Sonntag, 14. Februar 2016

Gryffindor!



Das kleine Mädchen wünscht sich einen Gryffindorschal, irgendwoher kenne ich das ... Wir recherchieren noch mal, was eigentlich genau scharlachrot ist, und nein Leute, das was es King's Cross bei 9 3/4 gibt, ist es nicht. Nirgendwo gibt es rot und gelb, wie wir es brauchen, also nehmen wir handgefärbte Wolle (das Leben ist kurz) von hier, die haben auch ganz genau das richtige. Was sie auch noch haben, ist eine Tür unter der Treppe, wenn das kein Zeichen ist ... :)

Die Zahl der Reihen für die Streifen wird immer wieder erwürfelt, vom künftigen Träger, versteht sich, und damit es keine Ringel werden, mit einem 12-er Würfel.

Was das Kind bis Weihnachten (2015) auch noch wollte, war ein kastanienbrauner Pullover. Die Wolle dafür haben wir extra färben lassen, zwei Tage vor Weihnachten ist sie fertig und hat beim Abholen die Farbe ganz frischer, noch nicht sehr reifer Kastanien, man könnte auch "rostbraun" dazu sagen. Die will das kleine Mädchen nicht (und ich schaff in zwei Tagen keinen Pullover, jedenfalls nicht ohne Zeitumkehrer). Das große Mädchen kräht sofort "will haben", natürlich nicht die Wolle, sondern einen fertigen Pullover, war ja klar. 

Als ich dem dritten (bisher unbeteiligten, weil kürzlich mit dem Potter-Zimmer ausgestatteten) Kind erzähle, dass noch Wolle übrig ist, leuchten seine Augen. Also alles auf Anfang. Den Sohnschal stricke ich zwei rechts/zwei links, das wird männlicher, aber auch irgendwie anders, ist aber noch lange nicht fertig. Keine Lust, keine Zeit. Dabei strickt sich die Wolle toll, reine Merino und phantastisch weich. Ich trag das Strickzeug einfach Tag für Tag mit mir rum, mit dem einzigen Erfolg, dass ich mir in der Tasche meine geliebte 3-er Bambusnadel zerbrochen habe. Witzig, dass ich in Metall eine halbe Nummer größer brauche.

Das kleine Mädchen wurde seither übrigens schon lange nicht mehr ohne seinen Schal gesehen. :)

Harry-Potter-Torte

 

Schon wieder ein Tag der Offenen Tür und weil unsere Schule wirklich extrem toll ist, bekommt sie eine tolle Kuchenspende.

neugierige Nebennasen ...
Können Torten per Eulenpost geliefert werden?



Für den Schal Streifen nebeneinanderlegen und vorsichtig drüberrollen. Die gelben sind kürzer, das gibt Bewegung.
Stimmt die Lage der Bügel? Yep, aber trägt Harry ne Ray Ban??
Empirische Material- und Formfindung ...
Der Besenstiel ist eine Cola-Kaustangen, die Borsten Schnüre (mit einer Schnur zusammengebunden) und die Brillenteile abgerollte Schnecken, alles Haribo, glaub ich. Lakritzschnecken müssten auch gehen, mag ich nur nicht. Schwarzgefärbter Fondant ist eine Riesensauerei, unbedingt Gummihandschuhe verwenden, und ergibt irgendwie eher nerdige Hornbrillen. Feinarbeit sieht anders aus. Die ganze Sauerei umsonst ...

Dienstag, 29. Dezember 2015

Gans für eingefleischte Vegetarier


Seit Jahren bittet mich das kleine Mädchen, das leidet, wenn die Transformation einer nackichten Gans in einen Weihnachtsbraten die Küche und mich beherrscht, lieber eine Keksgans mit Fenster zu servieren.

Die Kinder waren sehr unglücklich, schon früh am Morgen des zweiten Feiertags zu den anderen Großeltern zu reisen; durch die lange Schulzeit bis 22. und unsere englische Bescherung blieb ihnen kaum Zeit, richtig bei Weihnachten anzukommen, ihre neuen Schätze ausreichend zu bewundern, neu zu arrangieren oder einfach nur unter dem Baum zu sitzen und eine Geschichte zu lesen oder zu hören.

