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Freitag, 14. Dezember 2012

Frühstück mit Tiffany


Vor einer Weile begann das kleine Schulkind zu meckern, noch ganze drei andere Kinder aus ihrer Klasse hätten das gleiche Platzset wie sie zum Frühstücken (das mit den Vögeln von IKEA) und das wäre doof, da müsse sie immer alle drei angucken, wo denn ihr Name drauf stehe. Ja, wahrhaftig, das ist unverantwortlich und grenzt an Schuluniform, Miss Magacuki sieht das ein :)

Bei Strauss fielen mir sehr schnuffige ganz einfache Weihnachtskarten in die Hände, die kamen auf den Kopierer und wurden auf ein vernünftiges Maß vergrößert (200% und die Kopie dann nochmal, das Original ist eine Minikarte). Beim Durchpausen auf dem Leuchtkasten gucken die Kinder zu und sind Feuer und Flamme, das wollen sie auch machen! Da wir nur einen Leuchtkasten haben (bzw. ich eine von unten beleuchtete Glasplatte im Nähtisch habe), gibt es erst Zoff, dann stellt MEL eine Lampe ans Fenster, öffnet den inneren Fensterflügel und das Kopieren geht friedlich auch für den Zweiten. Die durchgepausten Bilder wurden  je nach Temperament und Ausdauer ausgemalt (oder nicht), gerahmt und zieren jetzt das Kinderzimmer.


Für meine Zwecke musste ich natürlich alle Teile einzeln kopieren und ein Stück dazumalen, wo z.B. die Flügel unter das Kleid müssen oder die Ohren unter das Gesicht.

Die eigentliche Unterlage sollte ursprünglich ganz ambitioniert aus einer alten Jeans stammen und die Po-Tasche wollte ich gekonnt integrieren. Letztlich siegte die Vernunft, neulich bei IKEA habe ich kurzerhand ein fertiges Platzset in einer akzeptablen Farbe für 59 Cent family-Preis mitgenommen, immerhin ist Weihnachten bald vorbei, dann braucht sie auch keinen Weihnachtsengel mehr als Unterlage ... Noch zwei Nächte fummeln und schon konnte sie heute mit Engel in die Schule gehen, guten Appetit, mein Engel!

Die restlichen Karten sollen auch so auf T-Shirts, mal sehen, ob das noch rechtzeitig wird, oder ob ich  besser gleich auf die Osterkarten bei Strauss warte ;) und die Postkarten noch heute an die Wand hänge.

Der Einfachheit halber hab ich alles mit  Bastelfilz appliziert, muss man nicht versäubern (und kann man nicht waschen, hatte ich aber wegen anderer nicht verwirklichter Ideen in allen möglichen Farben zu Hause). Fleece geht auch prima, wer davon mehrere Farben hat. Oder Stoff, wenn man dafür noch Zeit hat und weiß, wo sein Vliesofix ist :) Der Unterfaden hat die Farbe der Unterlage, dadurch sieht es von unten ruhig und ordentlich aus, der Oberfaden die Farbe des jeweiligen Teils. Yep, inkl. dauernd wechseln. Für die Augen habe ich den Sternstich genommen, den meine Maschine kann und ihn dann von Hand nochmal dichter gestickt, sah vorher einfach nicht aus, aber die Form war gut. Die zusätzlichen Wimpern haben viel am Ausdruck verbessert, das entscheidende Extra, was die ganze Zeit gefehlt hat, kam aber erst mit den Lippenstift-Pausbäckchen.

Mit dem Applizieren habe ich bei der Wolke angefangen, dann kamen Kleid und Strümpfe (erkennt ihr sie? das Lieblingsbabyshirt vom Kind), Flügel, Schuhe und Schnürsenkel, ja, man kann sie binden :), dann Gesicht, Ohren, Haare, Haarband, Stern. Zuletzt die Schneesterne von Hand aufsticken. Dafür habe ich jeden Stern in der Mitte angefangen, beim ersten Einstechen auf der Rückseite ein Stück Faden hängen lassen und am Ende wieder in der Mitte ausgestochen und beide Enden verknotet. Ging gut. Und die ganze Zeit habe ich entweder Harry Potter 1 aus dem Adventskalender des kleinen Wombat gehört oder Kleine freie Männer von Terry Pratchett, findet ihr hier. Deshalb heißt der Engel wohl auch Tiffany :)

Sonntag, 11. Dezember 2011

Das Krepelchen

Manchmal funktionieren die Dinge ja einfach nicht, zum Beispiel ein Engel, den ich irgendwann um Ostern angefangen hatte. Bei Tilda näht man ganz raffiniert, man näht nämlich zuerst zwei unterschiedliche Stoffe zusammen und legt danach das Schnittmuster auf den Stoff, so bekommt man auch bei winzigen Teilen einen prima Übergang hin, am Halsausschnitt, an Stiefeln und Schuhen, an Händen und Ärmeln. Versucht man das mit zwei Nickistoffen, kann man ins Grübeln kommen. Schneidet man im Fadenlauf, legen sich die Härchen nicht ums Verrecken aneinander und  es wird eine räudige Ausschnittkante. Das kann man umgehen, wenn man den Stoff um 90 Grad dreht,  schwupps wird's eine würdige Büstenlinie. Danach tut man gut daran, den Stoff wieder zurückzudrehen und die Beine wie gewohnt im Fadenlauf zuzuschneiden, aber schlauer ist man bekanntlich immer hinterher. Ich habe also flugs auch die Beine noch quer zugeschnitten, dazu muss man wissen, Nicki ist querelastisch - die Beine werden beim Füllen also wahlweise länger oder breiter. Nun wünscht sich ja mancher, bei dem das Füllen in die Breite geht, es möge doch lieber in die Länge gehen, mag sein, dass das chicer wäre. Bei meinem Engelchen wurden die Beine lang und länger, Proportionen?? Wird überbewertet. Lange lag das unvollendete Engelchen im Weg, Arme hatte die Arme nicht, dafür Beine bis zum Boden und Knie an Stellen, wo jeder Orthopäde blöde kichert. 

