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Donnerstag, 3. Januar 2013

Spa-Engel

Schon seit ewigen Zeiten will ich einen Spa-Engel mit Handtuch über'm Arm machen, zum Beispiel für das Schaufenster der Apotheke zum Badeschaum verkaufen oder für den Kosmetiksalon. Am letzten Tag des Jahres hatte ich gleich morgens eine Verabredung mit meiner Kosmetikerin, danke, Mama! Nun ja, gut geplant ist halb gewonnen, nicht geplant geht auch irgendwie, jedenfalls hab ich am Vorabend "schnell angefangen", einen Spa-Engel zu machen. Und das ist er:


Ich dachte, vielleicht kann er irgendwo im Salon die Gäste auf Handtuchfreuden und Entspannung einstimmen, bei Tilda strahlen die immer eine himmlische Ruhe und pures Wohlbehagen aus. Dass der Wellness-Engel so gut ankommt, dass er sogar mit nach Hause darf, freut mich umso mehr :)

Bademantel: doppelseitiger Fleece, prima Idee. 
Lippenstiftwangen: na ja (besser mit einem Pinsel oder dem Finger auftragen)
Falls ich so eine noch mal mache, kriegt sie einen Körper aus Baumwolle, und nicht aus Jersey (auch noch im Fadenlauf geschnitten, dehnt sich wie verrückt) und beim Stopfen des Körpers etwas Oberweite, damit der Bademantel nicht so zusammenfällt.
Flügel: viele Lagen ganz dünne steife Baumwolle, die es manchmal bei IKEA gibt, lag schon seit Jahren in meinem Schrank. Von rechts übereinandergesteppt und dann ausgeschnitten (nicht gewendet).
Handtuch: ein Stück Microfaser-Putztuch aus dem 1-€-Laden - oops, jetzt kann ich ja gar nicht mehr putzen ;)
Haare: Wolle und Draht
 

Dienstag, 27. November 2012

der Nikolaus kommt

Eine Kollegin will ihren Enkel besuchen und hat ein Nikolaus-Geschenk gesucht. Ein Nikolaussack für all die Schätze des kleinen Mannes sollte es werden. Bei den Ungarn kommt zu Weihnachten das Christkind, alles mit Weihnachtsmannmotiven finden sie deshalb ab 07. Dezember völlig unzeitgemäß, deshalb war bei der Wahl des Motivs Vorsicht geboten.

Ja und das ist es dann geworden:

 


hier noch vor dem Zusammennähen





Der Schlitten ist mit der Nähmaschine gestickt, die Pakete darauf  sind einzeln von links genäht und gewendet, das Geschenkband ist auf der Rückseite der Pakete angenäht und auf der Vorderseite frei, die Schleifen werden also wirklich gebunden und gehen auch auf- und zuzumachen (das Band hängt dann runter, fällt aber nicht ab), die blaue Schlittentasche ist eine richtige kleine Tasche. Das Geweih der Rentiere ist Lederfenstertuch, die Rentiere selbst sind aus nici-Plüsch, Rückseite Leinen. Die Perlen zwischen den Geweihenden sind aufgestickte Wachsperlen, die Herzchen aus dem Tilda-Zubehör. Schlitten, Rentiere und Beutelidee: Tildas Weihnachten (aber der Sack ist viel größer als der im Buch)

Stoffe: IKEA (innen ist der Beutel kariert gefüttert), das Bindeband gabs als 4-m-Rolle bei Rossmann, ich hab 2 m genommen, doppelt gelegt und zusammengenäht, so dass das Muster von beiden Seiten zu sehen ist. In der Mitte des Bindebandes habe ich das Band mit zwei kleinen durchgenähten Knöpfen fixiert (einen innen vom Sack, einen außen, wie bei einem ordentlichen Mantelknopf), damit der junge Nikolaus das Band nicht rausziehen kann. An den Knopf von außen habe ich noch einen Filz-Lebkuchenmann vom vorigen Jahr gehängt, der hat der Oma besonders gefallen, obwohl er sich unter streng ästhetischen Gesichtspunkten jetzt nicht ganz ins Konzept eingefügt hat.


Dienstag, 13. November 2012

'für' und immer wieder - Weihnachten im Schuhkarton

Ich werde langsam alt, was man z.B. daran merkt, dass ich diesmal schon Anfang November daran gedacht habe, dass um diese Zeit doch immer die Kartons für Weihnachten im Schuhkarton abzugegeben sind und, schlimmer noch, auch unverzüglich zur Tat geschritten bin. 

Da ich bislang keine andere der grundlegenden Baustellen meines Lebens aufgeräumt habe, konnte ich nicht aus der reichlichen Ernte eigener exzessiver Schuhkäufe schöpfen und muss auch, wir erinnern uns, auf die Hilfe der sonst sehr zuverlässigen Schuhshoppingqueen verzichten. Letztere lässt downunder ihre Kartons vermutlich gar nicht erst in den Camper, nicht, dass sich böse Achtbeiner einnisten und nachts heimlich ihre Schuhe probieren.