Zum Trost habe ich ihnen für die Zugfahrt die lang ersehnte Keksgans mit Fenster gemacht und für den Sohn einen Lebkuchenmann mit Krawatte.


Damit nichts schiefgeht, denn der Teig war ganz schön weich, hab ich die Bildhauermethode angewandt: Kennt ihr nicht? Alles, was nicht nach Löwe aussieht, weghauen. Also Form ausstechen und den ganzen Teig, der außenrum übrig ist, wegpuhlen:


In die Lücken in den Figuren kommen winzige Bonbons, die beim Backen zerlaufen und dann zu Fenstern werden. Der Kaktus war für MEL, warum wohl :) Campari-Bonbons machen übrigens die schönsten Fenster, sind aber meist zu groß und müssen zerkloppt werden. Fensterkekse erst wenn sie kalt sind vom Backblech nehmen, dann ist auch das Fenster fest. In den Kaktus kann man Mandelstifte als Stacheln stecken, Perfektionisten machen zusätzlich eine grüne Glasur (oder färben den Teig mit Matcha, was für Gans und Lebkuchenmann optisch eher weniger, mehr so gar nicht ist).

Montag, 28. Dezember 2015

Englische Weihnachten, etwas surreal

Hatte ich eventuell schon erwähnt, dass hier alle dem Harry-Potter-Wahn verfallen sind? Der Sohn fragte also eines Tages, ob wir in diesem Jahr nicht mal englische Weihnachten machen könnten, wie bei Harry Potter. Okay, warum nicht ... Wir haben uns also belesen, sind hingefahren, haben vor Ort gestöbert, Dinge mitgebracht (ein Buch zum Thema und Christmas Pudding), Dinge dagelassen (mit Namen bedrucktes Geschenkpapier, Christmas Crackers), Dinge im Internet bestellt (Christmas Crackers) und noch mehr recherchiert.

Es war ein sehr anderer Heiliger Abend. Tatsächlich ohne Geschenke. Nur auf unser traditionelles Heiligabend-Essen wollte keiner verzichten, englische Weihnachten hin oder her. Damit wir tatsächlich morgens die Bescherung machen können, übernachtete sogar meine Mutter bei uns. Unfallfrei ging die Sache dann aber doch nicht über die Bühne. Zunächst zog MEL ein langes Gesicht, als er hörte, es gäbe keine Stolle. Und es gab keine Stolle, obwohl ich am Heiligen Abend im strahlenden Berliner Sonnenschein noch rasch auf Not-Stollenjagd gegangen bin (wo hab ich heute welche gesehen? Im Baumarkt, wo sonst.) Hab ich eben versucht, MEL mit mir und der Welt mittels Blätterteig wieder auszusöhnen, klappt ja sonst auch:

Blätterteig in lange, ca 2 cm breite Streifen schneiden, mit dünnen
Pflaumenscheiben belegen, Vanillezucker drüber, aufrollen.
Nur hätte ich die Röschen nicht in Muffinförmchen quetschen sollen, was zwar optisch super war, aber sie sind einfach nicht durchgebacken. Trotzdem, der Bouche de Noel, der an die aus Frankreich übernommeneTradition erinnert, an den 12 Tagen zwischen Weihnachten und Hl. Drei Könige im Kamin ein Stück Buchenstamm zu verbrennen, der war richtig gut. Auch ohne Stechpalme zum Dekorieren.

Brauner Bisquitteig mit Schokoladen-Buttercreme-Füllung,
keine Hexerei. Deko: Rosmarin und (nicht essbare) Beeren

Wir haben Weihnachtslieder gesungen und gespielt und zwischendurch einmal fast die Nerven verloren und eine Spontanbescherung erwogen, weil plötzlich alle, nicht nur die Kinder, maulig wurden, doch am Ende hatten wieder die Buddhisten recht: alles geht vorüber, auch knautschige Stimmung. Es war tatsächlich ein schöner heiliger Abend.

