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Montag, 30. Mai 2016

BoxerInnenshorts


passend zum Pfusch ein unscharfes Bild
Ich überlege, was ich mit meinen Kinderstoffen machen soll. Immer große Pläne, immer keine Zeit, die Kinder stehen nicht mehr auf Bienchen und Entchen und was man so alles entzückt nach Hause geschleppt hat. Das erzähle ich Freunden, die in meiner Küche rumsitzen, einer grinst und meint, also er hätte gern was mit Entchen. Mehr aus Blödsinn entscheide ich, ok, es wird Jux-Boxershorts mit Entchen geben (eigentlich weiß ich gar nicht, ob ich Entchen habe) und hole vorsichtig Erkundigungen zu anderer Leute Männer Unterhosengröße ein :)

Nun sind Boxershorts vielleicht nicht gerade das Bocuse d'Or einer Nähküche, aber ganz ehrlich: ich hab noch nie, wirklich noch nie einen Hosenschlitz genäht. Beherzt schneide ich zu. Japanpüppchenstoff, den ich statt Entchen finde. Ich finde einen Schnitt, aber irgendwie keine Anleitung (stand auf der gleichen Seite, sehen schützt vor Blindheit nicht, sagt mein Optiker).

Damit MEL sich angesichts meines gesteigerten Interesses am Drunter der Männer der anderen nicht hintenangesetzt fühlt, frage ich ihn, ob er auch eine will, wenn ich schon dabei bin. Er will. Mir schwant beim Anblick der zugeschnittenen Teile, dass es vorteilhaft sein könnte, MELs Hose zum Verständnis als Probehose zu nähen, um z.B rauszukriegen, was man wann versäubern sollte, schließlich will ich Eindruck machen mit Profi-Boxershorts, auch wenn's nur ein Jux ist. Dummerweise hab ich das laut gesagt, MEL guckt erst getroffen, dann entrüstet:

Nee, also Japanpüppchen findet er jetzt nicht wirklich männlich und danke, aber nein danke, wenn das die Probehose wird, dann nicht für ihn. Trotzig halte ich weitere drei Minuten daran fest, Japanpüppchen wären ein adäquater Entchenersatz, dann sehe ich ein, dass das ein wenig weit hergeholt ist. Kurzerhand bastle ich den Schlitz auf die andere Seite und nähe die Püppchenhose für mich. Ob ich in eine M passe, wird sich zeigen :) - und ob der Schnitt die Nahtzugabe vielleicht doch schon enthält - was nur gut sein kann, wenn ich das Ding jetzt trage.

disproportionaler Untertritt
Also murkse und improvisiere ich, mache einen Haufen Mist und pfusche das Dings irgendwie zurecht. Der Untertritt ist um die Hälfte zu schmal, warum auch immer. Auch sind die Knöpfe an idiotischen Stellen (ich fand, es müssten zwei sein, damit sie beim Sitzen nicht aufsperrt, natürlich wird sie genau das tun, denn in der Mitte ist kein Knopf, hmpf). Immerhin, jetzt hab ich eine Schlafanzughose mit Kindermuster und mit Knopf-Schlitzleiste in Mädchenrichtung, wer auch immer so was braucht. Ob sie mir passt, weiß ich noch nicht :) Und morgen such ich mir einen ordentlichen Schnitt mit Anleitung -. oder ich geb die Stoffe einfach so weg.

UnderStatement
Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, den Schlitz und die Innenseite vom Gummitunnel aus Kontraststoff zu machen, und, ja, eigentlich auch den Hosenbeinsaum von innen. Und dann dachte ich mit Marc-Uwes Stimme: Oder aber --- wir machen das nicht.

Montag, 23. Mai 2016

Kaktussitz

Lotus auf Kaktus
Das ist nicht der Sohn und Besitzer,
sondern nur ein Be-Sitzer, aber einer mit Schal ...
Der Sohn hat seine Liebe zu Kakteen und zum Blumengießen entdeckt, beides zusammen eher keine glückliche Kombination. Meine liebsten Kakteen waren schon immer Schwiegermuttersitze, nun gab's bei Stoff und Stil dieses Kaktuskissen als Nähkit, klar, das musste mit. Beim nächsten Mal würde ich nicht entlang der vorgegebenen Nahtlinie nahen, sondern diese zwei halben Stachellinien einfach "wegnähen", man sieht sie vorn mittig ganz gut, da passen die Stacheln nicht zusammen. Gefüllt wird es mit Unmengen von Styroporkügelchen und mir fiel wieder die Story ein, die jemand im Netz erzählt hat, deren Kater glücklich in einen Karton mit Styroporkügelchen gehüpft ist ...

