Samstag, 20. Juli 2013

Alles hat zwei Seiten - die Decke ist fertig!!

Katze b2-b3


Yipiiijehhheee, ich hab fertig!!! Sogar einen ganzen Tag (und eine ganze Nacht!!) vor dem Geburtstag meiner Mama. So, und nun wohnt die Decke bei ihr. Ich habe letztendlich alle Streifen irgendwie getroffen:

mediumchic

subchic

perfetto
Mein bester Helfer war dabei dieses Klebeband von IKEA, das man aufbügeln kann. Damit hab ich die Verbindungstreifen auf beiden Seiten fixiert und dann genäht. Ich hab das Band in der Breite halbiert, man braucht ne ganze Menge (geht am besten mit einem superscharfen Messer, wenn das Band noch zusammengelegt ist). Ist natürlich extrem unpraktisch, wenn der Künstler die Reihenfolge der Quadrate vergeigt und das erst merkt, wenn er sie schon so richtig eingearbeitet hat mit festgeklebtem und genähtem Einfassband :( 

Aber jetzt ist alles in der richtigen Reihenfolge und chic. Nur mein Kater muss sich was anderes suchen.


Als ich so richtig frustriert war wegen trennen und klebt und geht nicht und falsch getrennt und keks, meinte mein großes Kind: Mama, wenn du jetzt durchhältst, musst du das niiiie wieder in die Hand nehmen. Das ist doch mal ein Argument!

Das Einfassband, oder Binding wie der Fachmann wohl sagt, hab ich dann vor dem Nähen von der Rückseite mit stylefix fixiert - weil ich meinen Bandeinfasser nicht verstehe ;) Insgesamt hat die Decke einen Umfang von 7,80 m, das sind über 15 m Fummelnaht nur zum Einfassen rundrum. Ich muss ein Held sein!




Dienstag, 25. Juni 2013

wer sich selber nicht ehrt

Ich fahre bald weg. Wohin weiß ich nicht, das ist MELs gut gehütetes Geheimnis. MEL sagt, ich soll mir ein Buch mitnehmen, Krieg und Frieden Teil 1-4 oder so. Aha. Wenn ich was gutes lesen will, schreib ich's mir selber, soll mal irgendwer gesagt haben, ich könnte ja vorsichtshalber die süße kleine Tastatur mitnehmen, natürlich nicht in ihrer schnöden Plastiktüte, ist ja klar. Dafür gab es doch so XXL-Milkapapier. Warum es mir leichter erschienen war, aus mehreren Mini-Rittersportpapieren eine Hülle zu machen, kann ich jetzt im Nachhinein beim besten Willen nicht sagen.


Mit Probieren bekomme ich heraus, dass ich pro Seite 15 brauche, also 30 (Papiere, nicht Kilo auf den Hüften). Leider fehlen mir zwei. (Wieder Papiere.) Erstes Handicap. (Heute morgen entdecke ich fünf auf der Wäscheleine, hmpf.)

In meiner Nämaschine ist derzeit eine Zwillingsnadel. Nach 6 Jahren habe ich in der Bedienungsanleitung Zwillingsnadeln nachgeschlagen und siehe, da gibts nen Knopf, den man drücken muss und außerdem steht da, wo und wo nicht der zweite Oberfaden lang soll. Ganz überraschend werden die vorschriftsmäßig vorbereiteten Zwillingsnähte schön, sauber und stabil, anders als in der och-was-brauch-ich-ne-Anleitung-freestyle-Variante. 

In den alten Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat, hatte ich mir optimistisch ein hypersexy langes Jersey-Schlauchkleid zugelegt und dachte, das wird schon. Für die top-secret-Reise mit MEL bin ich erwartungsfrei in das Kleid gestiegen, habe beherzt in den Spiegel gesehen und dann zur Schere gegriffen.

Als T-Shirt ist das Kleid ne Wucht. Und den Rock krieg ich auch noch hin. Mit der Zwillingsnadel. Die ich bis dahin nicht ausbauen will. Zweites Handicap.

