Sonntag, 20. November 2011

Kakaoboy

Manche stehen auf Cowboys, manche sitzen auf Pferden und einige wenige liegen auf Cowboys, die auf Pferden sitzen ...
Mein Sohn hat nach einer Wartezeit, für die es schon fast einen Trabant gegeben hätte, endlich sein Mama-Kissen. Und so wie Tom Hanks sagt ICH habe FEUER gemacht!, bin ich gestern durch die Nähstube gelaufen und habe verkündet: ICH habe KNOPFLÖCHER gemacht! Gut, dass mir das nochmal jemand in meinem Nähmaschinenladen erklärt hat, genaugenommen macht meine Maschine die Dinger ohnehin alleine, deswegen hat auch jeder Knopf sein maßgeschneidertes eigenes Knopfloch.

    

Die Knöpfe mussten sein, weil das Innenkissen ein echtes Federkissen ist und ich Reißverschlüsse auch nicht wirklich kann. Außerdem wollte ich an irgendwas die Nähmaschine vom Weltbildverlag ausprobieren (39 Euro), die wir der Tochter zu Weihnachten schenken wollten. Letztere natürlich nicht an den Knopflöchern :)

Jeder Knopf ist anders angenäht und beim Knopflochaufschneiden hab ich diesen echt guten Trick benutzt, damit ich nicht versehentlich in die Verriegelung schneide:

einfach am Ende des KL eine Stecknadel quer einstechen

Die Rückseite des Kissens ist aus schnörkellosem Nici-Plüsch in einem Farbton, der vermutlich desert heißen würde, dieses tiefsinnige Stylingelement ist sogar dem Kakaoboy aufgefallen :)

Donnerstag, 17. November 2011

Ich möchte ein Eisbär sein ...

Manche Leute haben einen größeren Verbrauch an Schlafanzughosen, da möchte ich jetzt nicht ins Detail gehen, sagen wir, das Kind ist gewachsen, auch das stimmt. Aus dem unendlichen Fundus meiner blühenden Stofflandschaften habe ich einen Eisbärenstoff hervorgezaubert, der mal das Futter einer Jacke werden sollte, die sich irgendwie nicht von alleine genäht hat. Inzwischen war das Stück Stoff, wie man leicht sieht, sogar für eine Pyjamahose zu wenig und musste mit einem kleinen Schneetreiben ergänzt werden.

Die Nähte sind weiß abgesteppt, eine Hosentasche (die der Hosenträger vor lauter Freude über ihre Existenz gleich mal mit Bonbonpapier gefüttert hat) sitzt in der Seitennaht, zwei weitere sind, eine (zu weit mittig) vorn, eine hinten, einfach so aufgesteppt. Die in der Seitennaht hat nur einen Taschenbeutelteil, der an der Vorderhose - zweimal nebeneinander gewollt krakelig - festgenäht wird. Klar, ist ja der gleiche Schnitt wie die Potter-Pyjama-Partyhosen (ottobre 1/2010, siehe Mme M) und auch die gleiche Größe, deshalb schlabbert sie noch ein wenig, aber wenn der Hosenträger so weiterwächst, gibt sich das in den nächsten Tagen. Der Hosenstall ist nur fake, aber: am Bund und auf der einen Tasche habe ich so altmodische weiße Baumwollknöpfe aufgenäht, auch nur fake, aber sehr stylish auf einem blauen Pyjama :)

   

Montag, 14. November 2011

Ritterschlag

Puh, doch noch geschafft! Mein Plattenbau ist fertig geworden, neben einem Kubikmeter verbrauchter Taschentücher ist auch ein Häuschen mit Garten gewachsen und wird für Weihnachten im Schuhkarton verschickt. Ich hoffe, ich hab keine Bazillen mit eingenäht ...


Den Ritterschlag hab ich von meiner kleinen Tochter bekommen: Etwas betreten meinte sie, weißt du, Mama, dein Haus finde ich viel schöner als mein gekauftes. Ich wünsch mir von dir zu Weihnachten auch so ein genähtes Haus, ja? Das hat man nun davon :) Und ich dachte immer, sie meldet ihre Wünsche noch bei Christkind und Co. an ...

Die Puppenrohlinge (mit denen ich nichts weiter mache), sind eigentlich zu klein für das Haus, genau genommen zu kurz, ein Einwand, den meine Große kurzerhand mit dem Kommentar durchwinkte, sind eben Kinder. Tja und der Hase ist irgendwie so grimmig geworden, dass ich gar nicht weiß, ob der mitdarf ... Das Grüne zwischen Hase und Püppchen ist ein Filzbett.