Zum Glück gibt es rund um Miss Magacukis Atelier genügend umweltbewusste Besserverdienende, die sich a) nette italienische Schuhe in den Boutiquen auf unserem Schulweg kaufen und b) die chicen Kartons dalassen. Wir sammeln drei Kartons ab und denken nach, womit wir sie füllen wollen. Für das Karton-mit-Geschenkpapier-beziehen unter dem Work-Life-Balance-Aspekt gibt es übrigens hier eine praktikable Anleitung (das kleine Video am rechten Rand).


Drei Kartons, erkläre ich meinen Kindern, weil wir für jedes meiner Kinder einen Karton packen, auch wenn die Schwesterliebe nicht da ist. Die Kleine kräht, dann würde sie den Karton für die große Schwester packen. Ich bin gerührt. Gut, sage ich, dann packe ich deinen. Das Kind guckt verwirrt, sagt aber nichts. Für den schwesterlichen Karton einigen wir uns auf einen Elefanten als Kuscheltier.
MEL: Elefant ist gut, vielleicht geht der Karton ja nach Afrika.
Ich: ?? Ich glaube, die gehen eher nach Osteuropa.
Kind: Aber meine Schwester ist doch in Australien!!

Es wird noch eine Weile dauern, bis ich merke, dass man "für deine Schwester" auch anders verstehen kann und da mein Kind ein Kämpfer auf den zugewucherten Pfaden der Gerechtigkeit ist, werden wir vier Kartons packen: Drei zum Verschicken und einen, der auf die Schwester in ihrem Zimmer wartet. Schicken kommt nicht in Frage, wir sind schließlich nicht bei Harry Potter: An kiliwi, Sammy, linker(!) Sitz, Diddillibah, downunder. Dieser Elefant kommt jedenfalls erstmal in den Wegschickkarton (wenn auch unter Protest),


schließlich müssen die bis übermorgen weg, wenn ich nicht wie letztes Jahr eine Exkursion nach Springpfuhl machen möchte, wo die letzten verhinderten Samariter ihre Geschenke abgeben können.

Meinen Mittleren konnte ich zu einem Dalmatiner für seinen Karton überreden, war nicht schwer, sie hatten gerade 101 Dalmatiner geguckt - auf Ungarisch :) Ob das Pufi oder Pötyi geworden ist, muss ich ihn mal fragen, oder lieber nicht, damit der Abschied nicht so schwer fällt - er durfte ihn sich zwar wünschen, aber eben für jemand anderen.


Bei IKEA auf der Suche nach einer Dynamo-Taschenlampe (unbedingt ausprobieren, eine der drei war bei uns kaputt) sind mir dann echte Zweifel gekommen: Für 10 Euro hätte ich in Nullkommanix drei Zirkustiere haben können: einen gewichthebenden Tiger, einen Clownhund und ein Zirkuspferd - einen für jede Kiste. Warum nähe ich Elefanten und Dalmatiner, stricke Eulenmützen und häkele Katzen bis nachts um zwei?? Weil ich eben noch nicht alt genug bin, um noch früher anzufangen ;))) und weil ich mich der Einsicht versperre, dass den Kindern mit einem Pullover und Schal und Handschuhen aus Fleece mehr und schneller geholfen wäre. Alter schützt zum Glück vor Torheit nicht ;)

Anleitung und Schnitt für den Elefanten in: Kuscheltiere nähen, TOPP-Verlag, Band 6557, z.B. hier
(statt Frottee habe ich nici-Plüsch genommen, Füllung IKEA Kissen, wie immer)

Der Dalmatiner ist der Hund aus Tildas Haus (guck mal hier) mit vier Hinterbeinen statt 2 Hinterbeinen und zwei Armen; aus dem einen irrtümlich zugeschnittenen Arm wurde (etwas kleiner) der Schwanz.

Freitag, 28. September 2012

es wird Winter

deshalb brauchen kleine Bären einen Pullover und kleine Jungs einen Bären.Vielleicht fange ich ja wieder an zu nähen.


Ich find ja immer noch, dass dem Bärenschnitt eine Vergrößerung von 141 % (A4 --> A3) gut tut. Aber vielleicht macht es auch einfach nur das Plüschmaterial. Na ja, jeder Bär hat schließlich sein kleines Geheimnis ...


Donnerstag, 14. Juni 2012

Bärenbrüder


MEL meint, ich sei graphoman und die Artikel wären zu lang, im Internet liest keiner mehr so viel Text. Und was mein Mann sagt, stimmt ganz genau ;)

deshalb nur so viel: Die superclevere Marketingstrategie Benutzen Sie doch Ihr Kind als Werbeträger funktioniert, der rote Bär musste einen Bruder bekommen. Das ist er. ENDE.