Ich werde also meine erste wattierte Schokopapier-Patchwork-Tastaturschutzhülle auf der IKEA-Maschine meiner kleinen Tochter nähen. Selbstredend ist es schon Nacht, als ich anfange.

Der widerliche Perfektionist hält durch bis zum Ende des ersten Konserven-Tatortes, dann hat er genug. Den zweiten Teil mach ich mit mir alleine, für mich alleine. Meine Motivation schwächelt ein wenig. Ich mag keine Rittersport. Ist mir zu dick. Keine gute Haptik für meinen Geschmack. Aber schließlich will ich ja nur eine Tastatur verpacken, und zwar pronto, soll schließlich auch noch ein Rock werden. Mit der Zwillingsnadel.

Folgende Erkenntnisse werde ich parallel zu den fortschreitenden Ermittlungen des zweiten Konserven-Tatort-Teams gewinnen:
  1. Eine Tastaturhülle zu polstern mag eine wunderbare Idee sein. Ob man dazu Vlieseinlage UND tarnfarbenen Fusselstrick nehmen muss, könnte man sich genauer überlegen. Auch, ob sich die Fusseln vom Futter nicht etwa in der Tastatur absetzen.
  2. Die frei wählbare Stichlänge ist ein großes Geschenk der ehrenwerten Nähmaschinenbauergilde an die Hausfrau.
  3. Die Stichlänge nicht frei wählen zu können und dann Schokopapier, Volumenvlies und Fusselstrick durch die IKEA-Maschine jagen zu wollen, ist eine 16U (näheres dazu siehe 11. Leben Blaubär) Oder vielmehr eine 1U32M. Das sagt ja wohl alles. Das reißt auch kein Teflonfuß mehr raus.
  4. Mehr Dicke gleich weniger Breite. Das hatte sich mir bisher im richtigen Leben etwas anders dargestellt.
  5. Wenn man keine Lust hat, etwas richtig zu machen, soll man es lassen. Gut, das wusste ich eigentlich schon. Also besser: Auch wenn man etwas für sich selber macht, darf Mühegabe vorhanden sein.
  6. Reißverschlüsse kann man lernen. Der hier ist schon richtig prima.
  7. Die Tasche ist nach dem Wenden zu klein für die Tastatur. Hätte ich mehr Schokolade essen sollen? Nein, ich sag doch, da waren noch welche auf der Leine. Aber selbst wenn ich die gefunden hätte, wäre mir nicht eingefallen, noch eine Reihe mehr in der Breite zu basteln. Ist also fast entschuldigt.
  8. Ich hätte einfach ins Bett gehen sollen.



Jetzt habe ich hier eine Tastatur in Original-Plastiktüte und eine gepolsterte Rittersport-Patchwork-Krepelchen-Tasche mit Tarnfell-Futter, mit der ich nichts anfangen und die man nicht mal verhökern kann, weil die Buchfolie auf der Rückseite so blöd viele Blasen geworfen hat und der widerliche Perfektionist findet, das kann man doch nicht als magacuki rausgeben! Das sei ja schlimmer als ein Billigplagiat made in PRC. Und nu? Doch Krieg und Frieden?

Donnerstag, 13. Juni 2013

Lechts und Rinks


Der Reißverschluss sah einfach zu blöd aus, beim zweiten Versuch ging's schon besser, war aber immer noch substandard. Nun hab ich eine Anleitung von farbenmix auf youtube gefunden, mit dem Versprechen, in 15 Minuten hätt ich so ein Tüdelding mit ihr genäht. Danke, Farbenmix! Hier geht's lang, wer auch wissen will, wie man Reißverschlüsse zwischen Oberstoff und Futter fasst.

Ich stepp übrigens beide Lagen zusammen von rechts am RV knappkantig ab, nicht nur das Futter. Geht prima. Sehr hilfreich dabei der Teflonfuß.

