Mittwoch, 1. August 2012

Hah! Fertig!

Dass einen die Kinder manchmal schocken, ist nichts neues. Ganz manchmal gelingt es uns, den Spieß umzudrehen. Diesmal hat die Schweiz geholfen. Ich bin nämlich sauer. Auf die Schweiz. Die haben ihr diesjähriges Feuerwerk abgesagt.

Jetzt hab ich viel Zeit, denn ich brauche kein umwerfendes gänzlich unangestrengtes Kleid mehr, jedenfalls nicht mehr ganz zwdringend. Zuerst wollte ich in dumpfes Brüten verfallen und mir leid tun, musste dann aber feststellen, dafür hinderlich viel erschreckend gute Laune zu haben. Blöde Endorphine vom exzessivern Figurrettungsschirm! Um das zu verstehen, müssten wir eine kleine Tour in den Keller machen, Leichenschau ...

Wenn du Kummer hast, arbeite, sollen unsere Großmütter ihren Töchtern beschieden haben, also frage ich das ahnungslos auf der Couch facebookende Kind, na, was ist, wollen wir dein Wickelkleid nähen?? Sie guckt mich an, als könne sie den Sinn meiner Worte nicht erfassen. Die Kinnlade in Denkerposition fragt sie sich ganz offenkundig, ob ich gesagt haben kann, was sie verstanden hat. Ich feiere.

Ungläubig haucht sie: Ernsthaft? Klar ernsthaft. Ich mache das blöde Wickelkleid fertig, mit dem sie mich seit wann eigentlich nervt und weil es durchsichtig ist, auch noch den Hauch eines Unterkleides. Jetzt ist sie es, die einfach umwerfend aussieht :) Und den Kellerschlüssel deponieren wir - bei der Schweiz.

Sonntag, 29. Juli 2012

Lavendelsäckchen


Bei der großen FengShiu-Aktion sind ein paar Lavendelsäckchen "abgefallen", die ich euch zeigen möchte, weil sie schön und einfach sind, ich denke, die kann man auch mal verschenken:

Ich habe benutzt:
Lavendelblüten, Gaze (nicht steril) - beides völlig überteuert, weil ich am Samstagabend die Apotheke dafür überfallen habe; farbiges Garn, schöne Zierstiche.



die Gaze auseinander falten

und einmal so zusammenfalten, dass die Mitte überlappt

Lavendelblüten in die Mitte geben

und "einwickeln"


eine Seite doppelt umschlagen

mit einem Zierstich schließen

und jetzt noch die andere Seite - fertig!

24 Stunden FengShui + Überstunden

Wenn meine Mutter nicht Geburtstag gehabt hätte, wer weiß, wie lange meine Lethargie noch angehalten hätte. Wie war das doch gleich?, viele Leute haben ein Motivationsproblem, bis sie ein Zeitproblem haben? :)

Aber ich hatte plötzlich das Gefühl, wenn ich nicht meine Bude entmiste, dann komm ich nie auf die Füße. Ich besitze ein Buch mit dem vielsagenden Titel, du bist, wie du wohnst, Entmisten Sie Ihre Wohnung in 24 Stunden, das klang vielversprechend und nach einem Plan, leider war es unauffindbar :)

Aus den 24 Stunden wurden dann 80, in vier Tagen (ehrlich). Ein nachher-Bild stelle ich mal hier ein, weil ich nach Jahren endlich einen Vorhang für unseren Hängeboden gemacht habe. Congrats Miss Magacuki! Und das Nähen geht auch viel besser seitdem. Natürlich ist es jetzt auch hinter dem Vorhang ordentlich und entmistet :)

Das Buch gibts im Internet als pdf, ich find's bloß nicht mehr.


Frustrierter Perfektionist an Patchworkdecke


Letztes Jahr vor Weihnachten erfuhr meine Mutter, sie würde die nächste Zeit in verschiedenen Betten verbringen. Wenn sie bei ihrem unfreiwilligen couch-surfing mal wieder zu Hause vorbeischlittert, sollte sie eine wunderschöne Decke vorfinden, unter der sie schnell wieder gesund werden oder sich zumindest sehr geliebt fühlen sollte, es heißt doch, das Lächeln, das du beim Nähen (/Basteln etc.) auf den Lippen hast, wird sich in dem wiederfinden, was du machst.