  

So, jetzt noch Süßkram und Murmeln und so Zeugs dazu und dann ab mit dem Karton! Das kleine Mädchen hat inzwischen erklärt, wenn ich ihr einen Baum auf ihr (gekauftes) Haus nähen würde, wäre das auch schon sehr prima, und die Katze hat es ihr angetan, davon hatte ich aber nur eine.

Freitag, 11. November 2011

Plattenbau

Am Montag müssen sie abgegeben werden, die Schuhkartons für Weihnachten und ich bin so was von nicht fertig!

Das Prinzesschen hat sich neulich von ihrem gesamten Taschengeld ein ricepeople-Haus gekauft, was ich aus Frust darüber erlaubt habe, dass sich der Sohn mit dem Segen seines heiligen Vaters 10(!!!) Packungen StarWars-Karten auf einmal kaufen durfte, wenngleich von seinem eigenen Geld und nachdem klar war, dass er um eine bislang für unumgehbar gehaltene OP erstmal herum kommt. Aber ehrlich, fünf zur Feier des Tages hätten es doch auch getan, oder?

Jedenfalls ist das Prinzesschen mit ihrem Haus glücklich, burda hat in der November-Ausgabe eine ähnliche Anleitung; nicht, dass man die dazu zwingend braucht, aber die Idee fiel halt auf vorbereiteten Boden. Ein Haus wird also diesmal verschickt, so ich fertig werde damit. Bis jetzt bin ich hier:

 
Die Maße vom Haus bestimmt der Schuhkarton, muss ja irgendwie reinpassen. Also die Bodenplatte nur so breit machen, wie der Karton hoch ist und die Giebelseite vom Haus nur so hoch, wie der Karton breit ist, dann passt es schon. Wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass das Perfektionistenhaus von außen echte Fenster und von innen eine kleine Gardine hat :)

Als Bewohner hab ich bei Edelhoff 4 Holzpuppenrohlinge gekauft, es gehen aber auch Fingerpuppen von IKEA o.ä.

Eine Rückseite und einen Fußboden gibt's schon, aber noch keine Foto. Und ich bring jetzt mein Fieber und meinen schmerzenden Kopf ins Bett :(

die Wege der Herrn

Heute ist St. Martin und da wir wenigstens noch ein Kindergartenkind haben, wurden noch mal Laternen gebastelt, unsere Schule macht da nix.

Das Prinzesschen erklärt schon seit den Tagen der Ohrenentzündung, eine Laterne aus einem Milchkarton haben zu wollen und hat auch gleich selbst Hand angelegt. Ich habe nur mit dem Cutter ein kleines Loch in jede Seite schneiden und das Transparentpapier suchen dürfen.


Sie geht also ganz puristisch, aber: selbst gemacht! Ihre Freundin, die heute zum Laterne basteln bei uns war und in mir Hoffnung hat aufkeimen lassen, mein Kind könne eventuell vielleicht doch mit etwas raffinierterem aufwarten wollen, hat sich zwar gestern eine ausgesucht, erklärte aber heute nach kurzem inneren Ringen, lieber spielen zu wollen und schwupp, waren die Grazien verschwunden. Und ich stand da und hätte mir zwischen Arbeit und Kita das Gerenne zu Edelhoff sparen können. Als ich dort alle Zutaten zusammen hatte, fiel mir das Schild auf, ec-Zahlung erst ab 10 Euro :( Ich hatte wirklich kein Bargeld, dafür aber schon am Montag ein sehr schnuffiges Buch entdeckt, das zunächst aus finanzkrisentechnischen Gründen dageblieben war, heute aber aus zahlungstechnischen Gründen zwingend mit musste :) Häkeln kann ich übrigens nicht. :)) Kann man das dann als Weiterbildungskosten geltend machen?? Na ja, also wenn ich schon eingekauft habe und dann noch nicht mal basteln lassen darf, weiß ich mir zu helfen und bastel eben selber. Leider gibts kein Foto, denn das Kind wurde abgeholt, als die Laterne für den kleinen Freundinbruder eben erst fast fertig war. Es war so was rosa hier aus dem da:

       
Das ist die Laterne aus dem Buch, nicht meine, und das Buch kann ich empfehlen (Frechverlag), jedenfalls, wenn man noch viele Martinstage mit kleinen Kindern vor sich hat.