Besser?
PS: Eigentlich schade, ich hätte sonst erzählt, weshalb ich den unbedingt zwischendurch als Erfolgserlebnis nähen musste.

Dienstag, 12. Juni 2012

Living next door - ein schwarzes Püppchen

Als meine Tochter dem Puppenalter entwachsen war und in einer rigerosen Aktion alles "peinliche" aus ihrem Zimmer verbannte (was vielleicht etwas mit dem zeitgleichen Eintreffen des Austauschschülers aus Moksau zu tun hatte), habe ich sie für die Konsequenz und Entschlossenheit bewundert, mit der sie im Wortsinn Platz für ihr neues Leben geschaffen hat. Wir sind in meiner Kindheit so oft umgezogen, dass diese STRG ALT ENTF Aktionen nichts mit meinem Rhythmus zu tun hatten, bis heute vermisse ich meinen roten IKARUS-Bus, der einem meiner "dafür bin ich jetzt zu groß"-Happenings zum Opfer gefallen ist. Vielleicht hat ihn mein Vater heimlich gerettet, aber auch dann ist er verloren, denn dann schmort er in einer Ecke des elterlichen Kellers, wo ihn niemand zutage fördern wird, solange ich mich daran erinnere, dass er für mich die heißgeliebten Überlandfahrten bedeutet, wenn ich großes Glück hatte, in der ersten Reihe mit Blick auf den Fahrer, die Beine hinter dem gesteppten grau-beigen Kunstlederbehang und immer versucht, solange zu brummen, bis der Fahrer schaltet. Oder über dem Radkasten sitzen, heute verstehe ich, warum meine Oma das weniger lustig fand als ich, die ich endlich mal was sehen konnte und schön geschaukelt hat es noch dazu.

Aber das wollte ich gar nicht erzählen, sondern von dem Augenblick, als meine Bewunderung für die Feng-Shui-Aktion meines Kindes abrupt in blankes Entsetzen umschlug - als nämlich Yakari im Fernsehen lief und ich ihre Jana-Puppe (die eigentlich eine Ind-jana-puppe war) für ihre kleine Schwester haben wollte. Die Puppe müsse sie wohl damals, als sie kurz vor Mischas Besuch ... Hätte sie einem Frosch bei lebendigem Leib die Beine ausgerissen, ich hätte kaum entsetzter sein können (na ja, doch schon). Die Puppe, die in direktem Zusammenhang mit dem Welt-Rückseiten-Ranking steht, war HEILIG! Und überhaupt, wie kann man eine Puppe, heilig oder nicht, wegwerfen??? Und ganz nebenbei war sie einfach süß.

Wie hieß es so schön in den deutschen Untertiteln zur Kinoversion von "The Remains of the Day"? Es macht keinen Sinn, über verschüttete Milch zu weinen [sic!] Ich wende mich an den Problemlöser Nr. 1, das Internet. Fehlanzeige. Mit den angebotenen Indianerpuppen kann man doch nicht spielen. UNSERE war komplett aus Stoff und hatte schwarze Haare und sah aus, wie man sich als Bleichgesicht eine Indianerpuppe vorstellt. Ein richtiges Puppenkind, keine Künstlerpuppe, eine ohne Schnickschnack.

Irgendwas haben wir in unserer Familie mit den Puppen, die uns nicht gehören; bei meinem Vater war es eine Negerpuppe (damals hießen die so, auch noch, als ich klein war, und nein, ich werd nicht nächstes Jahr 100; ich hatte eine, weil meine 68-er Eltern das vielleicht unter dem Aspekt von Völkerfreundschaft und venceremos & Co. wichtig fanden, oder einfach nur, weil mein Vater noch eine Rechnung offen hatte.) Als Knirps hatte er es sich gründlich mit seiner zugegeben bisweilen etwas empfindlichen Mutter verdorben, als er fragte, ob er ihre Negerpuppe haben dürfe. Sie: Wenn ich tot bin. Er (voller Erwartung und vermutlich einer Spur zu viel Vorfreude in der Stimme): Wann stirbst du denn?

