken, ...  ääähm .... loading ...  2 % ...  

Ob ich nicht vielleicht eine Torte machen könnte, werde ich gefragt. Torte kann ich! Der von den beiden Geburtstagskindern, den ich besser kenne, ist ein Schokoladenfan. Klar, dass es eine Schokotorte gibt. Das andere Geburtstagskind [sie haben tatsächlich auf Jahr undTag genau am gleichen Tag] ist hoffentlich nicht abgeneigt - wenngleich als Nichtungar kulturell im Hintertreffen, denn es gibt nicht irgendeine Schokotorte, sondern eine Death by Chocolate und auch nicht irgendeine Death by Chocolate ... Zum Glück hatte ich die Kommentare und xundzwanzig Bilder angesehen und wusste, dass man a) davon nicht viel essen kann (es würde also für alle reichen) und b) die Gute ziemlich trocken aussieht.

Wie dekoriert man eine Schokotorte? So für Männer? Bei der Gretchenfrage nach weißer, Milch- oder dunkler Schokolade fällt mir Gombóc Artúr ein - und das Geburtstagskind. Beide sind nämlich relativ leidenschaftslos, was die Sorte angeht, Hauptsache Schokolade.

So sieht das aus:


Artúr ist ein ziemlich runder Vogel, der für sein Leben gern Schokolade isst. Nachdem unter ihm der Ast wegbricht, macht er Diät und mistet auch seine Speisekammer gründlich aus. Es fliegt so ziemlich alles raus - außer Schokolade, irgendwas muss er ja schließlich essen. Als seine Kumpels nach Afrika fliegen, packt auch Artúr die Koffer ... In der Geschichte wird nicht nur erzählt, wie Artúr letztlich nach Afrika kommt, sondern auch, dass er Schokolade über alles liebt, egal welche - unter Ungarn ist das zum geflügelten Wort geworden: jemand, der ein Gombóc Artúr ist, macht nicht viel Federlesen, Hauptsache SCHOKOLADE! Die Zeichnungen sind so toll, dafür bracht man kein Ungarisch - mit macht's natürlich mehr Spaß, wollt Ihr's lernen, dann guckt mal hier oder hier :)

A kerek csokoládét, a szögletes csokoládét, a hosszú csokoládét, a rövid csokoládét, a gömbölyű csokoládét, a lapos csokoládét, a tömör csokoládét, a lyukas csokoládét, a csomagolt csokoládét, a meztelen csokoládét, az egész csokoládét, a megkezdett csokoládét, az édes csokoládét, a keserű csokoládét, a csöves csokoládét,a mogyorós csokoládét, a tejcsokoládét,a likőrös csokoládét, a tavalyi csokoládét, az idei csokoládét és minden olyan csokoládét, amit csak készítenek a világon.

Runde Schokolade, eckige Schokolade, lange Schokolade, kurze Schokolade, Schokokugeln, flache Schokolade, massive Schokolade, Schokolade mit Loch, eingepackte Schokolade, nackichte Schokolade, ganze Schokolade, angefangene Schokolade, süße Schokolade, bittere Schokolade, Schokoröllchen, Nussschokolade, Milchschokolade, likörgefüllte Schokolade, Schokolade vom letzten Jahr, Schokolade von diesem Jahr und überhaupt alle Schokolade, die auf der Welt gemacht wird.

Na wenn das so ist ... dann machen wir doch das:
 

Der Artúr ist aus Fondant und Werk meines großen Kindes, die Torte eine Death by Chocolate, mein Werk, alle möglichen Rezepte findet ihr im Netz. ABER: 

Ich habe tatsächlich drei Tage vorher angefangen zu backen, damit sie Zeit zum Durchziehen hat. Nach dem Auskühlen 2x aufschneiden, das bröckelt schon gewaltig. Und jetzt kommt der Trick: Zwischen die Böden habe ich großzügig eine Flasche Mangosoße von dm verteilt. Davon war beim Essen kein Hauch mehr zu merken, aber sie war supersaftig. Und außerdem hatte ich den Eindruck (und vielleicht auch gelesen): die braucht Sahne zum Rutschen. Also hab ich geschlagene Sahne mit etwas Gelatine stabilisiert (musste ja transportiert werden) und zwischen die oberen Böden gegeben. 