Bei uns hat sonst jeder einen Platz, wo er all seine Geschenke findet, diesmal kamen alle Geschenke zusammen unter den Baum. Als besonderen Clou wollte ich sie auf unseren Schlitten drapieren, zu etwas anderem werden wir die in dieser Saison ja wohl kaum brauchen. Damit meine Kinder nicht die Kufen über den Fußboden zerren, habe ich um die Kufen weißen Filz und Rest-Thermolan von der Decke gewickelt. Das sah dann eigentlich sogar ein bisschen nach Schnee aus, so im Rahmen des möglichen.


Als sich die Kinder am ersten Feiertag punkt sieben vor meinem Bett materialisierten und Frohe Weihnachten wünschten (ich hatte gesagt, vor sieben wünsche ich niemanden zu sehen), lag mir eigentlich was anderes auf der Zunge als "Merry Christmas" ...

Mitten in der Bescherung stieg MEL dann aus und brauchte Madam Pomfrey. Als der Notarzt kam, liefen noch immer Christmas Carols, die Kids packten ihre Geschenke aus, die umfilzten Schlitten mussten beiseite geschoben und mehrere Geschenke ratzfatz aus dem Weg geräumt werden. Keiner hatte gefrühstückt, der Notarztwagenchef sprach für meine Ohren gut gelaunt österreichisch (erklärte aber später, Eidgenosse und akzentfrei zu sein und gab mir das irre komische, aber beruhigende Gefühl, Komparse bei Wolf Haas zu sein) und konnte sich keinen Reim darauf machen, weshalb wir am ersten Feiertag morgens mitten in Geschenkpapierbergen und heillosem (Bescherungs-)Chaos saßen. Auf der einen Seite dieses Parallelweltenchaos' saß ein teilnahmsloser MEL mit Schlauch in der Nase, auf der anderen meine Kinder, die ihr Heil in der (Realitäts)Flucht suchten und in der Küche schob meine Mutter Panik.

Vielleicht machen wir nächstes Jahr einfach wieder ganz normal Weihnachten. Same procedure as every year sozusagen. MEL geht es übrigens wieder gut.


Hier unsere Socken in Erwartung von Santa Claus. Die kleinen Kinder und MEL hatten ihre selbst ausgeschnitten und auch die Motive dazu, ich hab nur noch auf- und zusammengenäht, der vom großen Kind (links unten) ist recycelt, auf meinen und den meiner Mutter hab ich nur Bänder genäht, mehr Geduld und Zeit war nicht, denn: house elves don't work here.

Ebenfalls auf der Strecke geblieben sind ein Gryffindorschal und ein kastanienbrauner Pullover a la Molly Weasley, beides hatte sich das kleine Kind gewünscht. Der Schal ist nicht fertig, aber schon sehr schön und für den Pullover gab es einfach keine kastanienbraune Wolle da, wo ich gesucht habe. Schließlich habe ich welche färben lassen, nur war die auch nicht rechtzeitig fertig und dem Kind schlussendlich nicht kastanienbraun genug (ist tatsächlich eher rostbraun, oder mit gutem Willen leicht-unreif-kastanienbraun). Dafür zeigte sich das große Kind entzückt ob der Farbe und bestellte sogleich einen Molly-Weasley-Pullover für sich. Und da waren sie wieder, meine drei Probleme ...

Achso, Tischdeko gab's natürlich auch für jeden. Statt Tischdecke nehme ich eine Rolle Geschenkpapier, in den Gläschen steht ein Teelicht in Form eines Sterns (alle Sterne inkl. Kerzen gab's bei Depot, das Grün ist Efeu mit Beeren), die Stiefelchen sind genäht und von dem alten Besteck rechts hab ich leider nur eins, unser Besteck ist aber auch schon ziemlich alt, noch mit Bakelitgriffen.

Sonntag, 20. Dezember 2015

Alle Jahre wieder

 
habe ich vor Weihnachten auch noch Geburtstag und bastele schon mal an der Deko, die natürlich nicht mit einer Weihnachtsdeko zu verwechseln sein soll.