Vielleicht trage ich mich schon lange mit dem Gedanken, eine dunkle Püppe dann eben selber zu machen, was weiß ich. Neulich auf der Suche nach dem perfekten Abiballkleidstoff für das Kleid, vor dem mir so sehr graut, dass mir jedes alternative Projekt recht ist, egal, wie lange ich es schon vor mir herschiebe, entdecke ich bei Karstadt Hermannplatz braunen Samt. Zwei Sorten. Welchen jetzt? Ich denke über Sehgewohnheiten und Toleranzen nach. Zum Glück leben wir in Multikulti-Berlin. Ich warte ein bißchen und schon kommt eine Fachfrau für dunkle Haut durch die Abteilung. Ich frage sie, ob sie mir mal kurz helfen würde, sie guckt etwas verwundert, aber sie kommt mit. Ich muss so viel ehrlichen Enthusiasmus ausgestrahlt haben, dass sie mir keine klatscht, als ich frage, welchen der beiden Stoffe sie für eine Püppe nehmen würde, wenn sie denn eine dunkle Püppe nähen wollen würde. Dafür, dass der sich später total blöd nähen lässt, kann sie nicht, wir beurteilen hier nur Farbe und Haptik als Puppen- und Hautfachfrauen.


Eine Woche später zieht ein schokobraunes, knopfäugiges, oberschnuffiges Kugelbauchbaby bei uns gegenüber ein. Und bekommt als Willkommensgeschenk - eine Püppe. Eine dunkle. Als Gegengewicht zu den vielen Bleichgesichtern in multikulti-Berlin. Aber psst, nicht meiner Tochter ezählen ;)

Montag, 12. März 2012

Yeti-Making of

das Ausgangsmaterial

Füße vergrößern-Vorderteil

Beine an Füße anpassen-Rückenteil

die Ohrenform hat sich zufällig aus Linien im Schnittmuster ergeben

Papierschnittteile bei einfacher Stofflage zuschneiden und die Fellfusseln nicht zerschneiden, man schneidet nur die gewebte Fläche, nicht die Haare. Vielleicht wäre das Vieh yeti-iger, wenn man es tatsächlich so doppelt zuschneidet, denn das Tilda-Programm sieht als Vorderteil diesen halben Hasen (doppelt zugeschnitten, man sieht ihn bei den vergrößerten Füßen) vor. Ich würde so ein langhaariges Fell aber nicht bei doppelter Stofflage zuschneiden, weil man ja sonst doch die Haare zerschneidet. Die müssen aber dran bleiben und überstehen.

ausgeschnitten

steht - auch ohne Gesicht

Samstag, 25. Februar 2012

Giraffe

Ich hatte ja schon von meinem nici-Coup erzählt, oder? Bei ebay gab's von nici home Sofabezüge aus diesem wunderweichen Plüsch, aus dem die sonst ihre Plüschtiere nähen, die Pflasterkatze, der Ponyboy, die Ziege und der rote Bär sind z.B. daraus entstanden.

Durch das Zusammentreffen vieler komischer Umstände und nicht-wie-geplantse treffen wir vor dem Spielzeugladen eine andere Mutter, die fragt: Na, auch bei A. zum Geburtstag eingeladen? Ich: Nö. Kind: Ja. Bitte??!! Na, gut, dass wir mal drüber geredet haben :) Der Geburtstag ist übermorgen.

M: Und, was willst du mitnehmen als Geschenk? Ein Tier, einen Pyjama, ein Kissen, Donuts aus Filz?
K: Eine Kuschelgiraffe.

Aah ja. Es könnte damit zu tun haben, dass ich seit der Yeti-Aktion das Riesenplüschfell mit dem Giraffenrand aus meinem nici home-Fundus noch immer nicht weggeräumt habe. Selbst schuld. Nein, man nennt das nicht Unordnung oder Schlamperei, sondern Inspiraionsquelle ;) hat ja auch geklappt, ich finde die Idee gut und mache mich, ganz untypisch für mich, nicht erst am Vorabend an die Arbeit, sondern schon am Vorvorabend, sozusagen gleich. Was soll ich sagen, dieses nici-Zeug ist ein Zauberzeug, ich werde zum Gepetto, es fehlt nicht viel und die Giraffe fängt an zu reden. Ich will mich hier nicht unnötig loben, aber die wird so unglaublich schnuffig, ich denke, das macht dieses nici-Stöffchen. Ich bin der Meinung es hieße die Paspel, obwohl die Fachliteratur von der Paspel spricht, und da ich meine feststehende Meinung nicht durch Tatsachen verwirren lassen will, verweigere ich den Telefon- und sämtliche andere Joker. Warum erzähle ich das? Na ja, weil ich den Tilda-Giraffenschnitt genau auf die Paspelnaht gelegt habe, am Anfang und am Ende ein wenig trennen, da zieht man die Paspel raus aus der Naht, so dass die Mähne sanft ausläuft und schwupp, war's schön :) 

Rosa Perlmuttknöpfe aus Frankreich halten Arme und Beine beweglich. Danke noch einmal, Carole, für die wunderschönen Knöpfe. Das Kind malt noch ein Bild mit Giraffe dazu und ab geht's zum Geburtstag.

Falls ich noch mal eine nähe, will ich mal versuchen, andere Vorderbeine zu machen. Im Stehen ist es ok, aber wenn sie auf allen vieren steht, hmmm ....