Für die Lehrerin meines Sohnes wurde es Kuhflecken-Milka*, genäht nach der Farbenmix-RV-Anleitung. Leider ist mein räumliches Vorstellungsvermögen noch das alte, eigentlich hätte ich den Anfang des RV und das Fummelchen lieber links gehabt - jetzt ist es eine für Linkshänder.

lichtung
manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht
velwechsern.
werch ein illtum! 

       Ernst Jandl

* Beim Verschenken wird sich herausstellen, dass sie gar keine Milka mag, sondern Rittersport in knallpink und mit 73 % Kakaoanteil. Wunderbar, die darf man sogar nach GLYX :)) Wieso hab ich eigentlich zu ihr gesagt, ich mach ihr eine, wolle aber nur das Papier??

Krepelchen


Morgen ist Abschlussfest, die Klassenlehrerin meines Sohnes gibt die Klasse ab. Geschenk! Na klar, ein Schokoportemonnaie. Oder Kramtasche oder whatever. Nun muss ich also wirklich ran. Üben. Ach, welche nehm ich denn bloß zum Üben?? Wenn's mit Anfängerglück gleich gut wird, wär ich fertig und hätte die Sache vom Tisch. Also ne gute. Und wenn nicht? Ist immerhin ein Reißverschluss drin, das ist jetzt nicht meine Kernkompetenz ... Also lieber keins von den super Papieren? Was denn nun?

Am Ende wird's Weiße Schokolade. (Schwerer Ausnahmefehler im Laufwerk M, wird sich zeigen.*)


Die Küken innendrin find ich ja sehr süß, schade, dass ich grad so viel über Massentierhaltung, bio oder nicht, lese. Wahrscheinlich werd ich jetzt immer an geschredderte Hähnchenküken denken. Aber das weiß mein hauseigener Krepelchen-Abnehmer nicht, der freut sich einfach, dass er das Krepelchen haben darf. Und ein Krepelchen isses. Der Reißverschluss ist schrecklich. Und das ganze Portemonnaie ist schief.

* Der Ausnahmefehler? Als ich MEL das fertige Erstlingswerk zeige, hatte ich das Papier insgesamt dann wohl doch zwei Minuten zu lange vor Augen. Irgendwie hat sich plötzlich die Schokolade materialisiert und nun gibt's eine Tafel weniger im Kühlschrank. Tja, weniger ist eben doch mehr ;))

Dienstag, 11. Juni 2013

Ketzer!

Ich erzähle MEL die Geschichte vom Schokoladenportemonnaie und das hier NIEMAND Schokopapier wegwerfen darf, das so aussieht, asl würde es zufällig rumliegen. Ich muss das jetzt ausprobieren! 

MEL (unschuldig): Guck doch mal im Internet, vielleicht findest du da ne gute Anleitung.

Spinnt der, Anleitung? Hab ich mir doch super erkären lassen! Am Ende guck ich doch nach. Und was soll ich sagen, im Internet gibt's ne absolut coole Anleitung. Die hier zum Beispiel.

Ich: Du-hu, du hattest recht, im Internet gab's ne total tolle Anleitung.
MEL: Oh, und ich hatte schon Angst, du wärst sauer, dass ich dir vorschlage, mal nachzusehen.
Sauer, ich????

Montag, 10. Juni 2013

Schnittstelle Aldi


Das hier schreibe ich, um die Finger von den vier Tafeln Schokolade zu lassen, die fein säuberlich in Frischhaltefolie verpackt in meinem Kopf und dem obersten Fach unseres Kühlschrankes herumgeistern. Ich brauche nämlich nur das Papier. Nein, auf den Hüften brauche ich im Moment nix, danke. Außerdem hat die-Schokolade-mit-dem-Papier, das ich so unbedingt brauche nix, aber auch gar nix politisch korrektes. So in Sachen GLYX.

