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Samstag, 9. Februar 2013

Pssst!

Freunde sind Leute, die einen ganz genau kennen und trotzdem mögen; meine Freundin meinte auf mein geflüstertes Bekenntnis, ich würde jetzt zum Spießer, wie ich denn das zu bewerkstelligen gedenke. Ach, that's what friends are for! Jetzt geht es mir gleich besser, obwohl ich eine Tischdecke genäht habe. Eine Tischdecke, in meinem Haus! Aber ich bin total froh über diese spießige Idee von mir, denn ich habe bei der Gelegenheit eine Superanleitung gefunden, wie man Briefecken näht. Das sind diese Ecken im Saum, die im 45-Grad-Winkel aufeinandertreffen. Und nur eine der vier Ecken hatte ich in der falschen Richtung zugenäht, das ist ne echte Leistung! Ähm, na gut, erstmal alle vier, aber nach dem Trennen dann nur noch eine :)

Den Dialog zwischen MEL und mir, der der Tischdeckennäherei vorausgegangen ist, will ich euch nicht vorenthalten:

MM: Magst du eigentlich Tischdecken?
MEL: Ja, sehr.
MM: Was denn für welche?
MEL: Saubere.


Donnerstag, 7. Februar 2013

keine halben Sachen

Hmpf, also heute beim Schalhäkeln hat sich herausgestellt, dass das, wovon ich meinte, es seien dank der myboshi-Jungs endlich richtige halbe Stäbchen, doch einfache Stäbchen sind (und keine halben), ich somit also "schon immer" vorschriftskonforme einfache Stäbchen und sogar korrekte halbe Stäbchen konnte. Nur hab ich mir das nicht geglaubt oder bin in der Anleitung verrutscht, jedenfalls kann ich jetzt halbe und einfache Stäbchen und hab vielleicht ein paar Mützen nicht nach Vorgabe gemacht. Schade, dass mir das erst aufgefallen ist, als ich bei einem Maschenanschlag von 224 Maschen die erste Reihe fast durchhatte, natürlich mit dem, was ich heute Abend noch fälschlich für korrekte einfache Stäbchen gehalten habe, die irgendwas ganz anderes sind, was vielleicht noch gar nicht von der Häkelgesetzgebung erfasst worden ist. Dafür passt jetzt zufällig die Mütze aus falschen halben Stäbchen zum Schal aus richtigen einfachen Stäbchen. Alles klar?

Bevor ich mir nach vollendeter Reihe 2 des Monstermaschenschals überlege, doch noch einmal in die Stäbchen-Anleitung zu sehen, muss ich noch für Wollnachschub sorgen, jede Reihe frisst  in der aktuellen Stäbchenvariante tatsächlich geschlagene 50 g. Demnächst wird hier wieder gestrickt, glaube ich ...

Dienstag, 14. August 2012

Habt ihr schon mal ...

... einen Film mitfinanziert? Ich nicht. In Berlin hängen neuerdings Plakate rum "When was the last time you did something for the first time" - HEUTE! Macht ihr mit? Lasst uns doch zur Abwechslung mal einen Film finanzieren, wir treffen uns im Abspann :)





Freitag, 3. August 2012

Fleckentferner

Mein Lieblingsfotograf [Anita, du bleibst natürlich meine Lieblingsfotogräfin, aber er war eher da ;)] kann nicht nur leckeren Kuchen backen, wie ich heute gelernt habe, sondern hat meine Kamera wiederbelebt, yippie! [Schöne Fotos macht er selbstredend auch und er kann sich auf Hochzeiten gänzlich unsichtbar machen, das ist ziemlich cool.]