ItaloRock

Um Ostern wollten wir eine andere WetterApp und sind gen Italien gezogen. Die unqualifizierte Zweidrittelmehrheit unserer Kinder hatte bis dahin erfolgreich und lange genug gemault, wir würden immer nur ohne sie wegfahren und sie wollen jetzt überhaupt mal den Schiefen Turm sehen ... Und was soll ich sagen, wir lieben den kleinen Wichtigtuer, der auf jedem Foto nachsehen muss, ob er auch drauf ist :)


Außerdem haben wir festgestellt, dass alles eine Frage der Perspektive ist, hier zum Beispiel hat sich eigentlich alles lotrecht ausgerichtet, Kran, Bäume, Turm ...


Anyway, die WetterApp ... Ich hatte damit gerechnet, dass es im April in Italien vielleicht schon ein µ wärmer ist als hier, laue Winde und so, und hab das kleine Mädchen gefragt, ob es nicht in Italien, wo es niemand sieht, eventuell bereit wäre, einen Rock anzuziehen. Nun gut, darauf hat es sich nach kurzem Zögern eingelassen, den Stoff haben wir zusammen ausgesucht, das Bündchen ist so ein breites Jerseystück zum Umschlagen, wenn man will. (Will man aber nicht, denn es wärmt den Bauch so schön). Da das Rockstöffchen ein Hauch von nichts ist, liegt er doppelt.

Das Röckchen war erstaunlich schnell fertig, Kind schlief schon und was genau mich geküsst hat, weiß ich nicht, MEL war's nicht :), plötzlich wollte ich diesen wunderschönen Bündchenjersey verwursten und hab noch schnell ein Kleid genäht. Also eigentlich habe ich zugesehen, wie unter meinen Händen ein Kleid geworden ist, es ging irgendwie wie von allein. Das Oberteil war mal eine Art h&m-Sommerhemdchen von mir, nur wurde es immer kürzer und hat oft und unerwartet Bauch oder Busen freigelegt. Aber die Farben fand ich soo schön und nun hab ich es einfach ratzfatz und ohne Herzbluten zerschnippelt.




Nein, der Gryffindorschal ist keine Fotomontage :)), ohne den geht nichts, wie wir später noch sehen werden. Was ich nicht wissen konnte, war, dass das Meer immer die Farbe vom Kinderkleid hatte, sie sahen sehr schön aus, Kind vor Meer und Meer hinter Kind.

Ob schwarze Spitzenunterwäsche oder Zeltunterhose,
alles muss raus, Venedig hin oder her ...
Aus Murano haben wir Glasperlen mitgebracht, hier haben wir eine in ein Armband geflochten.


Montag, 15. Juni 2015

Katerersatzkater

Wo gehört ein Kater hin? Auf's Sofa. Noch Fragen??

Eine Freundin, brauchte, fand ich, aus Gründen, die nicht hierhergehören, einen Ersatzkater als Katerersatz. Also hat sie ihn bekommen. Und ich bin ja so was von stolz, denn den hab ich ganz und gar ohne Anleitung und Schnitt gemacht, nur ein bisschen im Katalog der Beasts von Sigikid gekiebitzt :)

Mein großes Kind wollte den Kopf kaum mehr hergeben, als er fertig war und schnurrte nur: sooo weich!!, das kleine Kind hätte gern das ganze Katertier behalten und hat es unter dem Arm zur Schule getragen (wo Cobra dann übernommen hat). Wie der fertige Katerersatzkater in der Nacht hier so auf dem Stuhl saß, dachte ich auch jedesmal, ach, da bist du ja. Ich vermisse nämlich meine Muse ganz schrecklich und er saß da so katerig (wir kurzsichtigen erkennen ja eher Silhouetten).

Auf der Post, morgens vor der Arbeit: der Kater, ein Yogakissen und ein Sportbeutel müssen in ein Paket und zwingend binnen 24 h zugestellt werden. Ich packe alles auf die Waage, wieviel kostet das denn? Schluck. Ach, was soll's. Ein zweiter Postmann, im Vorbeigehen: Wassn das? Ein Schaf? SCHAAAF??? KATER!! Nee, da kuschelt er lieber mit seinem eigenen. Vor dem würde man ja Angst kriegen. ANGST??? Mein Postmann, besänftigend (hatte ich doch Blitze in den Augen??): Ach was, für Kinder ist das sicher niedlich. Ich sage ihm nicht, dass der Empfänger schon eine ganze Weile kein Kind mehr ist. Fast mach ich mir Sorgen, aber die Rezeption von Kunst liegt ja immer und so. Mein Postmann holt sein Demo-Paket runter, wir machen den Testlauf, Kater, Kissen und Beutel passen irgendwie rein. Während ich den Paketaufkleber beschrifte, bastelt der Postmann für mich das Paket zusammen. Postleitzahl??? Hab ich irgendwo im Telefon. Wo ist das Telefon? Der Postbeamte packt Kater, Kissen und Beutel geduldig in die fertige neue Kiste, ich beschrifte noch immer meinen blöden Zettel. Fertig! Hm, sagt der Postmann, ja wohl nicht Berlin, oder? Hab ich Berlin geschrieben??? Mein Postmann klebt das Paket zu. Mist, jetzt ist gar keine Karte drin! Dabei sollte doch auf die eine Seite "Ersatzkater" und auf die andere "Katerersatz". Planung ist alles. Meine Rückensensoren signalisieren Unmut. Oh, wo kommen denn die ganzen Leute her?! Ach ja, ist ja Post, Freitagmorgen vor der Arbeit, oh-oh ... 