Heute morgen bei ALDI, für den ich Zeit hatte, weil ich Urlaub habe und Kinder in die Schule bringen sollte (es ist absolut cool, Urlaub zu haben, wenn man bis in den frühen Nachmittag die Hütte, Zeit und das Leben generell für sich hat *gg*), habe ich zuerst eine geschlagene halbe Stunde über Sinn und Unsinn einer Farbsprühpistole nachgedacht - und mich erstmal für Unsinn entschieden. (Die Jacke vom Kind ist doch nicht fertig, obwohl ich jetzt die Öffnungs- und Betreuungszeiten des Knopflochautomaten am Moritzplatz kenne, ich war nämlich da. Ohne Jacke, versteht sich ;)) und mir das Kind  folglich die Küchenwand nicht streicht. Gestrichen hat. Nu isse ja weg. Also ich dachte über so ein Sprühding nach, mit dem man Wandfarbe auf vor zwei Jahren verklebte und seither nicht gestrichene Rauhfaser in einer Küche sprühen könnte, in der viel gekocht und im Winter mit Kohle geheizt wird. Wahrscheinlich hab ich die Idee schon beim Gedanken an diese Wand verworfen ...)

Also kauf ich das Ding nicht, streiche die Wand nicht und bezahle nur politisch korrekt Buttermilch & Co. Wahrend ich das tue, kommt ein technikaffiner Schmerbauch mit Headset im Ohr angefedert und bescheidet der Kassiererin jovial, sie möge sich nicht erst hinsetzen, er wolle das Tablet und die Tablettastatur und die 64 GB Speicherkarte. Stimmt, ich wollte doch auch so ein Ding zum immer-und-überall-bloggen! Es ist nämlich nicht so, dass ich nix mehr mache, ein bisschen was passiert schon, aber ich arbeite auch wieder 40 (++) Stunden und da muss man sich entscheiden: abends tot ins Bett fallen, halb tot noch was machen und dann tot ins Bett fallen oder bloggen. Ich ruf mal MEL an. 370 Euronen sind ein Fall für den Familienrat. MEL erzählt was von Finanzamt. Das ist doch absurd, ich geb 370 Euro aus, damit ich sie von der Steuer absetzen kann? Aber warte mal, die Tastatur ist schnuffig. Und könnte man die nicht mit meinem Telefon benutzen?? MEL sagt, probier das erstmal.

Der Schmerbauch hat die vorletzte ALDI-Tastatur seiner Sammlung hinzugefügt, ich krieg die aus dem Glasschrank, die muss aber erst wieder verpackt werden. Und wie ich da so stehe und auf meine Tastatur warte, kommt eine Frau zum Bezahlen und wird doch - eine Tafel Milka dafür benutzen! Nee, also so was kann Miss Magacuki nicht ruhig mit ansehen: Entschuldigung, kann ich mal Ihr Portemonnaie sehen?? War das mal ne echte??? Das muss untersucht werden! Am Packtisch erklärt sie mir, wie sie aus Milkapapier Portemonnaies macht. Cooo-hooo-hool. ICH WILL DAS AUCH! Also drehe ich auf Schokosuche die 3. Runde für heute im Aldi. Die Folienverpackungen sind jetzt nicht so, was ich als Portemonnaie will. Und richtig cool ist es auch erst, wenn man das Ding sofort als Schokolade erkennt. In Punkto Wiedererkennungswert haben die lila Alpentypen einfach mal unschlagbar die Nase vorn. So, und nun hab ich vier Tafeln Schokolade im Kühlschrank, die ich NICHT ESSE und versuche, nicht an einen blauen Elefanten zu denken :) Aber ein bisschen funktioniert es. Wenn ich den Stapel Schokopapier neben mir sehe, denke ich kurz, sag mal, bist du übergeschnappt, so viel Schokolade zu essen???!! Dabei hab ich doch gar nicht. Das ist jetzt nicht, was du denkst, Schatz! ;))


Um mich also abzulenken, probier ich, ob die Tastatur mit meinem Telefon geht. Und es klappt. Beides. Nicht zum Kühlschrank zu gehen und mit Telefon und Tastatur zu bloggen. Da fällt mir auf, so eine Tastatur muss verpackt werden, wenn man sie mitnehmen will. Da gibt es doch auch diese großen Tafeln von Milka, oder? Ich glaub, die haben exakt die passende Größe ;)))