Wir hatten also von unten nach oben: Boden mit Mangosoße + Ganache + Boden mit Mangosoße + Sahne - Boden bzw. Deckel + Ganache. Beim Tortenkurs hab ich gelernt, dass man für einen besonders glatten Deckel am besten die Unterseite vom gebackenen Boden nimmt - der ist absolut plan. Hab ich hier aber nicht gemacht, so war's lebendiger. Na, habt ihr alle Schokosorten gefunden? Das Loch in die lyukas csokoláde hat MEL mit einer heißen Rouladennadel gebastelt und ich glaub, die Schokolollies waren vom Vorjahr :)

Und ich bin jetzt überall "die mit der Torte" :) und sie war wirklich richtig gut, stimmt's Jungs? Und wer noch nicht genug hat von Artúr und der Schokolade, kann mal hier gucken, ab 5'39 :)

Donnerstag, 23. Oktober 2014

größere Schnitzer

wer findet den Kater?
Bei so vielen Kürbissen um uns rum haben wir ein wenig die Nerven verloren und schon mal die Messer gewetzt. Probehalber. Auch unser Künstler am Schweizer Messer hat den Probedurchlauf unfallfrei hinter sich gebracht und diesmal das polnische Provinzkrankenhaus ausgelassen. Puh. Das kleinste Kind kam mit einem kleineren Schnitzer im Finger davon und braucht die bunten Pflaster mal auf, bevor sie peinlich werden.


Hier kann ich es ja zugeben: Eigentlich wollte ich in der Melonenzeit immer diesen Melonenhai machen (in: Fun Food bei Naumann und Göbel) und damit irgendeine Party krönen, aber nix war.


Nun gibt's KürBISSe et voilà, hier ist er, mein Monstermaulbrüter:


Den kleinen hat das kleine Kind gemacht, nicht ohne Schaden, aber ganz alleine. Die Amerikaner auf dem Teller sind eine Backmischung und so lala. Aber vielleicht waren sie auch nur zu lange im Ofen.

Vorsicht beim Lossäbeln, das Maul muss erstmal kleiner sein, damit man auch die Zähne noch arbeiten kann. Rückenflosse und Augen halten Zahnstocher und wenn ein paar Rachenflusen hängen bleiben, finde ich ihn noch gruseliger :)

Samstag, 4. Oktober 2014

natürliche Aus-Lese

aller guten Dinge sind ...
Ich sagte es schon, die Muse ist alt, krank und verwirrt. Hier oben stehen eigentlich anderthalb Meter Kochbücher. Heute morgen musste ich die eine Hälfte wegwerfen, die andere haben wir gegen Abend evakuiert, zum Glück stand Nicole Stichs Delicious Days, seit Ewigkeiten vergriffen und eins meiner liebsten Kochbücher, weit genug links, um nichts von der Musen-Spezialbehandlung abbekommen zu haben. Aber MELs Lieblingsherbstkochbuch ist futsch. Da sich die Muse, der 14 Jahre lang der freundlichste, netteste, liebevollste und unkomplizierteste Kater war, den ich je kannte, nun nichts ein- oder ausreden lässt und nur dort oben zu bleiben gedenkt, haben wir das Brett eben leergeräumt. Wenn das hier ein winziger Blick durch's Schlüsselloch auf meine eigene Zukunft sein könnte, wird mir eiskalt.


Tag der Offenen Tür (zur Geschlossenen)


Mit Pädagogenlächeln verkündet die Lehrerin meiner Tochter: am x. ist bei uns Tag der Offenen Tür und unsere Klassenstufe beliefert dafür traditionell den Kuchenbasar. Vor meinem elternabendlich müden geistigen Auge stehen Fata Morganas, die nach Eulenmuffins und entzückenden Tortenkreationen aus meinen neuen Lieblingstortenbüchern aussehen und in meinen Gedanken rufen alle entzückt ah! und oh! und jeder würde gern, aber keiner traut sich reinzuschneiden, was man halt so zusammenphantasiert in einem warmen Klassenzimmer nach einem langen Arbeitstag.