Die Freundin dachte tatsächlich, ich schick ihr ein schwarzes Schaf und hat Beleidigtsein erwogen. (Der zweite Postbeamte: Sehnse!) Ich muss dringend an meiner Außenwirkung arbeiten. Oder nicht undeklariertes freestyle-Frachtgut verschicken. Wie ich gehört habe, hat der Kater (aber nicht unter falschem Namen!) seinen Zauber gewirkt :I

Sonntag, 14. Juni 2015

erleichtert

Eine Freundin von mir ist im Krankenhaus und hat sich hin und wieder eine Postkarte gewünscht, gern so eine vom Kneipenklo. Ich habe in letzter Zeit so wunderbare Postkarten gesehen und so viel gelacht, dass ich euch nur dringend empfehlen kann, mal wieder jemandem eine Karte zu schreiben. Irgendwann wird die Post ja mal fertig sein mit Streiken, oder man weicht nach sorgfältiger Erwägung der Destination auf die PIN AG aus. Die Freundin hat sich unvorsichtig außerhalb der PIN-AG-Zustellzuständigkeitshoheit niedergelassen, das hat sie nun davon :)

Aber das wollte ich euch alles gar nicht erzählen, sondern, dass mein kleines Kind und ich beim Suchen nach Werbepostkarten eine vom kleinen Kra gefunden haben, die so unbeschreiblich süß war, dass das kleine Kind krähte, sie wolle auch so eine Puppe nähen. Ähm, wie näht man eine Waldorfpuppe?

Erstling im Bau
Auf dem bernina-blog gibt es einen kostenlosen dreiteiligen Puppenkurs (in der Adresszeile die 1 durch 2 und 3 ersetzen), aber wie man die süße Nase hinkriegt, steht da nicht. Mein Erstling hat also keine Nase, aber Falten am Kinn und dazu ne geniale Frisur, die ich mal auf einer Kreativmesse als zerfitzteltes Reststück Leder gekauft hatte und bei deren Anblick mein großes Kind gleich maunzte: machste mir daraus eine Merida???

Jetzt, wie oft habt ihr euch schon über blöde eingeblendete Werbung geärgert? Eben. Der Google-Algorithmus hat  nach Auswertung meiner Eingaben ungebeten ein Puppenbild an meinen Bildrand gespuckt, für das ich ihm wirklich dankbar bin, dieses nämlich, eingebettet bei dawanda, ich soll ja Geld ausgeben. Und brav habe ich genau das getan. Bei yayapan habe ich ein entzückendes ebook gefunden, wie man Püppchen mit Nase und Popo näht und jetzt komme ich endlich zur Sache: Auf dem ganzen Blog nicht ein Kommentar! (okay, einer.) Die Puppen sind zum Niederknien süß und kein Mensch gönnt der Frau einen Kommentar. Und nun bin ich einfach nicht mehr traurig, dass hier so selten wer was sagt, wenn nicht mal die Kommentare hat.

Freitag, 24. Januar 2014

KamiKatze

Eigentlich wollte er ja zum Geburtstag.




Aber dann ist ihm was dazwischengekommen ...


Kindergeburtstage sind was für LEGO-Ninjas, fand er. Und ist zu Hause geblieben. Hier spielt das Leben, schau mir in die Augen, Kleine ...

Immer wenn ich Rosen krieg ....

Dienstag, 25. Juni 2013

wer sich selber nicht ehrt

Ich fahre bald weg. Wohin weiß ich nicht, das ist MELs gut gehütetes Geheimnis. MEL sagt, ich soll mir ein Buch mitnehmen, Krieg und Frieden Teil 1-4 oder so. Aha. Wenn ich was gutes lesen will, schreib ich's mir selber, soll mal irgendwer gesagt haben, ich könnte ja vorsichtshalber die süße kleine Tastatur mitnehmen, natürlich nicht in ihrer schnöden Plastiktüte, ist ja klar. Dafür gab es doch so XXL-Milkapapier. Warum es mir leichter erschienen war, aus mehreren Mini-Rittersportpapieren eine Hülle zu machen, kann ich jetzt im Nachhinein beim besten Willen nicht sagen.