Sonntag, 21. April 2013

Verpackungswahn


Meine Tante, klug und schön, hat Geburtstag und zur großen Party eingeladen, schnell ist klar, ein Gutschein ist das einzig vertretbare. Ich bin für Dussmann wegen Musik, Büchern, Fachliteratur zum Aussuchen, meine Mutter ist für Schönheit, also gibt's zwei, einen für Dussi, einen für Douglas. An dieser Stelle muss ich mal was loswerden: Ich finde es jedes Mal faszinierend, wie unfreundlich die Kassierer bei Dussi sind. Bei der Kohle, die man da lässt (und bei dem schlechten Gewissen, das mich spätestens seit email für dich immer plagt, so dass ich mich nach jedem böse-böse-Dussieinkauf an unserem Buchladendinosaurier an der Ecke immer nur mit eingeschaltetem Tarnschild und unterhalb der Schaufensterkante vorbeischleiche) würde ich etwas mehr Freundlichkeit durchaus vertretbar finden. Ob da Unfreundlicheit zu den Einstellungsvoraussetzungen für den Kassenbereich gehört, oder kommen da die hin, die sich in den Abteilungen nicht bewährt haben? Vielleicht verfolgen sie ja auch einen psychologischen Ansatz: Menschen, die mit dem Ergebnis mehrgliedriger Additionen konfrontiert sind, das sie im Eilverfahren zu ihrem Kontostand ins Verhältnis setzen müssen, stehen eh so weit unter Schock, dass Freundlichkeit sie nur weiter verwirren würde. Wenn das so ist, werde ich mich beim nächsten Mal für so viel Rücksichtnahme bedanken, mal sehen, wer dann mehr verwirrt ist :)


Aber egal, wenn man schon einen Gutschein verschenkt, der jetzt selbst unter Hinzuzerren des Freiheitsgedankens nicht das allerpersönlichste Geschenk ist, das einem einfallen kann, dann könnte wenigstens die Verpackung was hermachen. Meine Freundin hat mir mal einen chicen IKEA-Gutschein geschenkt (ein seeeehr persönliches und maßgeschneidertes Geschenk für mich, weiß jeder), den sie kurzerhand in einen passenden (IKEA-) Bilderrahmen gesteckt hat, um sich dann zu entschuldigen, für mehr hätten Phantasie und Zeit nicht gereicht. Ich fand's wunderbar, beides hängt bis heute an meiner Wand, weil es einfach so schön aussieht (nee, der Gutschein ist inzwischen leer). Dussi muss noch nicht mal schicke Gutscheine machen! Ich hab ja den Verdacht, da waren Kosten-Nutzen-Fetischisten am Werk, die dachten: wer bei der Auswahl immer noch einen Gutschein braucht, nimmt jeden. Und an der Kasse sind alle relevanten Entscheidungen eh gefallen. Wer würde schon die mühsam auf wie viel Etagen? zusammengetragene Beute liegen lassen, weil der Kassierer zu unfreundlich ist oder andersherum, würden Sie gleich zur nächsten Runde starten, weil der Kassierer so schnuckelig gelächelt hat beim ec-Karte durchziehen? Sehen Sie, sag ich ja, Konsumentenrente abgeschöpft, kein Mehrnutzen mehr drin.

So und wie verpacken wir nun unsere Gutscheine? Zellophan? Zwei DIN lang-Umschläge in knallrot und türkis? Zusammen, einzeln? Miss Magacuki fällt (am Vorabend der fete) ein: Ein Kissen muss her, mit Taschen. Zum Gutscheine reinstecken. Oder wollte ich erst ein Kissen für mein krank in der Bude rumliegendes Kind machen? Ich weiß es nicht mehr, dabei war das erst vorgestern ... Jedenfalls hab ich wieder eine Jeans aus dem Schrank gefischt - nicht etwa eine von den kaputten, die das Ordnungsempfinden von MEL durch Langzeit-in-der-Küche-rumliegen stören und sämtliche Kinder-zur-Ordnung-Erziehungsmaßnahmen zur reinen Schikane degradieren. Ran an die Kissen, eins für Gutscheine/Tante und eins fürs kranke Kind (das brav wieder gesund ist, bis das Kissen heute fertig war).