Freitag, 16. Dezember 2011

Reinhard Mey und mein roter Bär

Alle Hörbücher schon gehört, da borgt mir das große Kind zwei Reinhard-Mey-CDs. Das große Kind trägt an der Welt. Und während Reinhard Mey von seinem roten Bären singt, weiß ich plötzlich, was ich mit dem angebrochenen Abend mache: Einen roten Bären! Es ging praktisch ganz von allein. Er singt: Und ich wusste, nur die Frau, die mich liebt, konnte so einen Bären für mich finden - letztendlich war es wohl nicht so gemeint, aber sind nicht auch Mütter Frauen, die uns lieben? Klar doch. Na ja und wenn es bei R.M. heißt, er hätte den Bären gar nicht geschenkt bekommen, vielmehr hätte der Bär einfach einen gebraucht, der ihm eine Reise in die Staaten bucht, dann passt das irgendwie bei uns auch.

Hier habe ich mit einem vergrößerten Bärenschnitt gearbeitet, deshalb wird ihn wohl die kleine Schwester unter'm Baum finden, so ein großer Bär passt nicht ins limitierte Gepäck flügge gewordener Nestflüchter. Obwohl, wenn man so richtig Kummer hat, kann der Bär nicht groß genug sein, oder werden die Probleme in der Ferne kleiner? Große Fragen für einen kleinen Bären :))

Material: Plüsch aus der Nici-Home-Collection, Perlmuttknöpfe in 2 Größen für Arme und Beine

Sonntag, 11. Dezember 2011

Das Krepelchen

Manchmal funktionieren die Dinge ja einfach nicht, zum Beispiel ein Engel, den ich irgendwann um Ostern angefangen hatte. Bei Tilda näht man ganz raffiniert, man näht nämlich zuerst zwei unterschiedliche Stoffe zusammen und legt danach das Schnittmuster auf den Stoff, so bekommt man auch bei winzigen Teilen einen prima Übergang hin, am Halsausschnitt, an Stiefeln und Schuhen, an Händen und Ärmeln. Versucht man das mit zwei Nickistoffen, kann man ins Grübeln kommen. Schneidet man im Fadenlauf, legen sich die Härchen nicht ums Verrecken aneinander und  es wird eine räudige Ausschnittkante. Das kann man umgehen, wenn man den Stoff um 90 Grad dreht,  schwupps wird's eine würdige Büstenlinie. Danach tut man gut daran, den Stoff wieder zurückzudrehen und die Beine wie gewohnt im Fadenlauf zuzuschneiden, aber schlauer ist man bekanntlich immer hinterher. Ich habe also flugs auch die Beine noch quer zugeschnitten, dazu muss man wissen, Nicki ist querelastisch - die Beine werden beim Füllen also wahlweise länger oder breiter. Nun wünscht sich ja mancher, bei dem das Füllen in die Breite geht, es möge doch lieber in die Länge gehen, mag sein, dass das chicer wäre. Bei meinem Engelchen wurden die Beine lang und länger, Proportionen?? Wird überbewertet. Lange lag das unvollendete Engelchen im Weg, Arme hatte die Arme nicht, dafür Beine bis zum Boden und Knie an Stellen, wo jeder Orthopäde blöde kichert. 

Stehen eines Sonntagmorgens vier Rosen auf dem Küchentisch, reingequetscht in eine Weinflasche. Freudig überrascht gucke ich MEL an. Wo kommen denn die Rosen her? MEL: Da war heute nacht einer da.
Miss.Magacuki (grinsend): ach?! MEL: Ja, das Kind saß hier des morgens um halb sechs mit nem Typen in der Küche. MM: ?????!!!!!! Ich tobe und wüte, enttäuscht einerseits, dass die so männlich in die Flasche gequetschten Rosen mitnichten von MEL waren und erbost, dass dieser Endphasenpubi nachts Lover in meiner Küche! postiert. Dann dachte ich, vielleicht wollte sie ihn loswerden und befand unsere Küche als geeignetes Mittel.

Später stellt sich heraus, es war kein Lover, sondern sie saß da mit zwei Kumpels, von denen die eine ohnehin immer rein darf und der andere staunend und glücklich hier im Chaos stand und alles ganz furchtbar kreativ fand. Sagt das Kind. Er hätte völlig glücklich eine halbe Stunde lang alles in die Hand genommen und gedreht und gewendet, beguckt und bestaunt und sogar meinen unvollendeten Engel schön gefunden. Vielleicht hat sie all das nur gesagt, um mich zu beschwichtigen, aber egal, jedenfalls war es der Anstoß, a) doch mal wieder etwas Struktur in die Bude zu bringen und b) den Engel weiterzumachen.