Am Ende war der Kuchenabliefertermin viel schneller ran als gedacht und mein Büro hatte noch eine Superidee, was ich mit meinem frühen Abend so alles anstellen könnte oder musste ich das Kind von der Oma holen? Oder erst das eine, dann das andere? Egal, die Kraft reichte nur noch für einen Besuch bei ALDI, die weder Oreo-Kekse noch Smarties hatten, also  starb schnell und ohne viel Aufhebens die Eulen-Muffins-Idee. Blieb die Raffaelo-Monstertorte, die es schon für den Geburtstag des Sohnes gab, vielleicht diesmal in viereckig? Aldis Himbeeren hatten schon bessere Zeiten gesehen, trotzdem verteidigte ich sie mit dem Nudelholz gegen das gefräßige Großmonster, das auf Futtersuche durch meine Küche strich. Schade eigentlich, wie sich anderntags zeigen sollte.

Ich kloppe zu Hause also zwei Packungen Vollkornkekse in die Küchenmaschine, die Nachbarn wissen, bei uns ist schon wieder Geburtstag oder so, immerhin ist es spät und ich mache Krach in der Küche. Mit zerlassener Butter noch eine Runde durch die Maschine, das ist immerhin etwas leiser.

Feinsäuberlich lege ich eine viereckige Backform mit zwei Blatt Backpapier aus, ganz akurat, soll mir keiner nachsagen können, ich arbeite husch-husch. Ich muss mal kurz aus der Küche, als ich wiederkomme, erwartet mich das:
 
Kalter Hund?
Nein, natürlich darf er das nicht. Er darf überhaupt nicht auf den Tisch und bis vor kurzem saß er da, wenn überhaupt, ganz heimlich und war weg, wenn wir die Küche betraten. Aber nun ist er alt, krank und verwirrt und saß mitten in meiner exakt zurechtgemachten Kuchenform. Ein Gentleman ist jemand, der die Katze auch noch Katze nennt, wenn er über sie stolpert. Bin ich ein Gentleman?

Natürlich wird die Papierauslegerei beim zweiten Mal schief und verrrutscht andauernd. Letztendlich verstreiche ich doch buttrige Kekskrümel auf Backpapier, drücke alles mit der superschweren Marmorrolle fest, die es bei IKEA gab/gibt und stopfe das Blech in den Kühlschrank. Dann klebe ich Augen auf Raffaelos, habe die weiße Schokolade vergessen und muss weiße Augen auf weiße Raffaelos mit brauner Schokolade schmaddern. Erst spät gelingt mir das so, dass die Monster nicht einfach nur bekleckert, sondern nach gefährlichen Maskenträgern aussehen.

Am nächsten Morgen - und jeder, der mich schon mal morgens getroffen hat, weiß, dass das NICHT MEINE ZEIT ist - muss ich Haare waschen, denn ich habe einen Termin beim Cheffe, und Sahne schlagen und Frischkäse und die Torte füllen und mich anziehen und duschen wäre wohl angebracht und Monster auf die Torte setzen und mir ein Gesicht malen und herausfinden, was ich anziehe und ob ich da spontan reinpasse. Unnötig zu erwähnen, dass auch Kinder auf Schulen verteilt werden müssen, die keine Gleitzeit haben, ich übrigens auch nicht.

Sahnesteif in Sahne, Kuchenbasar ist schließlich erst am Nachmittag, Frischkäse locker gemacht, hm, das sieht jetzt aber wenig aus für die große rechteckige Torte :(
Das verantwortliche Kind sagt, macht nix, Mama, mach einfach die Cremeschicht dünner. Mach ich. Fast hab ich alles verstrichen, fällt mir auf: Kein Obst drunter! Hiiilfeeee!!!! Der Mann sagt, papps obendrauf. Keine Ahnung, echt jetzt, da sitzen doch die Raffaelomonster! Also die Creme wieder runtergekratzt. Den Himbeeren war es über Nacht im Kühlschrank zu kalt, die trugen plötzlich grüne und graue Pelzchen. Also Weintrauben schnippeln, die ich für was anderes wollte und deshalb ganz kleine genommen hatte, bingo! Kleine Kinder dürfen keine ganzen Weintrauben, war das so? und wollte ich verantwortlich sein, wenn sich so ein kleiner Gierschlund an meinen Weintrauben verschluckt?

Creme wieder drauf, Monster drauf. Minze vergessen. Haare gefönt, irgendwas angezogen, Laufmasche, neue Strümpfe, Gesicht gemalt, Abgang. Foto vergessen. Hmpf. Als mein Kind endlich zum Kuchenbasar kam, war keine Monstertorte mehr da. Dann muss sie wohl geschmeckt haben. Und nächsten Sonntag ist Kennenlernpicknick beim Großen, bis dahin kann ich wieder ein bisschen phantasieren ...