Den Rest erzähl ich später. Hyazinthen (schreibt man das so?) mit Moos und etwas Efeu in eine flache Glasschale sortieren und hoffen, dass alles im richtigen Moment aufgeht, bis dahin nicht vertrocknet und im entscheidenden Moment nicht zu doll riecht ...

Der Hocker darunter gehört eigentlich dem Dortmund-Fan und ist ein Sporthocker von Salzig.

In der Weihnachtsvariation sah das Arrangement dann ganz anders aus, kaum wiederzuerkennen, oder??


Zu meinem Geburtstag haben wir sehr lecker mit den Gästen gekocht (Fotos vergessen) und anschließend Geschichten gelesen. Blödsinn funktionierte deutlich besser als Weihnachtskrimi oder Roald Dahl. Der Fakir im IKEA-Schrank wurde Publikumsliebling und alle waren sich einig, dass ein Leseabend eine tolle Sache ist und wir das öfter machen sollten.

Die Einladung sollte etwa so aussehen, allerdings war es extrem schwer, ein Buch mit Frakturschrift zu zerschneiden (und verschicken lässt sich das Format auch nicht wirklich). Mit einem Cutter auf ein Buch loszugehen grenzt schon an Barbarei, Recyclingkunst hin oder her. Bei meiner Suche nach einem geeigneten Buch fand ich zufällig ein Jugendweihebuch von 1925 (das zu zerschneiden habe ich nicht über's Herz gebracht). Das zerschnittene ist, oder vielmehr war, ein Kitschroman allererster Güte. Cool fand ich, dass mein Sohn sofort anfing zu lesen und sich durch die Frakturschrift zu kämpfen. Damit hat das Buch seinen Bildungsauftrag letztendlich lange nach seinem Erscheinen doch noch erfüllt.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Eulen in den Verein tragen


Für die Weihnachtsfeier im Verein des einen Kindes wurden es endlich die Eulenmuffins. Immerhin. Übrigens muss man gar nicht Oreo-Kekse nehmen. Die obere Reihe sind kleine gefüllte braune Kekse mit Haselnusscremefüllung, sehen doch auch prima aus, oder? Die "Gesichter-Grundierung" sind 2 Karos weiße Kuvertüre geschmolzen, ein Stückchen Butter und ein ordentlicher Esslöffel Frischkäse gemixt. So und jetzt gehe ich das blöde Handy suchen, dass auf unserem Flur ausdauernder "Akku alle" fiept, als ein normaler Graphomane bloggen kann.

The Monsters' Book of Monsters


Was sollte ich nun aber für den kleinsten Harry-Potter-Fan machen, der bei der Zimmerneuverteilung leer ausgegangen war? (Also eigentlich nicht leer, denn das Kind, das ins HP-Zimmer ziehen durfte, hat alles nichterwünschte und uncoole zurückgelassen, das ist ungefähr das Gegenteil von "leer ausgehen".)Na klar, ein Monsters' Book of Monsters! Den Korpus gab es bei Edelhoff, seit Jahren liegt er bei uns rum und wartet darauf, dass ich - ach lassen wir das. MEL packte 24 Geschenkchen zusammen und schrieb auf jedes Päckchen etwa "Ron Weasley, Fuchsbau" (nur eben immer jemand anders), ich hab den Buchkorpus mit Fell bezogen (doppelseitiges Klebeband, das Fell war der Rest von einem Faschingskostüm, war es ein Yeti?), der Gürtel passt mir schon seit ein paar Kindern nicht mehr, wie es so geht im Leben.

Und der große HP-Fan? Genau, bekam auch gleich noch eins, nur etwas kleiner. Den kleinen Korpus gabs im Dänischen Bettenlager, in die Umschläge dazu kamen die ALPINA-Bilder von 1-24, Rezepte "von zu Hause", Witze und so Zeugs (kann ich hier nicht verraten) Der coole Gürtel war mir eigentlich noch nicht zu klein, jetzt schon :).