die Verpackung für die Verpackung gibts um Weihnachten bei IKEA
Rückseite: kurzfloriger Plüsch aus der nici home-Kollektion
Noch ein Geschichtchen? Okay, gut: Also ich sitze hier des nachts in der Küche, hab das Tante-Kissen fertig und verpackt (ist ja klar, dass das Kissen, das eine Verpackung für die Gutscheine ist, auch noch eine Verpackung braucht), ich schneide das Kinderkissen zu, in meinem Bett fiebert ein Kind, der arme soll auch ein Kissen haben, wenn Mama schon zum Geburtstag fährt und das kranke Kind zu Hause bleiben muss, so eine Hose hat ja das Zeug für zwei Kissen, ich trag nun mal keine XS. Jetzt muss man wissen, unsere Wohnung wurde irgendwann mal geteilt, beim Heizungsrohrverlegen stellt sich heraus, dass die Wand zwischen unserer Küche und der Nachbarwohung keine Wohungswand, sondern nur eine Zimmerwand ist, das erklärt zum Beispiel, weshalb wir das Telefonklingeln der Nachbarn hören und damals bei uns kein Babyphone funktioniert hat. Aus dem gleichen Grund verbietet sich der Einsatz der Overlocke nach 22 Uhr, freiwillige Selbstkontrolle, FSK 22 sozusagen. Trotz Radio und Nähmaschine höre ich den Nachbarn, also seine Freundin, scheint es, oops, denke ich, na die haben ja Spaß heute :) Nee, ich lausche auch an dieser Stelle nicht, aber die Töne, die die Dame jetzt von sich gibt, klingen komisch. Die jammert doch?? Ich mach das Radio aus, die Frau hat deutlich eine Scheißangst, sag mal, der wird doch nicht hinter unserer Pappwand seine Schnecke abmurksen???!! Soll ich die Polizei rufen? Die Frau ruft: Apuuuuu!! ("Papa!") SCHEIßE, das ist mein Sohn, der da in seinen Fieberträumen schreit und wahrscheinlich rufen die Nachbarn grad die Polizei. Unter diesen Umständen blieb das Sohn-Kissen also liegen und wurde erst heute fertig. Lange wird er sein frischbezogenes Bett-Kopfkissen angucken und dann fragen: Mama, darf ich das neue Kissen zum Schlafen haben??

Taschentücher, mp3-Player, Fernbedienung - hier passt alles rein


Mit dem langflorigen Plüsch gefällt es mir ja fast noch besser, obwohl ich mit dem sonst nicht so viel anfangen kann. Und was könnte besser trösten, als Mamas alte Jeans??

Sagte ich es schon und man sieht es ja auch, der Trick ist, die Jeans so aufzuschneiden, dass man eine vordere Tasche und eine Po-Tasche in einem Kissen verarbeiten kann. Für die Rückseite einen weichen Stoff (oder Jeans ohne Nieten, liegt sich sonst blöd drauf) nach dem Jeansstück mit viel Nahtzugabe zuschneiden (rechts auf rechts legen, ist asymetrisch) und das Innenkissen auch großzügig nach dem Jeansteil zuschneiden, damit genug Platz für das Füllkissen bleibt. Vor dem Zusammennähen von Vorder- und Rückseite ein Band unter die Gürtelschlaufen nähen und ein Etikett so anbringen, dass die Taschen noch benutzbar bleiben :) Die Naht, wo oben Hosenbund und Rückseite aufeinandertreffen, nähe ich von Hand, damit die Originalbundnaht so bleibt. Die müsste man zum Waschen dann auch trennen, oder man wäscht alles zusammen. Hab ich noch nicht probiert, das Problem ist eben, dass die Innenkissen so gern verklumpen und das hier ist schon recycelt.