Montag, 7. April 2014

nicht nichts

Es ist nicht so, dass ich gar nichts mache. Ich mache nur nicht viel. Hin und wieder backe ich immerhin. Das kann dann dabei rauskommen:


Eine Tischtennistorte für den Kumpel meines Sohnes. Ja klar, am Ende hatte sie auch ein Netz, das trocknet hier gerade noch auswärts. Bei den Schlägern hat mir MEL geholfen.


Ähm, die Ökobilanz nach der Ganache war jetzt nicht so doll. Die Ganache übrigens auch nicht. Beim nächstes Mal gab es eine andere Füllung:


Als sich nun der böse Wolf mit lautem Gebrüll

auf die sieben Geißlein stürzen wollte, die sich,wie übrigens alle Geburtstagsgäste als Monsterchen verkleidet hatten,


lachten die sich längst außerhalb des Buches schlapp ...

Den Wolf in seiner ganzen fürchterlichen Sixpack-Fürchterlichkeit hat das große Kind unter den staunenden Augen seiner Geschwister gezaubert. Die Monsterchen stammen von der kleinen Schwester. Und das Geburtstagskind fing mit C an. Der grüne Marmor ist auch Fondant.

Ganz klassisch dagegen der Frankfurter Kranz für meinen Vater:


Leider hat er kein einziges Stück mehr davon essen können.

Ohne Umschweife verputzt wurde dagegen diese Bande:


Schokoboden, Himbeeren, Buttercreme. Beim nächsten Mal würde ich die Kitkats umdrehen oder Yogurette nehmen.

Manchmal decke ich auch einfach nur den Tisch:



Freitag, 24. Januar 2014

KamiKatze

Eigentlich wollte er ja zum Geburtstag.




Aber dann ist ihm was dazwischengekommen ...


Kindergeburtstage sind was für LEGO-Ninjas, fand er. Und ist zu Hause geblieben. Hier spielt das Leben, schau mir in die Augen, Kleine ...

Immer wenn ich Rosen krieg ....

du hast 28 Torten und willst um sieben Uhr aufstehen

Multitasking failed, so könnte man es ganz kurz fassen. 50 Stunden in der Woche arbeiten und Zeugs machen und bloggen wollen gibt eine Fehlermeldung. Aber ein bisschen was ist doch geworden ...

z.B. in aller Ruhe einen Nachmittag lang Torten dekorieren
gelernt, danke MEL. Ich musste nicht mal aufräumen.

den Kindern gezeigt, wie das geht (weniger ruhig und
mit aufräumen UND abwaschen)
Torte gegessen

Schade, dass wir meine Torte nicht früher gegessen haben, es fanden sie einfach alle zum Anschneiden zu schade. Als wir uns endlich durchgerungen hatten, war die Buttercreme, nun sagen wir - ach, sagen wir lieber nichts. Eine Bekannte meinte, wenn die Sachen anfangen zu sprechen, würde sie sie auch nicht mehr wegwerfen. Gut, gesprochen hat sie noch nicht, aber als sie anfing Pelz zu tragen, haben wir sie rausgeschmissen.

Ist das Kunst und kann das weg?
Ich kam also mit der Kunst und voll im flow nach Hause, da riefen die Kinder in seltener Einigkeit "ooh, wie süß!" (stimmt) und "Darf ich auch? Ich will auch! Büttteee!!!" Selbstredend jedes Kind eine eigene Torte und heute. Die drei-Tage-Regel damit ad acta (einen Tag backen, einen Tag füllen, einen Tag dekorieren (drei Tage essen)). Wir haben zwei fertige Tortenböden gekauft, mit Marmelade gefüllt und kurze 60 Euro für Werkzeug und Zutaten später fast beinahe SOFORT dekoriert. Die Sohn-Monstertorte wurde dem besten Kumpel geschenkt, die Tochter-Frühlingstorte nach tagelangem Verschönern und von-A-nach-B-räumen, damit der Alltag um die Kunst drumrumfließen kann, irgendwann gegessen.  

Fassen wir also noch mal kurz zusammen: Ich habe fünf Stunden in einem schnuckeligen Tortenstudio eine Buttercremetorte für meinen Mülleimer dekoriert, um einen gekauften Boden mit Marmelade und einem Pfund kunstgefärbtem Fondant mehrere Tage lang zu essen (mit ausreichend Schlagsahne rutschte sie überraschend gut). Jetzt wisst ihr, warum hier auf dem Blog grad nix los ist. Es schleift einfach irgendwo in der work-life-Kohle-Balance.