Mit Probieren bekomme ich heraus, dass ich pro Seite 15 brauche, also 30 (Papiere, nicht Kilo auf den Hüften). Leider fehlen mir zwei. (Wieder Papiere.) Erstes Handicap. (Heute morgen entdecke ich fünf auf der Wäscheleine, hmpf.)

In meiner Nämaschine ist derzeit eine Zwillingsnadel. Nach 6 Jahren habe ich in der Bedienungsanleitung Zwillingsnadeln nachgeschlagen und siehe, da gibts nen Knopf, den man drücken muss und außerdem steht da, wo und wo nicht der zweite Oberfaden lang soll. Ganz überraschend werden die vorschriftsmäßig vorbereiteten Zwillingsnähte schön, sauber und stabil, anders als in der och-was-brauch-ich-ne-Anleitung-freestyle-Variante. 

In den alten Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat, hatte ich mir optimistisch ein hypersexy langes Jersey-Schlauchkleid zugelegt und dachte, das wird schon. Für die top-secret-Reise mit MEL bin ich erwartungsfrei in das Kleid gestiegen, habe beherzt in den Spiegel gesehen und dann zur Schere gegriffen.

Als T-Shirt ist das Kleid ne Wucht. Und den Rock krieg ich auch noch hin. Mit der Zwillingsnadel. Die ich bis dahin nicht ausbauen will. Zweites Handicap.

Ich werde also meine erste wattierte Schokopapier-Patchwork-Tastaturschutzhülle auf der IKEA-Maschine meiner kleinen Tochter nähen. Selbstredend ist es schon Nacht, als ich anfange.

Der widerliche Perfektionist hält durch bis zum Ende des ersten Konserven-Tatortes, dann hat er genug. Den zweiten Teil mach ich mit mir alleine, für mich alleine. Meine Motivation schwächelt ein wenig. Ich mag keine Rittersport. Ist mir zu dick. Keine gute Haptik für meinen Geschmack. Aber schließlich will ich ja nur eine Tastatur verpacken, und zwar pronto, soll schließlich auch noch ein Rock werden. Mit der Zwillingsnadel.

Folgende Erkenntnisse werde ich parallel zu den fortschreitenden Ermittlungen des zweiten Konserven-Tatort-Teams gewinnen:
  1. Eine Tastaturhülle zu polstern mag eine wunderbare Idee sein. Ob man dazu Vlieseinlage UND tarnfarbenen Fusselstrick nehmen muss, könnte man sich genauer überlegen. Auch, ob sich die Fusseln vom Futter nicht etwa in der Tastatur absetzen.
  2. Die frei wählbare Stichlänge ist ein großes Geschenk der ehrenwerten Nähmaschinenbauergilde an die Hausfrau.
  3. Die Stichlänge nicht frei wählen zu können und dann Schokopapier, Volumenvlies und Fusselstrick durch die IKEA-Maschine jagen zu wollen, ist eine 16U (näheres dazu siehe 11. Leben Blaubär) Oder vielmehr eine 1U32M. Das sagt ja wohl alles. Das reißt auch kein Teflonfuß mehr raus.
  4. Mehr Dicke gleich weniger Breite. Das hatte sich mir bisher im richtigen Leben etwas anders dargestellt.
  5. Wenn man keine Lust hat, etwas richtig zu machen, soll man es lassen. Gut, das wusste ich eigentlich schon. Also besser: Auch wenn man etwas für sich selber macht, darf Mühegabe vorhanden sein.
  6. Reißverschlüsse kann man lernen. Der hier ist schon richtig prima.
  7. Die Tasche ist nach dem Wenden zu klein für die Tastatur. Hätte ich mehr Schokolade essen sollen? Nein, ich sag doch, da waren noch welche auf der Leine. Aber selbst wenn ich die gefunden hätte, wäre mir nicht eingefallen, noch eine Reihe mehr in der Breite zu basteln. Ist also fast entschuldigt.
  8. Ich hätte einfach ins Bett gehen sollen.



Jetzt habe ich hier eine Tastatur in Original-Plastiktüte und eine gepolsterte Rittersport-Patchwork-Krepelchen-Tasche mit Tarnfell-Futter, mit der ich nichts anfangen und die man nicht mal verhökern kann, weil die Buchfolie auf der Rückseite so blöd viele Blasen geworfen hat und der widerliche Perfektionist findet, das kann man doch nicht als magacuki rausgeben! Das sei ja schlimmer als ein Billigplagiat made in PRC. Und nu? Doch Krieg und Frieden?