Das waren nämlich keine Fettflecken auf der Decke für meine Mutter :)

Jetzt kann ich also: die Decke, ein Einschulungskleid für Mama, ein Einschulungskleid für Papa das neue Schulkind, vier Seidenkleider geschrumpft, eine kleine Maulwurfhose im falschen blau, ein sleepsheet für 2 (wer nicht weiß, was das ist, willkommen, ich weiß es auch nicht, muss aber noch eins machen), eine Haremshose, ein Strandkleid, eine Winterjacke, Unterwäsche, ein Nachthemd, eine Pyjamahose, noch eine Pyjamahose und noch eine Pyjamahose, zwei gepatchte Taschen und ach ja, einen grüngewandeten Engel fotografieren. Wenn sie fertig sind :) Wieso ist auf dieser Liste eigentlich nur eins meins??!!!

Mittwoch, 1. August 2012

Hah! Fertig!

Dass einen die Kinder manchmal schocken, ist nichts neues. Ganz manchmal gelingt es uns, den Spieß umzudrehen. Diesmal hat die Schweiz geholfen. Ich bin nämlich sauer. Auf die Schweiz. Die haben ihr diesjähriges Feuerwerk abgesagt.

Jetzt hab ich viel Zeit, denn ich brauche kein umwerfendes gänzlich unangestrengtes Kleid mehr, jedenfalls nicht mehr ganz zwdringend. Zuerst wollte ich in dumpfes Brüten verfallen und mir leid tun, musste dann aber feststellen, dafür hinderlich viel erschreckend gute Laune zu haben. Blöde Endorphine vom exzessivern Figurrettungsschirm! Um das zu verstehen, müssten wir eine kleine Tour in den Keller machen, Leichenschau ...

Wenn du Kummer hast, arbeite, sollen unsere Großmütter ihren Töchtern beschieden haben, also frage ich das ahnungslos auf der Couch facebookende Kind, na, was ist, wollen wir dein Wickelkleid nähen?? Sie guckt mich an, als könne sie den Sinn meiner Worte nicht erfassen. Die Kinnlade in Denkerposition fragt sie sich ganz offenkundig, ob ich gesagt haben kann, was sie verstanden hat. Ich feiere.

Ungläubig haucht sie: Ernsthaft? Klar ernsthaft. Ich mache das blöde Wickelkleid fertig, mit dem sie mich seit wann eigentlich nervt und weil es durchsichtig ist, auch noch den Hauch eines Unterkleides. Jetzt ist sie es, die einfach umwerfend aussieht :) Und den Kellerschlüssel deponieren wir - bei der Schweiz.

Sonntag, 29. Juli 2012

24 Stunden FengShui + Überstunden

Wenn meine Mutter nicht Geburtstag gehabt hätte, wer weiß, wie lange meine Lethargie noch angehalten hätte. Wie war das doch gleich?, viele Leute haben ein Motivationsproblem, bis sie ein Zeitproblem haben? :)

Aber ich hatte plötzlich das Gefühl, wenn ich nicht meine Bude entmiste, dann komm ich nie auf die Füße. Ich besitze ein Buch mit dem vielsagenden Titel, du bist, wie du wohnst, Entmisten Sie Ihre Wohnung in 24 Stunden, das klang vielversprechend und nach einem Plan, leider war es unauffindbar :)

Aus den 24 Stunden wurden dann 80, in vier Tagen (ehrlich). Ein nachher-Bild stelle ich mal hier ein, weil ich nach Jahren endlich einen Vorhang für unseren Hängeboden gemacht habe. Congrats Miss Magacuki! Und das Nähen geht auch viel besser seitdem. Natürlich ist es jetzt auch hinter dem Vorhang ordentlich und entmistet :)

Das Buch gibts im Internet als pdf, ich find's bloß nicht mehr.