Montag, 16. Dezember 2013

Kaminholzengel


Entdeckt hatten wir die Engel im Urlaub an der Ostsee und wollten natürlich auch einen. Gut, dass das Kind etwas Weihnachtliches als Tischschmuck für die Schule brauchte. Besten Dank an alle Kollegen, die ihren Kaminholzstapel für mich geplündert haben.

Material: Kaminholz, Styroporkugel, Modelliermasse, Blumendraht, Puppenhaar, Transparentpapier. Reinen Alkohol zum Sprühen, der Engel hat einen hässlichen Schimmelfleck wegen der Holzfechte hinterlassen ...

Dienstag, 29. Oktober 2013

über kleine Leckereien würden wir uns freuen

war auf einem Zettel zu lesen, den meine Kinder nach Hause brachten. Herbstfest hieß es, aber man könne in Halloweenverkleidung kommen und vor lauter political correctness und multikulti schon am 30. Oktober. Also gut, ich habe wunderbare Ideen im Netz gefunden und die hier nachgemacht:



Negerküsse darf ich nicht sagen, sagen meine Kinder, die NIE etwas sagen würden, was man nicht sagen darf. Spritzen gibt's in der Apotheke, man kann auch fertige Schokoschrift kaufen, heute bei Kaiser's gesehen. Wir haben die *küsse vorgekühlt und ganz traditionell Kuvertüre geschmolzen. Bevor ihr jetzt die Spritze auseinandernehmt und alles mit dem Löffel vollkleckert, lasst euch sagen, man kann die flüssige Schokolade ganz easy hochziehen. Für meine minderjährigen Feinmotoriker war das Loch allerdings zu groß (oder die Geduld mit sich selbst zu klein).

Samstag, 20. Juli 2013

Alles hat zwei Seiten - die Decke ist fertig!!

Katze b2-b3


Yipiiijehhheee, ich hab fertig!!! Sogar einen ganzen Tag (und eine ganze Nacht!!) vor dem Geburtstag meiner Mama. So, und nun wohnt die Decke bei ihr. Ich habe letztendlich alle Streifen irgendwie getroffen:

mediumchic

subchic

perfetto
Mein bester Helfer war dabei dieses Klebeband von IKEA, das man aufbügeln kann. Damit hab ich die Verbindungstreifen auf beiden Seiten fixiert und dann genäht. Ich hab das Band in der Breite halbiert, man braucht ne ganze Menge (geht am besten mit einem superscharfen Messer, wenn das Band noch zusammengelegt ist). Ist natürlich extrem unpraktisch, wenn der Künstler die Reihenfolge der Quadrate vergeigt und das erst merkt, wenn er sie schon so richtig eingearbeitet hat mit festgeklebtem und genähtem Einfassband :( 

Aber jetzt ist alles in der richtigen Reihenfolge und chic. Nur mein Kater muss sich was anderes suchen.


Als ich so richtig frustriert war wegen trennen und klebt und geht nicht und falsch getrennt und keks, meinte mein großes Kind: Mama, wenn du jetzt durchhältst, musst du das niiiie wieder in die Hand nehmen. Das ist doch mal ein Argument!

Das Einfassband, oder Binding wie der Fachmann wohl sagt, hab ich dann vor dem Nähen von der Rückseite mit stylefix fixiert - weil ich meinen Bandeinfasser nicht verstehe ;) Insgesamt hat die Decke einen Umfang von 7,80 m, das sind über 15 m Fummelnaht nur zum Einfassen rundrum. Ich muss ein Held sein!




Dienstag, 25. Juni 2013

wer sich selber nicht ehrt

Ich fahre bald weg. Wohin weiß ich nicht, das ist MELs gut gehütetes Geheimnis. MEL sagt, ich soll mir ein Buch mitnehmen, Krieg und Frieden Teil 1-4 oder so. Aha. Wenn ich was gutes lesen will, schreib ich's mir selber, soll mal irgendwer gesagt haben, ich könnte ja vorsichtshalber die süße kleine Tastatur mitnehmen, natürlich nicht in ihrer schnöden Plastiktüte, ist ja klar. Dafür gab es doch so XXL-Milkapapier. Warum es mir leichter erschienen war, aus mehreren Mini-Rittersportpapieren eine Hülle zu machen, kann ich jetzt im Nachhinein beim besten Willen nicht sagen.