Meine große Tochter, der Ästhet unter uns ;), suchte und sortierte Stoffe und ich fing an zu nähen.  Mein erstes Patchworkprojekt, wenn man den kleinen Kissenbären mal vergisst. Okay, bis Weihnachten war absolut unrealistisch und dafür hatte sie sich ohnehin einen leichten Bademantel für ihre bevorstehende Bettentour gewünscht (hatte ich berichtet?), aber vielleicht, wenn sie wiederkommt? Nee, das wurde auch nichts. OK, dann eben, wenn sie von der Kur wiederkommt. Auch nicht. Im Juli wurde sie 70. Nee, immer noch nicht, aber immerhin alle Quadrate fertig (okay, bis auf zwei) 

Die Decke geht so, dass man jedes Karo einzeln macht, wobei Oberseite, Vlies und Unterseite gleichzeitig gearbeitet werden. Am Ende zaubert man die fertigen Quadrate mit einem Streifen  in Kontrastfarbe irgendwie zusammen. Also mit zwei, um genau zu sein. Vorder- und Rückseite sind ja ein Teil, also sieht man die Naht der einen Seite natürlich auf der anderen Seite. Und das triff mal einer so, dass es von beiden Seiten gut aussieht! Man stelle sich vor, die Naht, die man auf der einen Seite näht, muss den Streifen haargenau  an der richtigen Stelle auf der Rückseite treffen, das klappt natürlich kein bisschen. Wie zum Kuckuck macht man das??? Frau Heller??

Die Decke an sich finden wir alle wunderschön und meine Mutter meinte, bis Weihnachten (dieses Jahr) wäre doch toll :) Mir gefällt besonders, dass sie sich je nach Tageslaune immer wieder ein neues Lieblingsquadrat aussuchen kann.

Die Anleitung gibts im Heft Gütermann creativ 7/2011, online scheinen aber nur die diesjährigen Hefte zu sein.

Eure Tipps und Tricks bitte hierher :) und nun kommt die Bildergalerie:

erster und treuer Fan in jeder Phase
 
ich hab da schon mal was vorbereitet :)




blöd  wenn man 20 cm kauft
und dann nirgendwo ein 20-cm-Streifen herauskommt
Alle drei Lagen zusammen (Oberseite, Unterseite, Vlies) sind
ganz schön dick, piekste da eine Stecknadel durch alle Schichten,
gibts mindestens Falten und sehr wahrscheinlich Verschiebungen.
So die "auf einer Seite super Nahtzugabe, auf der Rückseite huch,
wo isse denn?!
-Sorte) Damit das nicht passiert, kann man z.B. jede
Stoffseite nur bis zum Vlies fixieren (und dann das ganze nochmal von
 der anderen Seite. Natürlich auf der späteren Unterseite in gebührendem
Sicherheitsabstand von der Nadel, denn da sehen wir ja nix
mehr nach dem Umdrehen)
 
So sieht die gleiche Stelle von der Vorderseite aus. Man kann gut erkennen,
dass die Nadelspitzen hier an der Nahtlinie, also deutlich näher am Rand, sind.
Damit die Quadrate "gleichmäßig wachsen", habe ich neue Streifen immer auf
der blauen Seite beginnend im Uhrzeigersinn rangebastelt. Na ja, was heißt immer,
erst nachdem ich verstanden hatte, dass sonst Kuddelmuddel rauskommt.
So ungefähr beim 10. Quadrat :)


Wirklich viel Zeit spart es, die beiden verwendeten Stiche
mit den größeren Stichlängen und -breiten als extra Stiche zu
programmieren, weil man ja ständig zwischen diesen beiden wechselt
und dann jedesmal die Stichlänge und -breite anpassen müsste.
Keine Sorge, schon nach dem 12. Karo habe ich eingesehen, dass es
schneller geht, doch mal  in der Anleitung nachzulesen, wie man
das macht, als dauernd an den Knöpfen rumzuspielen :)

Man braucht ganz schön viel Nähgarn und staubwischen sollte auch mal jemand :)