Montag, 18. März 2013

Einmal schnell gesund werden bitte!

Was tun, wenn die beste Freundin nicht in die Schule kommt? (Wozu dann hingehen?) Was tun, wenn einen die Eltern bei der besten Freundin abschmeißen wollen, damit sie am Sonntag Mittag ins Kino können und sich herausstellt, dass die beste Freundin mit Mittelohrentzündung und Bronchitis zu Hause rumkrächzt? Na ist doch klar, erste Hilfe leisten! Ganz fix noch vor dem Kinobesuch die eigene bewährte Zwiebelmütze und zwei Zwiebeln und etwas Mull vorbeibringen (und sich dann woanders abschmeißen lassen, immerhin kann die Mütze ja nur einer gleichzeitig benutzen, also besser nicht anstecken ...) Eine Zwiebelmütze ist eine Mütze, in deren Futter in Ohrhöhe kleine Taschen für kleinhackte Zwiebeln genäht wurden. Das macht man hier in Berlin gerade so :) Unser Kind (ihr Bett, unser Bett) roch jahrelang jeden Winter nach Zwiebeln, kaum hatte ich die Mütze genäht, hatte sich das Problem verwachsen. Das nenne ich Therapieerfolg!

Unsere nunmehr arbeitslose Mütze konnte also ohne weiteres verborgt werden. Dann wurde es Zeit, zweite Hilfe zu leisten. Wenn die beste Freundin krank ist, hat sie keinen zum Kuscheln, Kuscheln macht aber gesund, was könnte also besser helfen als ein Kuschelkissen von bester Freundin zu bester Freundin? Ein Kuschelkissen mit einer Packung Taschentücher natürlich! Gesagt, genäht: 


Das ist übrigens der Rest von der Mama-Jeans, aus der unser Einschulungskleid wurde. green line-iger geht's nun wirklich nicht mehr. In der Po-Tasche soll ein kleiner Bär wohnen, der wurde aber nicht fertig und das Kissen muss doch endlich zum Krächzkind, zum Gesundkuscheln ...

Genäht hat das Prachtstück - das Kind! Ich bin völlig von den Socken, immerhin ist sie erst sechs und hat erst vor zwei Tagen angefangen, ernsthaft an ihrer Maschine zu nähen. Die Zackenlitze am Bund hat sie angenäht, das hätte ich kaum gerader hinbekommen. Und an jeder Gürtelschlaufe musste man anhalten und neu anfangen, sollte ja nicht rübergenäht werden. Sie fädelt die Maschine ein und wechselt die Spule, als hätte sie nie was anderes gemacht.

Den Plüschstoff von der Rückseite mussten wir stückeln, da ist etwas Schwung in der Naht, aber der durfte bleiben. Zum Zusammennähen habe ich ihr das Kissen geheftet, weil das Plüschzeug doch ziemlich rutscht, wenn es nur mit Nadeln fixiert ist. Genäht hat sie auf ihrer IKEA-Maschine mit Geradstich.


Beim Abgeben des Kissens stellt sich raus: Luigi kommt morgen wieder in die Schule. Na das hat ja superschnell geholfen :)

Freitag, 15. März 2013

Gelber Gießkannenorden am Bande

Letzten Herbst, es war schon ziemlich lange Herbst, bekam die Schule meiner Kinder plötzlich irgendwoher Geld für Pflanzen. Und wie das so ist, nicht im Frühling, sondern eben jetzt, im Bewilligungszeitraum. Also wurden Pflanzen gekauft, die hoffentlich das Einsetzen in ziemlich kalte Erde nicht übelnehmen würden und auch bereit wären, den nahenden Winter auf einem Schulhof mit Schlitterbahn und Schneeballschlachten zu überstehen. Neben Buddeln und Einpflanzen stand auch Gießkannenschleppen auf dem Samstagsprogramm der engagierten Eltern, nur den Schlüssel zum Wasserhahn musste man sich als Gießkannenschlepper hart erkämpfen.

Als kleines Dankeschön (und als willkommene Abwechlung für MissMagacuki, die einen kompletten Tag lang T-Shirts und Pyjamas genäht hatte und urplötzlich davon gründlich genug hatte) gab es deshalb den

Gelben Gießkannenorden am Bande 

für den Gießwasserschlüsselhüter. Zum garantiert-wiederfinden sozusagen. Erzieher, die samstags in die Schule kommen, um Grünzeug zu pflanzen, die die Altpapierwaage nicht nur an Altpapiersammeltagen zum Kleinlaster schleppen und überhaupt ziemlich nett zu Kindern UND müden Eltern sind, selbst, wenn es nicht die eigene Klasse ist, sollen dann von mir aus auch mal streiken dürfen, wenn sie müssen.