Gegen die neuen zarten Weihnachtsengel nahm sich mein Querschläger natürlich noch unproportionierter aus. Ich nähe ihm Arme, die nicht mal bis zum Beinansatz reichen, irgendwie dehnten sie sich weniger als die Beine. Der Engel hatte jetzt einen Kopf ohne Haare und Gesicht nebst ellenlangen Beinen und viel zu kurzen Armen. Bisschen verkrepelt das ganze. Und nu? Ich wende mich an meinen Sohn: Sohn, frage ich, möchtest du mein Krepelchen? Der Sohn guckt verständnislos. Dein was? Ich erkläre ihm, Krepelchen = missglücktes Werk. Der Sohn sieht auf den Engel und strahlt über das ganze Gesicht. Ja!, haucht er glücklich. Dann kramt er in den Stoffen und zaubert einen Froschstoff hervor, aus dem er seit ewigen Zeiten ein Kissen wollte: Daraus bitte das Kleid! Hmpf. Aber vielleicht ist das bei einem richtigen Krepelchen auch schon egal.

Heute beim Ins-Bett-gehen suchen wir das Krepelchen, da fragt er: Mama, kann ich ab jetzt all deine Krepelchen haben? Soll ich ihm jetzt sagen, dass sein Dino-Lunchbag auch schon ein Krepelchen war?



Nachtrag zur Rettung seiner Männerehre: Natürlich knüllt er das Krepelchen hin und wieder zusammen und erklärt mit grimmiger Mine: Guck mal, das Krepelchen hat eine coole Waffe, das geht wie ein Bagugan (oder wie die Dinger heißen), hier faltet man es zusammen und dann ist DA! die Waffe!

Eulen zu Engeln

Meine Mama besucht ihre Schwester, die, die die Sache mit dem Karnickel angeschubst hatte. Als meine Mutter die twinkle-Eule sah, wollte sie für ihre Schwester auch eine. Deshalb konnte ich ja "bagoly" nicht von der to-do-Liste streichen, obwohl die twinkle-Eule fertig war.

Dann hab ich mein Engelchen für`s Schaufenster genäht und meine Mama gefragt, ob sie nicht jetzt in der Weihnachtszeit doch lieber einen Engel mitnehmen wolle. Sie wollte. Und ihre Schwester hat sich gefreut und das Engelchen sogleich ins Zimmer gehängt.

Na dann - einen schönen Advent!

Montag, 5. Dezember 2011

So, geschafft, das Schaufenster steht!

Such mich :)








Den Rest des Fensters hatte die Apothekerin selbst gemacht, leider spiegelt der Blitz in der Scheibe, mal sehen, wann ich ein besseres Bild machen kann. Der gestreifte Bär sitzt innen im Verkaufsraum.

Übrigens sieht der Tilda-Bär in gold absolut klasse aus und näht und stopft sich auch gut. Der Stoff ist dehnbar, Vorsicht beim zuschneiden, er hat einen extrem breiten Webrand, auf dem keine Goldbeschichtung ist. Ich habe 20 cm gekauft, das reicht für ein bis zwei Bären und ist bezahlbar.

Die Lebkuchenmännchen bestehen aus drei Lagen Filz: zwei Lagen braun, dazwischen das Bändchen zum Aufhängen fassen und dann kommt der farbige Guss. Für den Guss habe ich mir ein neues Schnitteil gemacht, rundum etwa 3 mm kleiner als das Große. Braucht man aber nicht unbedingt, man kann den braunen auch einfach nur als quadratischen Grob-Zuschnitt lassen, darauf den zugeschnittenen und vorher verzierten farbigen Lebkuchenmann legen, einmal mit großen Stichen und dickem Garn für Ober- und Unterfaden und der Ledernadel rundrum steppen.. Danach den Lebkuchenmann so ausschneiden, dass der farbige Guss einen braunen Rand hat. Vorsicht am Bändchen, sonst ist es ab!

Der braune Filz war eine etwa A3 große Platte und steif wie Pappe, der bunte ganz dünn und weich und etwa A4. Beides gekauft bei Karstadt Hermannplatz und auch gesehen bei Edelhoff.

Den Goldstoff gibts in gold, silber und metallicrot im Stoffhaus Frankfurter Allee (U-Bahn Samariterstr., genau zwischen beiden U-Bahnausgängen, stadteinwärts auf der linken Seite)

Montag, 5. September 2011

Matrjoschka

Das große Kind hat sich Matrjoschkas in allen Größen und passend für ihr Zimmer gewünscht - voila und Happy Bürste, Kind!