Mittwoch, 4. Juli 2012

über's Ziel hinausgeschossen

Eigentlich wollte ich nur einen Teflonfuß. Weshalb ich meinte, einen zu brauchen, hab ich vergessen. Eine kleine Internetrecherche ergab, dass das mitnichten ein drei-Euro-Artikel ist, wie ich gedacht hatte, sondern man dafür locker irgendwas zwischen 12 und 19 Euro berappen darf. Ich meine, wir reden hier von einem Plastikfuß ... Im Zubehörladen meiner Wahl, an den ich mich nur in ganz speziellen Fällen wende und den ich aus verschiedenen Gründen im Normalfall boykottiere, hatte ich heute unerwartetes Glück und traf auf gleich zwei nette Verkäuferinnen. Aber auf keinen Teflonfuß. Nun hätte man, wenn man eh vergessen hat, weshalb man das Ding unbedingt zu brauchen meinte, den Wink auch gerne verstehen und den Laden flugs verlassen dürfen, aber halt!, EINEN Teflonfuß gab es - als Set in einer Kiste mit noch x anderen. Meine Vermutung, die ganze Kiste wäre doch sicher popoteuer, wird freundlich entkräftet, schon für den Preis von 2 Teflonfüßchen hab ich die ganze Kiste inkl. verdecktem RV-Fuß (davon hab ich schon 2), Biesenfuß, Obertransporteur (den wollte ich in der Tat schon lange haben) und anderen, deren Sinn und Behuf sich mir noch nicht ganz erschlossen hat. Für den stolzen Preis von 40 Euro gibt's nämlich nur eine englische Beschreibung als schwarz-weiß Kopie.


Nicht erschlossen hat sich mir, wie man den Obertransporteur einbaut und wozu dieses zangenartige Dingens da an der Seite gut ist, ich hab's mir erklären lassen, man muss es an der Stelle einhängen, die man hier oben sieht.

Was würde ich jetzt machen, wenn ich irgendwas ordentliches gelernt hätte, statt Englisch zu studieren?! Mit den vielen Füßen kann ich nun also vermutlich ganz delikate Stoffe verarbeiten, z.B. zu recycelnde Seide ;) und himmlisch-fummliges Zeugs betreiben, wenn ich mich nur aufraffen könnte, irgendwas zu nähen.

Wenn mir jemand sagt, wie ich hier ein pdf einbinden kann, könnt ihr eine deutsche Anleitung für das Füßchenset haben. Oder ihr schreibt mir.

Samstag, 2. Juni 2012

Risiken und Nebenwirkungen

Heute höre ich in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit mit meinen besten Kopfhörern, die sonst immer Stubenarrest haben, den Boss. Selig falten er und ich uns auf einen freien Platz - schon dass es einen freien Platz gab, hätte mich stutzig machen müssen ... ich tauche ab, nicht mehr wirklich von dieser Welt. Ich muss wieder sehr entspannt und sehr glücklich und eventuell ein wenig debil ausgesehen haben, jedenfalls tippt mir an der nächsten Station plötzlich ein Herr (deutlich nicht der Boss) auf die Schulter und deutet milde lächelnd auf die Tür: außer uns beiden ist die Bahn leer, aussteigen, Zug endet hier; ich brauche ein bißchen, bis mich die Welt wieder hat.

Also Bahnsteig wechseln, Treppen laufen, Knie aua (vor allem nach 3 Stunden Stadionrock) - und am gemeinsten: von Seiner Anbetungswürdigkeit auf schnöde Realität umschalten. Wie ich so in meinem Bürooutfit auf den nächsten Zug warte und der Boss mich so gar nicht bürooutfitkomptabil rockt, denke ich, vielleicht sollte ich beim Nähen nicht Krimis oder HP, sondern den Boss hören - dann würde ich garantiert für mich nähen und dann, meine Herren, haltet euch fest! :))

Freitag, 25. Mai 2012

schon fertig!


Vor vielleicht vier, fünf Jahren - okay, fünf - musste ich diesen Stoff hier haben und meinem Kind ganz unbedingt eine Spielhose daraus nähen und der Puppe auch eine. Leider hatte ich da noch nicht verstanden, wie man mit der Overlocke um Innenkurven näht, so dass mir das Messer immer wieder in die stetig kleiner werdende Puppenhose rauschte.