Das superpassende gelbe Schlüsselband habe ich dem Technikmuseum abgeschwatzt und die Nähte zum Bandaufnähen aufgetrennt :)

Sonntag, 24. Februar 2013

In die Betten ihr Affen!



So sehen sie aus, die affigesten Pyjamas, die wir haben :) und das ist der Stoff, der mich den Kampf mit Raglan, Jersey & Co. aufnehmen lassen hat. Meine Äffchen sind sehr glücklich damit. Die Mädchenvariante hat orange-gelbe Bündchen, die Jungsvariante braun-beige geringelte. Was nicht geklappt hat, war, die Raglans links auf rechts zu nähen, wie es die Ottobre-Anleitung wollte, weil sich meine Flatlockstiche gewehrt haben. Aber ganz bieder rechts auf rechts siehts auch gut aus.

Anleitungen: ottobre 6/2009, Modell 34-37

Miss Magacuki proudly presents ....

ICH HABE MICH GETRAUT!! An Ärmelbündchen, Halsausschnitt, Jersey und Raglanärmel! Angefangen hat es mit quietschgelbem Affenstoff, der mich im Laden angebrüllt hat, er wolle noch heute zwei Schlafanzüge werden. Jetzt. Sofort. Keine Widerrede!

Dem konnte ich mich schlecht widersetzen. Und bei diesem hier hatten es mir die Hasen angetan. Den glattorangefarbenen Jersey hatte ich vor geraumer Zeit vom Maybachufer mitgebracht.
 Zuerst dachte ich an ein Häschen auf dem Vorderteil, fand dann aber Pilze und einen fliegenden Schmetterling spannender.





Mein kleiner grüner Kaktus

wurde heute als Geburtstagsgeschenk davongetragen. Da wir keine spitzen, stechenden oder schneidenden Dinge verschenken, ohne Nadeln. Uns war so klar, dass das ein Nadelkissen ist, dass wir glatt vergessen haben, es beim Verschenken dazuzusagen und sich die Geburtstagsgesellschaft ganz nach Goetheschem Vorbild über Stunden über den Witz Wie heißt das Ding? - kak-kak-kak-tuss! oder Was ist die veredelte Form von Kaktus? - Kaktussi! bekicherte und das für den tieferen Sinn des Geschenks hielt. Erst als ich viele Stunden später einer plötzlichen Eingebung folgend zum Geburtstagskind sagte, dem Kaktus musst du die Stacheln selber machen, wenn du deine Stecknadeln reinpiekst, erhellte Verständnis das kleine Gesicht und wir waren als Geburtstagsgeschenkausdenker wieder rehabilitiert. Dazu gab es in Knöpfe gegossene Seife, andersrum natürlich! und für den nichtgeburtstaghabenden Bruder einen in Seife gegossenen Karabiner.


Wer hier schon länger liest, merkt es: Wir können jetzt Seifenschichten miteinander verbinden, hüpfhoch! Der Trick ist, die noch flüssige Seifenschicht mit Alohol zu besprühen. Hätte ich in PhysikChemie besser aufgepasst und mehr verstanden, könnte ich euch jetzt lückenlos einleuchtend erklären, warum, so sag ich einfach nur: Es geht und die Seife wird superklar. In der Form waren vormals Oliven.

Eine Superanleitung für den kleinen Kaktus habe ich auf dem Blog von Wish-Crafting gefunden. Danke! Ich hab noch andersfarbige Erde rangenäht und eine Knopfblüte. Da unser Werk aus doppelseitigem Fleece ist, konnte ich immer nur je zwei Teile mit der Maschine zusammennähen und musste die dann im letzten Schritt von Hand zusammennähen. Ging ganz gut. Statt Tontopf nehme ich einen kleinen Zinkeimer, der kann ruhig mal runterfallen. Unseren hier gab's mal bei IKEA.

Das Nähthema hatten wir nicht aus missionarischem Eifer, sondern weil das beschenkte Kind eine eigene Nähmaschine von seiner (nähwütigen hochkreativen) Mama bekommen hatte, was wir als vorbildliche Gäste schon wussten. Mein eingeladenes Kind hat die Form der Kaktussi gewählt und gestopft, ich hab genäht. Außerdem hat das Kind die Knöpfe für die Seife ausgesucht und Seife geschnippelt.

Dienstag, 12. Februar 2013

Fasching mal wieder


Meine Kinder sind toll, ganz aktuell, weil immer nur einer von beiden ein aufwendiges Faschingskostüm haben will. Das kleine Mädchen hatte in vollendeter Eigenregie beschlossen, seine schwarze Kuscheljacke, eine enge schwarze Hose und einen schwarzen Rock anziehen zu wollen, nur einen Schwanz an die Hose, Ohren und Schminke zu brauchen und dann Katze zu sein. Aus lufthärtendem Ton hat sie sich noch eine Maus geknetet, ihr Bruder hatte ihr eine Halskette aus IKEA-Mäusen vorgeschlagen, aber die hätten ihr leidgetan beim Auffädeln. Sie ist auch als Katze überzeugter Veggie.