Vielleicht ist der Kopf ein bißchen groß und ein bißchen eckig, aber sie hat Haare, wie ich sie immer gemalt habe, als besagtes Kind noch klein war. Und außerdem gibt es da zufällige Ähnlichkeiten mit lebenden Personen :)

Donnerstag, 28. April 2011

Berlinbesucher

Wir haben Osterbesuch aus Frankreich, was liegt näher, als einen Hasen zu verschenken? Ähm, keinen Hasen zu verschenken, ich hab's einfach nicht geschafft, einen zu nähen. Jedenfalls nicht bis Ostern. Der Osterbesuch hat einen echten Hasen zu Hause, soo abwegig war die Idee nicht. Wenn mein Hase nun schon nicht im Nest gesessen hat, dachte ich, ich frag mal, ob es Sonderwünsche gibt. Gab es. Nach Berlin sollte er aussehen. Mein Kind und ich gucken uns groß und ratlos an. Sie groß, ich ratlos, bei uns gibt es da eine klare Ressorttrennung.

Sie: Na, kurze Jeans wären cool und irgendwas mit Berlin, Fernsehturm oder so. Ich weiß nicht, ob ich prozentual mehr ungläubige Ratlosigkeit oder mehr ehrliche Entrüstung im Gesicht hatte. Davon völlig unbeeindruckt phantasiert das Kind munter weiter: Sonnenbrille, Kopfhörer ... Mein Gesicht trägt deutliche Spuren von "sonst noch was?!"

Ich kündige vorsichtig an, dass der Hase wohl ohne Panade Kleider auskommen muss. Aber Ehrgeiz, blöder Perfektionismus und grenzenlose Selbstüberschätzung setzen mich an die Maschine und lassen mich eine kurze Jeans nähen. Oberteil? Nicht ums Verrecken will mir einfallen, wie dieser supersimple Sommerhängerchenkinderschnitt ging, bei dem man zwei Teile mit ner Strippe um den Hals hängt und fertig. Außerdem fallen mir die Augen zu, nach eineinhalb Wochen Kochen und Touri-Programm bin ich durch. Die Damen vergnügen sich in irgendeiner Bar, zu der ich lieber keine Einzelheiten wissen möchte, unser Gast ist nicht volljährig. Aber heute musste ich arbeiten und von dort aus zum Flughafen, Gast verabschieden, kein Zeitpuffer drin.

Ich nehme ein breites Band aus meinem Fundus und schlinge es, wie ich finde, elegant um die Hasenbüste. (Kleider waren ausdrücklich erwünscht) MeinEinerLeser guckt irritiert auf den Hasen: Also das Oberteil passt ja irgendwie gar nicht. Aha. Ich fummel noch ein bißchen, irgendwann wird ein Bikiniteil daraus, das gefällt ihm. War ja klar. Mir nicht. Am Ende mache ich was, was keinen Beteiligten so richtig überzeugt:


Marielle, wenn du das liest, wickel das Band zweimal um den Hasen, setz den Knoten unter den einen Arm, das sieht cool aus, auch wenn er davon noch nicht berlinerischer aussieht.
NPK meinte, guck mal bei Zille :) coole Idee, aber sie wollte einen schlanken Hasen, kannste machen nix. :))

Montag, 18. April 2011

So ein Zirkus

Als ich gerade ganz viele Hasen nähen musste, hat mich eine Kollegin gefragt, ob ich ihr nicht vielleicht zwei Hasen so zu Ostern??? Für ihre Nichten? Ääähm, also Hasen gerade zu Ostern???? Ehrlich gesagt, konnte ich Hasen gerade überhaupt kein bißchen mehr sehen. Nicht wirklich professionell so als Haltung, aber gleichzeitig lag das neue Tilda-Buch in meiner Tasche und ich fand den Zirkus daraus so süß. Ob es nicht vielleicht auch ein Elefant und eine Giraffe sein dürften? Ein Zirkus?? Hm? Immerhin war es auch um die Kollegin geschehen, als sie die Bilder sah, von Hasen war fortan nicht mehr die Rede.

Schnell gemacht ein nackiger Elefant aus japanischem Leinen, gefüllt mit IKEA-Kissen, wie gehabt:


Oops, den kleinen Topf-Elefanten hab ich inzwischen ganz vergessen, der war so eine Art Happymaker für einen besonders schweren Fall ;)

Die arme Giraffe musste ein wenig länger warten, so als Torso, bis ich aus dem Urlaub zurück war. Dafür habe ich sie liebevoll dem Elefanten in den Schoß gelegt, damit er ihr die noch nicht vorhandenen Hörner und Ohren kraule. Meine Giraffe hat sogar eine Mähne, ich hab leider vergessen, sie zu fotografieren. Ein Stück der fransigen Webkante war wie dafür gemacht. Einfach beim Zusammennähen mitfassen, sieht total echt aus.