Mein Großer konnte sich schon im vorigen Jahr nicht mehr für diesen Kinderkram erwärmen und hat sich - Überraschung!! - Meister Yoda ausgesucht. Ich wiederum, noch nicht wissend, dass der Kindesvater heute mehr tot als lebendig vor viralem Infekt sein wird, fand, das fiele deutlich in dessen Kompetenzbereich und so mussten die beiden heute abend krank, müde und kaputt eine Yoda-Laterne basteln. Der Rohling stammt aus dem Hobbystübchen, das kürzlich umgezogen ist in den Zwergensaloon Kopernikusstraße, den gab's bei Edelhoff nicht mehr. Dann haben sie im Netz nach einem Yoda-Bild gesucht und mit Backpaier mühsam auf den Karton übertragen, warum sie das nicht gleich auf das grüne Papier gedruckt haben? Na ja, aber delegiert ist delegiert, da darf man dann nicht meckern oder gar klugschnacken. Von Saturn hab ich noch Knickleuchtstäbe als Laserschwert mitgebracht. Immerhin konnte ich die Herren davon überzeugen, wenigstens hinten Sternenpapier einzukleben und ich glaube, jetzt werd ich krank.

    






Noch'n Lunchbag

Bei den lunchbags passiert es immer mal, dass einer weg ist, bevor es ein Foto gab, einer mit Gurken und Pelzhaken wird wohl unverewigt bleiben und dann noch einer mit Blaubeeren, aber von diesem hier gibts ein Foto:


PS: Hmpf, grummel, mecker, zwei lunchbags, die schon fix und fertig und sehr schön waren, aber noch auf einen genialen Verschluss warteten, der möglichst erst nachträglich ran muss, wurden kurzerhand weggeschleppt und sind nun wieder da, Knöpfe wurden gewünscht und praktischerweise auch gleich mitgeliefert. Bis dahin dachte ich noch Kunde König, Mensch-Wille-Himmelreich etc.pp. und trenne brav die lunchbags wieder auf, um nachträglich Knopfverschlüsse zu installieren. Nun gefällt mir aber der Knopf nicht (ich hatte einen ganz tollen, den aber nicht angenäht) und schon gar nicht, dass er goldfarbene Ergänzungen verlangt, würde ich freiwillig heidelbeerblau mit messing oder gold kombinieren, wenn das Ding eine silberne Innentüte hat? Nee. Ich hab schon als Kind die goldenen Beschläge auf dem schwarzen Sarg meines Großvaters bemängelt und meiner Oma nach der Trauerfeier erklärt, wenn ich mal stürbe, entweder einen braunen Sarg mit goldenen Beschlägen oder einen schwarzen mit silbernen zu wollen, aber lieber schwarz. Ich glaube, die Ansage hat ihren Tag nicht wesentlich besser gemacht, zumal Teil ihrer Wohnzimmereinrichtung seit Jahr und Tag eine schwarze Standuhr mit goldenem Beiwerk war, ich also Zeit genug hatte, mich an das Farbschema als solches zu gewöhnen. Aber ich war fünf und kriege deswegen vielleicht mildernde Umstände.

Eigentlich wär mir das auch alles ganz wurscht, wenn es nun nicht so wäre, dass ich den einen lunchbag nicht wieder zusammenkriege und im Grunde genommen meckere ich auch nur deswegen. Innenbag und Außenbag zusammenzufummeln, dass sich keine Fältchen oder Lücken bilden ist eine hohe Kunst, die mir nicht alle Tage glücken will. Und durch die Plastik- oder Isolierfolie ist es einfach so, dass man entweder genau wieder die alten Stichlöcher trifft (lach) oder den bag bei jedem erfolglosen Versuch wieder ein wenig kleiner machen muss, damit die alten Einstichlöcher verschwinden. Und wenn die Tüte wegen der Endlichkeit des Gurkenstoffs eh nicht XXL war, sind der Misserfolgsrate schon irgendwie Grenzen gesetzt.


Mit Sswiebel?