Miss Magacuki: Dann muss der Schwanz doch aber an den Rock und nicht an die Hose ... 
Kind: Dann bin ich eben ein Kater. Ohne Rock.

So sei es. Im Kaufhof lag bei den Strickproben etwas schmales, flauschig-schwarzes, vielleicht ein schmaler Schal, aber ganz sicher ein perfekter Katerschwanz. Daher die Idee, den Schwanz zu stricken. Mit der großen Strickliesl. Und Fusselgarn. Ganz blöde Idee. Im zweiten Versuch wurde aus einem halben Knäuel Brazilia (Schachenmayr smc) und vier Nadeln Gr. 3,5 (Nadelspiel, 6/6/8 rechte Maschen) ein passabler, flauschiger Katzenschwanz. Für ein realistisch-unregelmäßiges Aussehen lasse man ungefähr auf halber Höhe zweimal kurz hintereinander je eine Nadel rausrutschen, versuche, alle verlorenen schwarzen Maschen im Fransendickicht bei Kunstlicht wiederzufinden und zurück auf die Nadel zu fummeln und spreche ein energisches **''§$"! Das sollte funktionieren.

Die Ohren sind eine Lage dicker schwarzer Filz und eine Lage ganz dünner lachsfarbener Bastelfilz übereinander. Mir gefiel besonders, dass sie die rosa Teile anders geschnitten sind als die schwarzen, nicht nur kleiner. Meine Maschine näht das ohne zu murren aufeinander, aber man kann auch kleben. So, Ohren mit ein paar Stichen an die Kapuze genäht, Schwanz an die Hose gehext, fertig.


Das mittlere Kind recycelte umweltgerecht den geliebten Yeti vom vorigen Jahr und verkündete, Chewbacca sein zu wollen. Dazu brauche er eine Fellhose und einen Patronengurt. Von den meisten Kindern wurde er auch erkannt. (Wobei es auch Kinder gab, die die kleine Katze für Darth Vader hielten, nur weil sie mal kurz ein Laserschwert halten sollte.) Alle, die keinen küchenfertigen Yeti zu Hause haben, finden in der Januar-burda 2013 die gesamte StarWars-Kollektion zum Nachnähen. Was eine Hose angeht, nunja, ein bisschen warm vielleicht. Ich mache lieber Stulpen mit Korsettschnürung, die durchaus noch etwas Feinjustierung vertragen hätten, wenn, ja wenn ich nicht erst in der Nacht vor dem Fasching endlich angefangen hätte. 
 
Aber grundsätzlich war die Idee gut, mit der Lochzange Löcher ins Fell zu machen und Schnüre durchzuziehen. Aus dem dicken Filz von den Katzenohren sollten die Chewbaccafüße noch unbedingt Krallen bekommen wie schon beim Yeti, wird gemacht. Das beste war jedoch unsere Actimel (und Generika)-Orgie, denn die leeren Fläschchen wurden zu einem 1a-Patronengurt. Noch besser sah der Gurt mit eigens zu diesem Zweck angeschafften und geleerten Yakult-Flaschen aus, weil die kleiner sind, aber das Zeug ist ja so teuer und dermaßen süß, dass ich es nicht orgientauglich finde. Jede Flasche wurde zweimal durchbohrt (dicker heißer Nagel [Zange!] - also zweimal rein und auf der anderen Seite raus), zwei Lederschnüre parallel durchziehen (Motorradläden verkaufen schöne lange Lederschnüre) und wenn das Kind genügend Flaschen aufgefädelt hat, kann es sich das Ding wie eine Schärpe umhängen. Dass man die Beine auf dem Bild nicht sieht, liegt daran, dass die Stulpen dauernd gerutscht sind und er sie da schon entnervt ausgezogen hatte. Sie hätten einfach enger sein sollen. Die Mütze gab's fertig von nici.

Das große Kind macht Bikini-Fasching am anderen Ende der Welt.


Ich selber hatte zunächst mal einen klassischen Bürohengst, bevor ich mich in einen fotografierenden Cowboy verwandeln konnte. Yieha.

Wunderschöne Kostüme mit Nähanleitung und eine gute Investition, wenn man kleinere Kinder hat, die noch ein paar Jahre Kostüme brauchen, ist übrigens das Buch Feen, Drachen, Könige (Bassermann)

Samstag, 9. Februar 2013

Pssst!