Kurze fünf Jahre später, in denen mir das Puppenteil immer wieder im Weg war oder in die Hände fiel oder B wegen A und auch die Kam Snaps erfunden und zu mir geliefert wurden, habe ich heute die Nerven verloren und kurzerhand mein gewachsenenes Overlockenwissen sowie die kam snap-Zange zur Anwendung gebracht. Zum Glück wachsen Puppen nicht so schnell aus ihren Sachen raus ...

       

Gehörst du zur Familie?

Ich brauchte ein Profilbild für ein Forum und wähnte mich schlau, als ich das unablässig malende Kind bitte, die Mama zu malen. Unsere neueste Errungenschaft, das Porträt-Malspiel Oma, Tante, Anverwandte wird heiß geliebt und gern gespielt, das Kind mit seinem frisch trainierten Blick für Gesichtsformen, Frisuren und Kleiderausschnitte legt sogleich los.


Ich fühle mich leicht verkannt und tendiere zu Punktabzug für die eine oder andere nicht ganz korrekt memorisierte Form - trotz der Tatsache, dass sich mir heute selbst schon der Verdacht aufgedrängt hat, die runden Formen meines Kleides könnten suboptimal sein. Das Kind kommt in Schwung und malt gleich noch die Oma:


Also ehrlich, ist das fair???!!! All mein Bitten, die Mama doch auch so chic zu malen wie die Oma, verhallt ungehört, stattdessen malt sie noch Papa und Opa. Wenigstens das rehabilitiert mich wieder ein wenig :)

Wir haben einen Vierer-Rahmen, da pappe ich die Ahnen rein und hänge den Rahmen zurück an seinen Platz neben die Zimmertür der Großen. Die kommt gackernd in die Küche und meint, sie wäre ja zuerst ein bisschen sauer gewesen, weil sie nicht porträtiert wurde, das hätte sich aber schnell gelegt ;)

Demnächst bleib ich bei Profilbildern in Foren wieder beim Dummie, so.

Dienstag, 8. Mai 2012

Re: habil

Gerade habe ich bei dm eine Hose gekauft, runtergesetzt, weil der Reißverschluss defekt ist. Meine Kinder machen Reißverschlüsse eh nie zu, das ist also egal.


Näheres Hinsehen hat mir dann ein Grinsen ins Gesicht gezaubert: Irgend so ein Vollprofi hatte den Reißverschluss verkehrt herum eingenäht. Da fühl ich mich doch gleich wieder rehabilitiert mit meiner Hosentasche ...

Sonntag, 29. April 2012

Blühende Sofa-Landschaften

Ich lerne jetzt seit mehr als 20 Jahren Ungarisch, hätte das Deutsche eine explizite Verlaufsform, einen Iterativ, eine Erschwerniszulage, hier gehörte sie hin. Ungarisch ist eine agglutinierende Sprache, ich vergleiche sie gern mit einer Autowerkstatt - man hat massig Werkzeuge und Bauteile, wenn man die kennt und weiß, wofür was gut ist, kann man tolle Autos bauen. Bis dahin - schwierig. Es passiert mir nur noch selten, dass ich auf Teile stoße, die ich noch nie gesehen habe und meist sind es dann gar keine neuen Teile, sondern alte, falsch montiert.

Heute war es mal wieder so weit. MEL und die Kinder kommen von einer Radtour zurück, ich höre MEL sagen: Meséld el anyunak, hogy hány virág szofát láttunk utközben. Nein, der Satz ergab auch für mich keinen Sinn - Erzähl mal der Mama, wie viele Blumensofas wir unterwegs gesehen haben??!! Hat IKEA irgendwo ne Freiluftausstellung? Manchmal erfinden unsere Kinder aus der Zweisprachigkeit heraus witzig klingende Wörter, weil sie spiegelübersetzen, aber Blumensofa? Wie jetzt? Auf Ungarisch sagt man in der Tat zu Blumenbeet Blumenbett, soll das Kind aus dem Beet-Bett ein Sofa gemacht haben?