Das Prinzesschen gehört zur Ohrenweh-Fraktion, das wurde ihr förmlich in die Wiege gelegt, schon ihr Vater saß bei ihrer Geburt mit akuter Mittelohrentzündung neben sich und uns. Jedenfalls kommt in jedem Herbst der Tag, an dem sie ihr erstes Zwiebelpäckchen verlangt und von da an landet man, geht man immer der Nase nach, eher im Kinderzimmer als am Kochherd. Falls das außerhalb von Szene-Friedrichshain nicht so verbreitet sein sollte, bei akuten Ohrenschmerzen Zwiebeln fein hacken, wer will, kann sie in Topf oder Pfanne etwas erwärmen (IKEA Puppentöpfe eignen sich dazu prima), dann in ein Mulltuch einschlagen und ruff uffs Ohr. Selbstredend haftet so ein Zwiebelsäckchen nicht von alleine, man braucht auch eine relativ stramm sitzende Mütze, an der sich das Kind beim Schlafen aber möglichst nicht aufhängen sollte. So was haben wir eigentlich, nur, wenn dann noch Läuse dazu kommen, muss das geheiligte Zwiebelmützchen schon mal in die Wäsche. Und nun? Schnipp-schnapp, muss ein neues Zwiebelmützlein her. Vermutlich hätte es auch einfachere Möglichkeiten gegeben, aber die fallen mir nicht ein. Gott weiß, welcher Eingebung folgend ich mit der Innenmütze angefangen habe. Aus Ungarn hab ich mal eine Mütze (geborgt) bekommen, die hatte außen Taschen für warme Salzpäckchen, so behandelt man Ohrenschmerzen nämlich in Ungarn (kleines Baumwollkissen nähen (enge Stiche, sonst rieselt's), Salz einfüllen, Loch zunähen, das ganze in Pfanne, Backofen, Mikrowelle oder einfach auf der Heizung warm werden lassen [Vorsicht, wird gern heiß, nicht das Kind verbrennen] und ab damit auf's Ohr. Hilft auch prima und stinkt nicht so)

Also jedenfalls dachte ich mir, dass mein Zwiebelkind die Taschen natürlich innen braucht, der Schnitt für die Mütze ist aus der ganz neuen ottobre (6/2011, so eine türkise Cordmütze, Schirm weglassen und etwas kleiner nähen). Mit der Stoffauswahl habe ich mich etwas schwerer getan, eigentlich dachte ich spontan an rosa, aber dann hat sich alles in mir gesträubt, auf entzündete Ohren etwas rotes zu pappen. Also grün. Aber meine grünen Stoffe waren so unruhig, wer schon mal richtige Ohrenschmerzen hatte, weiß vielleicht , was mich umgetrieben hat. Von grün war der Weg nicht mehr weit zu blau, das beruhigt und neutralisiert und welch ein Wunder!, das Kind liebt die neue Mütze, obwohl kein Pups rosa dran ist.



Für die Taschen habe ich feinen Batist genommen und sie hätten ruhig einen Tick größer sein können. Den Mull falte ich so, dass nur eine Schicht zwischen Zwiebeln und Ohrseite liegt, dann kommt das Päckchen in die Tasche.

Ich hatte eine Tasche fertig (natürlich näht man zwei, könnte beim nächsten mal ja das andere Ohr treffen), da ging die Küchentür auf und das Kind kam weinend an Zwiehiebelpäheckchen!! Die sechs Stunden bis zum nächsten painkillershot noch eine Stunde weit weg, was mach ich jetzt??! Letztenendes hat sie sich geduldet, schon mal Zwiebeln gepellt und gewartet, bis das Innenmützchen fertig war.


Und kaum war die halbe Nacht rum, war das Mützlein auch schon ganz fertig :)) Und das Kind hat nun doch noch was aus dem Stoff, den ich für sie gekauft hatte, als sie noch ein Baby (ohne Rosamacke) war.


Fast hätte ich es vergessen: Am ersten Ohrenschmerzenmorgen in diesem Winter habe ich ihr das verlangte Zwiebelpäckchen gemacht und sie, da sie kategorisch erklärte, nicht in den Kindergarten zu können, mit zur Arbeit genommen. Morgens in der rappelvollen S-Bahn mit einem frischen Zwiebelpäckchen unterwegs zu sein, war sehr spaßig. Die Leute haben versucht, um jeden Preis von uns wegzukommen, war aber so ein enger S-Bahnwagen aus der Serie, die sie jetzt wieder aus der Mottenkiste geholt haben, es gab kein Entrinnen und die Leute standen dicht an dicht. Alle, die etwas weiter von uns wegstanden, dachten sicher, wer isst denn um die Zeit Döner?!!! und ich, schon völlig zwiebelimmun, werde das Kind, immer wenn einer ausstieg, auch noch hin und herschieben, damit sie sicherer stehen kann :)) Sorry Leute, ist mir erst hinterher klar geworden ...