Geduldiger Gesellschafter

Mittwoch, 4. Juli 2012

über's Ziel hinausgeschossen

Eigentlich wollte ich nur einen Teflonfuß. Weshalb ich meinte, einen zu brauchen, hab ich vergessen. Eine kleine Internetrecherche ergab, dass das mitnichten ein drei-Euro-Artikel ist, wie ich gedacht hatte, sondern man dafür locker irgendwas zwischen 12 und 19 Euro berappen darf. Ich meine, wir reden hier von einem Plastikfuß ... Im Zubehörladen meiner Wahl, an den ich mich nur in ganz speziellen Fällen wende und den ich aus verschiedenen Gründen im Normalfall boykottiere, hatte ich heute unerwartetes Glück und traf auf gleich zwei nette Verkäuferinnen. Aber auf keinen Teflonfuß. Nun hätte man, wenn man eh vergessen hat, weshalb man das Ding unbedingt zu brauchen meinte, den Wink auch gerne verstehen und den Laden flugs verlassen dürfen, aber halt!, EINEN Teflonfuß gab es - als Set in einer Kiste mit noch x anderen. Meine Vermutung, die ganze Kiste wäre doch sicher popoteuer, wird freundlich entkräftet, schon für den Preis von 2 Teflonfüßchen hab ich die ganze Kiste inkl. verdecktem RV-Fuß (davon hab ich schon 2), Biesenfuß, Obertransporteur (den wollte ich in der Tat schon lange haben) und anderen, deren Sinn und Behuf sich mir noch nicht ganz erschlossen hat. Für den stolzen Preis von 40 Euro gibt's nämlich nur eine englische Beschreibung als schwarz-weiß Kopie.


Nicht erschlossen hat sich mir, wie man den Obertransporteur einbaut und wozu dieses zangenartige Dingens da an der Seite gut ist, ich hab's mir erklären lassen, man muss es an der Stelle einhängen, die man hier oben sieht.

Was würde ich jetzt machen, wenn ich irgendwas ordentliches gelernt hätte, statt Englisch zu studieren?! Mit den vielen Füßen kann ich nun also vermutlich ganz delikate Stoffe verarbeiten, z.B. zu recycelnde Seide ;) und himmlisch-fummliges Zeugs betreiben, wenn ich mich nur aufraffen könnte, irgendwas zu nähen.

Wenn mir jemand sagt, wie ich hier ein pdf einbinden kann, könnt ihr eine deutsche Anleitung für das Füßchenset haben. Oder ihr schreibt mir.

Samstag, 30. Juni 2012

Hab ich's jetzt geschafft?

Miss Magacuki ist superstolz. Die Kita-Erzieherinnen haben bei mir einen Gutschein für magacuki bestellt! Den machen wir natürlich mit besonders viel Liebe, meine Haus- und Hofdesignerin Judit Iványi zeichnet, ich mach den Rest:




Das wär's gewesen - (K)ein Abiballkleid

Damit ihr nun auch noch seht, was nicht geworden ist, kommt hier der status quo des berühmten Ballkleides:


Dafür, dass ich keine Ahnung habe und nicht Dior bin, finde ich es gar nicht schlecht. Und ziemlich nah an dem, was werden sollte.

Natürlich hätte ich mir verdeckte, also rechts auf rechts Nähte gewünscht, aber ich hab einfach nicht rausbekommen, wie man die Dinge rechts auf rechts legen muss, damit die Winkel nach dem Wenden noch immer stimmen. Oder die Faltenteile - wie kann man die einsetzen auf drei Seiten von links mit allen Falten?

Die Falterei war ohnehin ein Abenteuer in Improvisation. Das Kind hat die Falten gelegt, ich hab sie mit Tesafilm fixiert und dann kamen sie praktisch "hinter einen Rahmen":




Profis schütteln wahrscheinlich nur ungläubig den Kopf. Wenn man genau hinsieht, merkt man, dass die Falten rechts und links auch nicht im gleichen Winkel hinter der Einfassung liegen. Außerdem ist die Naht obenauf, wäre unsichtbar vielleicht eleganter.
 

Der entscheidende Punkt war dann diese abfallende Linie. Prinzessin magacuki wollte ja einen tiefen Rückenausschnitt UND diese Art Kummerbund vorne, hmpf ... Und die Rockfalten so, dass sie nicht auftragen. Na wunderbar, Kobolde??! Dass das Kleid hier doch dick macht, liegt an meiner Schneiderpuppe, die so gar nicht die elfenhafte Größe meines Kindes haben will.

Aber wie auch immer, für einen absoluten Autodidakten hätte ein Kleid ohne Schnitt auch schiefer gehen können. Und sie hatte ja ein schönes. :)