Das Kind erzählt der Mama nichts, es kichert auch keiner, zweifelnd frage ich zurück: Virág-szofa??? MEL guckt ratlos. Dann lächelt er nachsichtig: virágzó fa korrigiert er, ob ich das mit Absicht gemacht hätte? Achsooooo: Blühende Bäume! Ich hatte die Brechstange falsch angesetzt, es war virágzó + fa, nicht virág + szofa, blühend + Baum und nicht, wie ich gehört hatte, Blume + Sofa. Abgesehen davon, dass die Existenz des Wortes szofa für Sofa umstritten ist, kann ich nur sagen, sch... regressive Assimilation.

Nach dem gleichen Prinzip habe ich mir schon vor Jahren den Kopf über die mögliche Bedeutung von "Zeugensoda" zerbrochen, was bei geschickterer Demontage dann eine Schwimmhalle war, in der man schwimmen lernen kann (tanu-szoda | tan-uszoda). Faszinierend finde ich dabei die Ratlosigkeit, mit der man das vermeintlich Bekannte anstarrt und sich trotzdem keinen Reim drauf machen kann. Wenn das nicht ungarisch ist ...

Jetzt wollte ich hier ein schönes wildgeblümtes Sofabild hinpappen und bin bei der Suche danach auf einen hinreißenden Blog gestoßen: Die Sofagärtnerin. Sag ich doch, aus Fehlern lernt man ;))

Mittwoch, 25. April 2012

aus meiner Tiefe

Mein Problemzönchen ist so 1,82 m groß, hat Beine bis zum Hals und will, dass ich ihr ihr Abiballkleid nähe. Und ein Probekleid mit verbotenem Rückenausschnitt, damit eben dieser Rücken schon mal an den richtigen Stellen bräunen kann.

Heute auf dem Markt sind mir klitzekleine weiße Punkte auf pinker Baumwolle in die Tasche gesprungen, mein Hirn scheint den Ernst der Lage nicht recht erfasst zu haben. Es ist auf Spielplatzkleider und die Latzhose vom kleinen Maulwurf programmiert, nicht auf Haute Couture nach exzessivem GNTM-Gegucke töchterlicherseits. Vielleicht wollte mir mein Unterbewusstsein mit den pink-weißen Punkten auch nur signalisieren, dass ich, wie wir Engländer sagen, out of my depth bin mit einem tanzbaren Traum aus Seide. Ich glaub, ich geh schlafen. Vorher kauf ich im Netz noch "wie der Maulwurf zu seiner Hose kam".

Mittwoch, 18. April 2012

das leidige Thema: die Jacke

Nein, sie ist immer noch nicht fertig, leistet aber dennoch gute Dienste, zum Beispiel als Versteck zu Ostern:


Sie sieht wirklich cool aus, aber ich schaff die vermaledeiten Knopflöcher nicht. No way. Ich hab schon zwei meiner Stoffläden und den Nähmschinenladen behelligt, letzteren mit Jacke, alles umsonst. Die Knopflöcher sehen doof aus, sind schief und lassen sich zu allem Überfluss nicht trennen.

Letzten Samstag hab ich es endlich geschafft, mich in einem Nähcafé mit einer der Inhaberinnen zu verabreden. Die haben alle möglichen Nähmaschinen, an denen man arbeiten kann, ich dachte, die hätten auch einen Knopflochautomaten. Haben sie nicht und helfen konnten sie mir auch nicht. Sogar die Fachfrau meinte, wir könnten gern vier Stunden dran rumbasteln und uns ärgern, ich soll die lieber in eine Schneiderei mit Knopflochautomaten bringen und mir Augenknopflöcher reinbasteln lassen für etwa einen Euro pro Knopfloch. Das werde ich dann wohl tun, leider sind die beiden, die sie empfohlen hat, elend weit weg. Und meine Motivation entwickelt sich umgekehrt proportional zu den Temperaturen.