Mit Probieren bekomme ich heraus, dass ich pro Seite 15 brauche, also 30 (Papiere, nicht Kilo auf den Hüften). Leider fehlen mir zwei. (Wieder Papiere.) Erstes Handicap. (Heute morgen entdecke ich fünf auf der Wäscheleine, hmpf.)

In meiner Nämaschine ist derzeit eine Zwillingsnadel. Nach 6 Jahren habe ich in der Bedienungsanleitung Zwillingsnadeln nachgeschlagen und siehe, da gibts nen Knopf, den man drücken muss und außerdem steht da, wo und wo nicht der zweite Oberfaden lang soll. Ganz überraschend werden die vorschriftsmäßig vorbereiteten Zwillingsnähte schön, sauber und stabil, anders als in der och-was-brauch-ich-ne-Anleitung-freestyle-Variante. 

In den alten Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat, hatte ich mir optimistisch ein hypersexy langes Jersey-Schlauchkleid zugelegt und dachte, das wird schon. Für die top-secret-Reise mit MEL bin ich erwartungsfrei in das Kleid gestiegen, habe beherzt in den Spiegel gesehen und dann zur Schere gegriffen.

Als T-Shirt ist das Kleid ne Wucht. Und den Rock krieg ich auch noch hin. Mit der Zwillingsnadel. Die ich bis dahin nicht ausbauen will. Zweites Handicap.

Ich werde also meine erste wattierte Schokopapier-Patchwork-Tastaturschutzhülle auf der IKEA-Maschine meiner kleinen Tochter nähen. Selbstredend ist es schon Nacht, als ich anfange.

Der widerliche Perfektionist hält durch bis zum Ende des ersten Konserven-Tatortes, dann hat er genug. Den zweiten Teil mach ich mit mir alleine, für mich alleine. Meine Motivation schwächelt ein wenig. Ich mag keine Rittersport. Ist mir zu dick. Keine gute Haptik für meinen Geschmack. Aber schließlich will ich ja nur eine Tastatur verpacken, und zwar pronto, soll schließlich auch noch ein Rock werden. Mit der Zwillingsnadel.

Folgende Erkenntnisse werde ich parallel zu den fortschreitenden Ermittlungen des zweiten Konserven-Tatort-Teams gewinnen:
  1. Eine Tastaturhülle zu polstern mag eine wunderbare Idee sein. Ob man dazu Vlieseinlage UND tarnfarbenen Fusselstrick nehmen muss, könnte man sich genauer überlegen. Auch, ob sich die Fusseln vom Futter nicht etwa in der Tastatur absetzen.
  2. Die frei wählbare Stichlänge ist ein großes Geschenk der ehrenwerten Nähmaschinenbauergilde an die Hausfrau.
  3. Die Stichlänge nicht frei wählen zu können und dann Schokopapier, Volumenvlies und Fusselstrick durch die IKEA-Maschine jagen zu wollen, ist eine 16U (näheres dazu siehe 11. Leben Blaubär) Oder vielmehr eine 1U32M. Das sagt ja wohl alles. Das reißt auch kein Teflonfuß mehr raus.
  4. Mehr Dicke gleich weniger Breite. Das hatte sich mir bisher im richtigen Leben etwas anders dargestellt.
  5. Wenn man keine Lust hat, etwas richtig zu machen, soll man es lassen. Gut, das wusste ich eigentlich schon. Also besser: Auch wenn man etwas für sich selber macht, darf Mühegabe vorhanden sein.
  6. Reißverschlüsse kann man lernen. Der hier ist schon richtig prima.
  7. Die Tasche ist nach dem Wenden zu klein für die Tastatur. Hätte ich mehr Schokolade essen sollen? Nein, ich sag doch, da waren noch welche auf der Leine. Aber selbst wenn ich die gefunden hätte, wäre mir nicht eingefallen, noch eine Reihe mehr in der Breite zu basteln. Ist also fast entschuldigt.
  8. Ich hätte einfach ins Bett gehen sollen.



Jetzt habe ich hier eine Tastatur in Original-Plastiktüte und eine gepolsterte Rittersport-Patchwork-Krepelchen-Tasche mit Tarnfell-Futter, mit der ich nichts anfangen und die man nicht mal verhökern kann, weil die Buchfolie auf der Rückseite so blöd viele Blasen geworfen hat und der widerliche Perfektionist findet, das kann man doch nicht als magacuki rausgeben! Das sei ja schlimmer als ein Billigplagiat made in PRC. Und nu? Doch Krieg und Frieden?