Stehen eines Sonntagmorgens vier Rosen auf dem Küchentisch, reingequetscht in eine Weinflasche. Freudig überrascht gucke ich MEL an. Wo kommen denn die Rosen her? MEL: Da war heute nacht einer da.
Miss.Magacuki (grinsend): ach?! MEL: Ja, das Kind saß hier des morgens um halb sechs mit nem Typen in der Küche. MM: ?????!!!!!! Ich tobe und wüte, enttäuscht einerseits, dass die so männlich in die Flasche gequetschten Rosen mitnichten von MEL waren und erbost, dass dieser Endphasenpubi nachts Lover in meiner Küche! postiert. Dann dachte ich, vielleicht wollte sie ihn loswerden und befand unsere Küche als geeignetes Mittel.

Später stellt sich heraus, es war kein Lover, sondern sie saß da mit zwei Kumpels, von denen die eine ohnehin immer rein darf und der andere staunend und glücklich hier im Chaos stand und alles ganz furchtbar kreativ fand. Sagt das Kind. Er hätte völlig glücklich eine halbe Stunde lang alles in die Hand genommen und gedreht und gewendet, beguckt und bestaunt und sogar meinen unvollendeten Engel schön gefunden. Vielleicht hat sie all das nur gesagt, um mich zu beschwichtigen, aber egal, jedenfalls war es der Anstoß, a) doch mal wieder etwas Struktur in die Bude zu bringen und b) den Engel weiterzumachen.

Gegen die neuen zarten Weihnachtsengel nahm sich mein Querschläger natürlich noch unproportionierter aus. Ich nähe ihm Arme, die nicht mal bis zum Beinansatz reichen, irgendwie dehnten sie sich weniger als die Beine. Der Engel hatte jetzt einen Kopf ohne Haare und Gesicht nebst ellenlangen Beinen und viel zu kurzen Armen. Bisschen verkrepelt das ganze. Und nu? Ich wende mich an meinen Sohn: Sohn, frage ich, möchtest du mein Krepelchen? Der Sohn guckt verständnislos. Dein was? Ich erkläre ihm, Krepelchen = missglücktes Werk. Der Sohn sieht auf den Engel und strahlt über das ganze Gesicht. Ja!, haucht er glücklich. Dann kramt er in den Stoffen und zaubert einen Froschstoff hervor, aus dem er seit ewigen Zeiten ein Kissen wollte: Daraus bitte das Kleid! Hmpf. Aber vielleicht ist das bei einem richtigen Krepelchen auch schon egal.

Heute beim Ins-Bett-gehen suchen wir das Krepelchen, da fragt er: Mama, kann ich ab jetzt all deine Krepelchen haben? Soll ich ihm jetzt sagen, dass sein Dino-Lunchbag auch schon ein Krepelchen war?



Nachtrag zur Rettung seiner Männerehre: Natürlich knüllt er das Krepelchen hin und wieder zusammen und erklärt mit grimmiger Mine: Guck mal, das Krepelchen hat eine coole Waffe, das geht wie ein Bagugan (oder wie die Dinger heißen), hier faltet man es zusammen und dann ist DA! die Waffe!

Eulen zu Engeln

Meine Mama besucht ihre Schwester, die, die die Sache mit dem Karnickel angeschubst hatte. Als meine Mutter die twinkle-Eule sah, wollte sie für ihre Schwester auch eine. Deshalb konnte ich ja "bagoly" nicht von der to-do-Liste streichen, obwohl die twinkle-Eule fertig war.

Dann hab ich mein Engelchen für`s Schaufenster genäht und meine Mama gefragt, ob sie nicht jetzt in der Weihnachtszeit doch lieber einen Engel mitnehmen wolle. Sie wollte. Und ihre Schwester hat sich gefreut und das Engelchen sogleich ins Zimmer gehängt.

Na dann - einen schönen Advent!

Donnerstag, 17. März 2011

Engelmacher

Einfacher war die Sache für die Prinzessin, die plötzlich nicht mehr Clown sein wollte, sondern Engel.

Tilda-Flügel aus der Winterwelt, weißes Sommerflatterkleid, weiße Leggings, goldenes Stirnband als Heiligenschein, fertig der Engel. Im Tildabuch las sich das so: Nehmen Sie einen fertigen Heiligenschein ... Ich bin ein visueller Typ, ich hab so gelacht bei der Vorstellung, an den Schrank zu gehen und einen meiner Heiligenscheine aus dem üppigen Vorrat zu nehmen.