Natürlich kann ich noch Knopflöcher von Hand einnähen oder das ganze mit Druckknöpfen von innen und Knöpfen von außen faken, aber die Druckknopfvariante gefällt mir nicht, wenn sie die Jacke offen trägt. Trüge, sollte ich wohl als sehr theoretischen Konjunktiv schreiben.

Fenster zum Hof

So sieht es jetzt bei miss.magacuki aus, das neue Fenster ist größer, die kleinen Kinder sind glücklicher, denn jetzt sehen sie Dinge, die ihnen bislang eine doch sehr feuchte Mauer vorenthalten hat, zum Beispiel die entspannten Ratten im Nachbarhof. Für den Kater halten sich Vor- und Nachteile die Waage, er sieht jetzt mehr, wird aber auch besser gesehen, zum Beispiel wenn sein interaktiver Lieblingsfilm im Kater-Kino kommt: Meisen im Futterhaus.

miss.magacuki ist besorgter, denn nun können die kids das Fenster leichter öffnen und noch leichter rausfallen, unsere Fensterbretter sind extrem niedrig und auch bei weniger hochgewachsenen Leuten als uns deutlich unterhalb des Körperschwerpunktes. Aber sonst ist es sehr chic. Vor allem, weil die feucht-schimmlige Wand einem gut isolierenden Dreifach-Thermofenster gewichen ist.

Die Mauer muss weg

Am Freitag heißt es: Fortsetzung folgt, da wird der Fensterspind weichen, weil die Wand unter dem Fenster gedämmt wird. So leid es mir um den stromlosen Kühlschrank unserer Großmütter tut, letzten Winter hatten wir darin eine etwa 2cm dicke Schimmelschicht, das kann auch nicht gesund sein.

Na klar, bis dahin muss die Nähecke wieder evakuiert werden. Das böse Wort heißt Baufreiheit. Die letzte Evakuierung hat aber so viele positive Veränderungen mit sich gebracht, dass ich mich fast ein bisschen darauf freue. Wenigstens brauche wir für Anitas Kiste diesmal keinen Platz freizuhalten :)

Die Hausverwaltung hat angekündigt, das Haus umfassend sanieren zu wollen. Für mindestens zwei Dinge bedeutet das sicher das Ende:



Fenster im Treppenhaus und Schimmel an den Wänden.

Schildbürger

wo wir gerade bei Gebrauchsanweisungen sind: neulich habe ich irgendwas bei Strauss gekauft und mich wieder über das obligatorische Schild gefreut:


MELs trockener Kommentar: Na das trifft ja wohl auf so ziemlich alles zu.

wash with similar colours

Der Bienenrock war also nicht ganz ohne Tücken, die größte bestand jedoch darin, dass er etwas nicht für sich behalten konnte: seine Farbe. Meine Finger waren lila, als hätte ich über Blaupapier gestrichen, leider auch die Maschine und - und jetzt kommt's: der Tisch. Wegen des Fenster-Umbaus gab es eine provisorische Behelfslösung extra für diesen Rock und nun war eben dieser Behelfstisch blau.

Die Gebrauchsanweisung zum Rock las sich dann so:

Das Stöffchen ist eine Diva, es färbt wie Socke, das gibt sich hoffentlich
bald, gestern habe ich einen Schuss Essig ans Spülwasser gegeben, das hilft
erstmal. Für dich heißt das, die ersten Male besser keine helle Unterwäsche
und helle Ledersofas und weiße Leinensessel meiden, außer du kannst die
Besitzer nicht leiden; auf den Schoß des Lovers besser ohne seine helle Hose
- Weißabgleich und so, du weißt schon ;) Außerdem zieht er leicht Fäden,
also Vorsicht bei rauhen Stuhl- und Tischkanten. Den Stoffkauf muss ich mit
sehr männlichen Augen absolviert haben - mehr so auf Optik und Haptik
fokussiert ;) Stell dir vor, sogar meine Nähmaschine und die Tischkante sind
Blaupapierblau geworden, also pass auf, wo du dich hinsetzt, z.B. auf weiße
Laken beim Gute-Nacht-Sagen ;)))


I'm blue, da ba dee da ba dei ...