Besonders angetan hatte es mir das Zirkuszelt, das man dazu nähen konnte. Leider gibt es das Buch "Tildas Atelier" bisher nur auf norwegisch. Nassforsch spricht das tapfere Schneiderlein: Kein Problem, Norwegen ist mein Lieblingsland, Norwegisch ist wunderschön, Dänisch kann ich ein bißchen lesen (glaubte ich bis dahin und bin außerdem sehr aus der Übung), och, das geht klar. Und statt mich den Kleidern der nackigten Zirkusakrobaten zu widmen, schnippel und werkel ich an dem Zirkuszelt herum. Der Rest ist traurig und besser nicht erzählt. Ich kann KEIN Norwegisch, ich sehe es jetzt ein, und Frau Finnanger war sehr sparsam bei der Bebilderung ihrer doch eher textlastigen Anleitung. Im Endeffekt habe ich einen kompletten Tag völlig umsonst gewerkelt, schlussendlich alles irgendwie im Laufe des Tages ans Zelt rangehexte wieder abgetrennt und aus diesem Nicht-Zelt, das wirklich sehr schöne Farben hatte (und wahrscheinlich viel zu dicken Stoff und davon auch zu wenig und das zu fotografieren ich vergessen habe), einen Spielteppich gemacht. Hmpf. "Schnell noch" eine Grabbag genäht, Zirkusmannschaft rein und schon war Übergabe.

Soll ich jetzt zugeben, dass ich frisch aus dem Urlaub bis morgens halb fünf gewerkelt habe um dann am um halb zehn vom Telefon geweckt zu werden und danach so einen Grippe-Kopf hatte, dass es mich von halb zwei am Nachmittag bis morgens um sieben ins Bett gebügelt hat?? Nein, ich glaube, das lasse ich lieber, das ist einfach zu blöd für einen fröhlichen Zirkus. Ebenso verschwiegen soll werden, dass ich die Rüsche am Giraffenkleidersaum versehentlich linksrum angezaubert habe.

Okay, ich hab schon bessere Fotos gemacht, aber nicht von den beiden, denn das ist das einzige mit Kleidern. Und die sieht man immerhin prima.

Freitag, 25. März 2011

Tierisch langes Wochenende

Gebt mir ein langes Wochenende (und bei einer Woche mit zwei Arbeitstagen kommt wohl auch der frustrierteste Dienst-nach-Vorschrift-Macher nicht umhin, das Wochenende als lang zu bezeichnen) und versteckt mein Ladekabel, schwupp, schon entspringt meiner Nähmaschine gar sonderbares Getier.



Diese beiden schwarzen Kater hier zum Beispiel. Der vordere hat eine Briefmarke an der Stelle, wo andere ein Herz haben, denn er war ein Geschenk für einen briefmarkensammelnden Katzenliebhaber (mit vier schwarzen und einer schwarz-orange gepunkteten Katze). So im Nachhinein würde ich sagen, dass ihm statt Katze mit stilisierter Briefmarke drauf vielleicht Briefmarke mit stilisierter Katze drauf besser gefallen hätte.

Die rechte Katze hat auch ein Handycap, mein Rat an alle Politiker: Sparen an der falschen Stelle lässt einen bald ein langes Gesicht machen. Howgh. Hintergrund dieser unverzichtbaren Weisheit ist der, dass ich die Schnittteile bei der zweiten Katze so auf den Stoff gelegt habe, dass sie möglichst platzsparend draufpassen. Was ist mir Strich, was Fadenlauf?! Beim Füllen wurde dann Miezens Gesicht immer länger und länger, bis sie endlich eher wie der Pink Panther in schwarz aussah. Das kommt davon, wenn man dehnbare Stoffe verarbeitet und nicht mitdenkt.

Bei früheren Einträgen hatte ich ja schon mal das Problem mit den Öhrchen angesprochen (Während des Nähenssieht das so aus: Kein Ohr am Kopf: Bär. Ein Ohr am Kopf: Bär. Zwei Ohren am Kopf: Maus. Hmpf.) Bei den Katzen hab ich nichts dem Zufall überlassen und mir fachlichen Rat und Beistand geholt, ein Modell, meine Muse:



Wozu hat man eine Katze vor der Nämaschine?? Damit man den Sitz der Ohren studieren kann, nicht etwa, um sie ärgerlich wegzuscheuchen.

Bei dieser Dame klappte alles besser:


Őcicasága ist ein Wunschkind meiner Kollegin. Für ihr Wunschkind. Das schon groß und derzeit zum Studium in Rom ist. Die Arme! <falschesMitleidheuchel>


Mir hat sie ohne-was-an, à la nature sozusagen, besser gefallen und ich bin sicher, der eine oder andere kennt den Effekt ;), aber sie sollte ein Kleid haben und nun hat sie also ein rosa Kleid.





In echt schmollt sie übrigens kein bißchen.

Und dann diese Karnickel. Guckt man zwei Minuten nicht hin, sind es schon wieder fünf mehr. Unglaublich, wie die sich vermehren.












Und was macht derweil die Muse? 

Pause.