Freunde sind Leute, die einen ganz genau kennen und trotzdem mögen; meine Freundin meinte auf mein geflüstertes Bekenntnis, ich würde jetzt zum Spießer, wie ich denn das zu bewerkstelligen gedenke. Ach, that's what friends are for! Jetzt geht es mir gleich besser, obwohl ich eine Tischdecke genäht habe. Eine Tischdecke, in meinem Haus! Aber ich bin total froh über diese spießige Idee von mir, denn ich habe bei der Gelegenheit eine Superanleitung gefunden, wie man Briefecken näht. Das sind diese Ecken im Saum, die im 45-Grad-Winkel aufeinandertreffen. Und nur eine der vier Ecken hatte ich in der falschen Richtung zugenäht, das ist ne echte Leistung! Ähm, na gut, erstmal alle vier, aber nach dem Trennen dann nur noch eine :)

Den Dialog zwischen MEL und mir, der der Tischdeckennäherei vorausgegangen ist, will ich euch nicht vorenthalten:

MM: Magst du eigentlich Tischdecken?
MEL: Ja, sehr.
MM: Was denn für welche?
MEL: Saubere.


Samstag, 12. Januar 2013

Bitte mach mir ein Schaf!


Seit gestern fühle ich mich wie beim kleinen Prinzen. MEL beschied der kleinen Prinzessin ungewohnt kategorisch, sie würde den Shoppingtempel NICHT mit dem von ihr bereits halb adoptierten Schaf verlassen und die einzig denkbare Art, wie weitere Plüschtiere bei uns Aufenthaltsrecht bekämen, wäre, wenn sie hier geboren werden, also wenn ich welche nähe. Außerdem hätte sie eins zu Hause. Das ist ihr neu. Eine weitere Stunde lang wird das Kind nur noch mäh! sagen, zu Hause fördern wir lediglich ein Eierwärmerschaf zutage, zum Frühstück gibt es gekochte Eier,


damit das gefundene Schaf artgerecht gehalten wird und irgendwann fällt er, der Satz: Kannst du mir ein Schaf machen? (Oder hatte ich gesagt, ich mach dir eins?)

Wir studieren unsere Schaf-Schnittmuster. Auftritt kleiner Prinz: Nein, das nicht. Das auch nicht und jenes auch nicht. Ich war kurz davor, eine Kiste zu nähen. Vorher finde ich burda-Schnitt 9731, nach dem ich vor Jahren mal einen Hund genäht habe, der bei uns bis heute nach seiner Modellbezeichnung B-Hund heißt. Zufrieden zeigt das Kind auf Modell E und erklärt, dieses da bitte. Modell E ist ein Hase, wie sich beim Zusammensuchen der Schnittteile zeigen wird. Unbeirrt zeigt sie auf Vieh E und sagt, nicht der Hase, das da, das Schaf! [es gibt in dem ganzen Schnittmuster offiziell kein Schaf]. Was soll's, der E-Hase bekommt den Schwanz vom B-Hund und freihand-abgerundete Ohren, das Kind das Versprechen, Stecknadeln rausziehen und das Schaf stopfen zu dürfen. Das tut sie gründlich. Nun sieht es  also so aus und der kleine Prinz ist glücklich mit seinem Schaf ins Bett gegangen :) Mission completed.

das ist KEIN  Schaf :)

der B-Hund

unser B-Hund

alles nur geklaut ...

Ich werd mal erzählen, wie das mit der Inspiration bei mir funktioniert, dass ich nicht malen kann, sagte ich ja schon. Also: Meine Tochter hat einen Schulfreund und der ein Foto von sich mit Monster. Das Monster fand ich cool und grobmotorikertauglich und habe es diesmal nicht einfach nur gespeichert (wo ich es nie wieder suchen werde), sondern war am Fotoautomaten.

Und nun pappt das Monster auf einem T-Shirt (es war noch orange/grüner Fleece übrig) und wird morgen zum Geburtstag verschenkt. Der Witz an der Sache ist der, dass ich den Schulfreund, wenn ich mich nicht sehr doll irre, als er noch deutlich weniger groß war,  singen hören habe, "es ist alles nur geklaut ..." :))) Danke, mein Lieber, für die Inspiration.

abmalen, feststellen, dass der Stoff nicht breit genug ist
für den Grobmotorikerentwurf, schrumpfen
ein bisschen improvisieren ...
ein bisschen angeben
und schon: alles nur geklaut, na gut, das T-Shirt nicht :)

Möglich, dass ich mich jetzt als Kunstbanause oute und das Monster ganz fürchterlich berühmt ist, mir gefiel es mit einem zeigenden Arm einfach besser.

Übrigens finde ich es spooky, dass man einfach so an die Fotos von anderen Leuten kommt. Obwohl ...