Donnerstag, 5. April 2012

König unter den Sehenden

Seit einer Weile habe ich Schwierigkeiten, das Kleingedruckte zu lesen. Und nicht nur das, auch Nadeln einfädeln und überhaupt die Maschinendingserei - alles nicht so einfach. Ich also zum Augenarzt. Er zu mir: Sie als Kurzsichtige sind doch der König unter den Sehenden! So hatte ich das noch gar nicht gesehen, ziemlich kurzsichtig :)

Meine Brille bekam ich irgendwann in der zweiten Klasse und meine Pubertät fiel in eine Zeit, als Brille noch ein ziemlich sicheres Verhütungsmittel war. Inzwischen habe ich auch den Rat beherzigt, wenn Sie den Mann in Ihrem Bett mal wieder sehen wollen, lassen Sie sich Kontaktlinsen machen. Das war ein Supertip, der allerdings nochmal Aufstehen impliziert, denn vor dem finalen Einschlafen schadet es nix, die Dinger für den Rest der Nacht woanders als unter bleischweren Lidern zu deponieren. Und nun bin ich also König. Meine Brille korrigiere auch nach 12 Jahren und zwei Kindern wunderbar und genau richtig. Dass sich das nicht mit meiner subjektiven Wahrnehmung deckt, ist - subjektiv. Ratlos frage ich die Arzthelferin, was denn nun sei, wenn ich nicht lesen kann. Wortlos schiebt sie sich eine imaginäre Brille ins Haar und grinst.

In der S-Bahn habe ich jetzt die Wahl, die Brille aufzubehalten und weiter entfernt stehende Mitreisende zu bitten, mir  mal eben ein paar Stationen das Buch zu halten und bei Gelegenheit umzublättern, oder aber, wie an diesem kalten, verregneten Morgen die ohnehin beschlagene Brille abzunehmen, dann kann ich super alleine lesen, erkenne aber die Stationen nicht und umblättern kann ich auch nicht. Man kann offenbar auch hier nicht alles haben. Das Nähen gestaltet sich ähnlich alternativreich: Mit Brille muss ich so weit von der Maschine weg, dass meine Bauchmuskeln ächzen, ohne Brille kann ich super erkennen, was sich unter der Nadel tut, aber nicht mehr, ob die Naht insgesamt gerade wird, wo die verd... Schere ist oder was sich sonst in der Küche im Atelier tut. Königliche Sorgen eben :)

Dienstag, 13. März 2012

Beethoven und ich

Okay, okay, die Parallelen beschränken sich auf beginnende Taubheit und die Unvollendete: Jacke. Decke. Schlafanzughose. Kollektion. Und da reden wir noch nicht von den Dingen, für die hier Stoff liegt und die noch nicht mal ansatzweise angesetzt sind.



Innerhalb der nächsten zwei Wochen bekommen wir ein neues Küchenfenster Fenster im Nähatelier. Keine Ahnung, wie MEL die Tischlerfirma heute in die Ecke bugsiert ins Atelier geführt hat und ob das Fenster nachher passt, wie sollen die bei dem Kuddelmuddel der geballten Ladung kreativer Energie das Fenster vermessen haben?? Man kommt doch nirgendwo ran?! Und die Wand soll isoliert werden, hallelujah, dass ich das noch erleben darf!! Wahrscheinlich ziehen wir demnächst um, anders kann ich es mir nicht erklären. Na gut, so weit die guten Nachrichten. Oh ja, MEL hat mir einen alles ordnenden Gang zu IKEA in Aussicht gestellt, das gehört auch unbedingt zu den guten Nachrichten.

Tja, aber selbst wenn man Nähatelierfenster fernvermessen kann, Fenster einsetzen und Wände isolieren kann man sicher nur im Nahkampf und das heißt, ich muss die gesamte Nähecke auslagern. Wo ist Sand, damit ich meinen Kopf hineinstecken kann??! Wollte tatsächlich ich ein neues Fenster und eine trockene Wand?? Wer hat das gesagt? Heute hat mich ein charmanter Franzose angerufen, der von Süddeutschland aus quer durch Ungarn in die Ukraine fahren will. Mit dem Auto. Ob ich mitkäme. Unter den gegebenen Umständen würde ich mir das glatt noch mal überlegen wollen ;)

Mittwoch, 29. Februar 2012

Trittbrettfahrer und Versuchskaninchen

Mein schwarzes Röckchen hat einen Fan, was an sich nicht weiter schlimm ist :), nur dass der neue Fan erwachsen und der Schnitt ein Kinderschnitt ist. Jetzt heißt es probieren und einen Schnitt entwicklen, der so chic ist, wie der vom Kind und so groß, dass auch Mamas reinpassen. Zum Glück habe ich Zweifel an meinen Fähigkeiten und probier erst mal an einem Stoff, der schon seit vorigem Jahr darauf wartet, meine einzige und schwarze Jacke zu meinen einzigen, aber braunen Stiefeln nach Absicht aussehen zu lassen. Keine leichte Aufgabe, das. Auf dem Markt gab es letztes Jahr einen braunen Stoff mit schwarzen Applikationen, wie geschaffen für diese Heldentat. Dann wurde wie immer nichts draus, aber manche Probleme hat man ja im nächsten Jahr auch noch, zum Beispiel ein - nennen wir es Haushaltsdefizit.

Wir brauchen ungefähr die gleiche Größe (nein, du bist nicht dick, ich hab abgenommen, seit die Chips links stehen ;)), was liegt da näher, als das Schnittchen für mich erst mal vorzuarbeiten. Ich hab noch nie so sorgfältig gezeichnet und geschnitten und so grottenschlampig genäht. Als Bund hab ich kurzerhand ein von meinem großen Kind ausrangiertes T-Shirt unter den Ärmeln abgesägt und den Rest als Bund definiert. Und siehe: so geht es nicht. :) Liebe Anita, ich arbeite dran und bin sehr froh, nicht mit deinem Stoff angefangen zu haben. Und du solltest auch froh sein :) Immerhin hatte ich den Rock heute an und die Aufgabe, Jacke und Stiefel zusammenzuführen, macht er ganz ausgezeichnet. Ich seh aus wie aus den zwanziger Jahren (des vorigen Jahrhunderts, nicht meinen), jedenfalls fühle ich mich so und Ausstrahlung ist ja die halbe Miete :)

Nächstes Jahr brauche ich ein neues Problem neue Stiefel.

Nachtrag: Am Tag 2 des Rockes war der Shirt-Bund schon deutlich schlabbriger, abends vor meiner Tür (nach einem ausgiebigen IKEA-Gang) schließe ich die Wohnungstür auf und stolpere über etwas Weiches. Was zum Henker liegt auf meinem Flur in der Wohnungstür?? Äh - mein Rock. Wie kommt der da hin? Moment mal, wenn der Rock hier unten liegt, heißt das, ich habe ihn nicht an. AAAAAAAAH! Ich stehe also im Mantel, ohne Rock (zum Glück mit Unterrock) im Treppenhaus. Um es mit Otto zu sagen: Ein Glück, dass mir das in der Badewanne passiert ist und nicht in der Straßenbahn!